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Irak: US-Inspektoren legen Zwischenbericht vor - "Programme geplant"

Massenvernichtungswaffen: Fehlanzeige

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Bescheidene Ergebnisse: Die von den US-Behörden gefundenen Akten haben bislang keinen Beweis für die Existenz von Waffenvernichtuingswaffen geliefert.

Washington - Nach rund drei Monaten der Suche haben die US-Inspekteure in Irak nach Angaben ihres Chefs David Kay bislang keine Massenvernichtungswaffen gefunden. Es gebe aber "beträchtliche Beweise" dafür, dass Irak den Bau von chemischen und biologischen Waffen geplant habe, sagte Kay.

Sein Team, die Iraq Survey Group (ISG), habe noch eine lange Arbeit vor sich, betonte Kay nach der Vorstellung seines ersten Zwischenberichts vor den Geheimdienstausschüssen von Senat und Abgeordnetenhaus. Der britische Außenminister Jack Straw erklärte in London, Kays Bericht rechtfertige im Nachhinein den Angriff auf Irak.

Ranghohe irakische Führer, darunter der frühere Präsident Saddam Hussein, hätten die Absicht gehabt, "die Herstellung von Massenvernichtungswaffen in der Zukunft fortzusetzen", sagte Kay. Die Tatsache, dass bislang nichts gefunden worden sei, heiße für die USA nicht, dass es keine Waffen gebe. Die ISG-Experten hätten "zahlreiche Elemente" einer "fortgesetzten Aktivität" sowie Ausrüstungsmaterial entdeckt, das den UN-Waffeninspekteuren nicht deklariert worden sei, als diese im November 2002 nach Irak gekommen seien. Dazu gehörten "wichtige Ausrüstung und Aktivitäten im chemischen und biologischen Bereich, und noch mehr im Raketenbereich", sagte Kay. Zudem habe die Regierung unter Saddam Hussein an einem "sehr breit gefächerten Programm" gearbeitet, das die Reichweite der irakischen Raketen auf mehr als tausend Kilometer gebracht hätte. Damit hätten Kairo und Riad erreicht werden können, betonte Kay.

Rund 1400 Experten im Einsatz

Nach Einschätzung von Kay braucht die ISG für ihre weitere Arbeit in Irak noch weitere sechs bis neun Monate. "Die Suche dauert an, und wir arbeiten erst seit drei Monaten." Der Waffenexperte wurde an der Spitze von insgesamt rund 1400 britischen und US-Experten nach dem offiziellen Kriegsende nach Irak geschickt, um im Auftrag von US-Präsident George W. Bush nach Massenvernichtungswaffen zu suchen. Deren angebliche Existenz war einer der Hauptgründe der USA für den Angriff auf Irak. Kay gehört zum Lager der Washingtoner "Falken". Schon vor einem Jahr plädierte er bei einer Anhörung im Kongress für die "gewaltsame Beseitigung" von Saddam Hussein, um einem irakischen Angriff auf die USA und ihre Verbündeten vorzubeugen.

Der britische Außenminister Straw begrüßte den Zwischenbericht Kays. Dieser bestätige, wie "gefährlich" und "betrügerisch" die irakische Regierung gewesen sei. Auch zeige er, dass der US-geführte Krieg "gerechtfertigt und wesentlich" gewesen sei, "um diese Gefahren zu beseitigen", erklärte Straw. Kays Bericht beweise ferner, dass "das Saddam-Regime" gegen die UN-Resolution 1441 verstoßen habe. Die Entschließung vom November 2002 hatte mit "ernsthaften Konsequenzen" gedroht, falls Irak sein Waffenprogramm nicht vollständig aufdecken sollte.

Rumsfeld: Kein Vorwurf an Geheimdienste

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld betonte, es sei verfrüht, den Geheimdiensten seines Landes wegen der bislang nicht gefundenen Massenvernichtungswaffen Versagen vorzuwerfen. Bislang habe er nichts gesehen, das ihn annehmen lasse, dass er sich auf "ungenaues" Geheimdienstmaterial verlassen habe, betonte Rumsfeld.

Nach einem Bericht der "New York Times" (Donnerstagsausgabe) hat Bush in seinem Antrag auf zusätzliche Mittel für die US-Einsätze in Irak und Afghanistan auch 600 Millionen Dollar (rund 513 Millionen Euro) für die weitere Suche nach Massenvernichtungswaffen eingeplant. Bislang habe die Aktion rund 300 Millionen Dollar gekostet. Rumsfeld wollte zu dem Bericht nicht Stellung nehmen.

AFP - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 3. Oktober 2003 12:24 von sab

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