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Mindestens 19 Tote bei Selbstmord-Anschlag in Haifa

Bombe in vollbesetztem Lokal gezündet

Jerusalem/Washington - Eine Palästinenserin hat sich am Samstagnachmittag in einem voll besetzten Familienrestaurant im Süden der israelischen Hafenstadt Haifa in die Luft gesprengt und dabei mindestens 19 Menschen mit in den Tod gerissen. Über 50 Menschen wurden nach Angaben von Polizeisprecher Gil Kleimann zum Teil lebensgefährlich verletzt.

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Bild der Verwüstung: Das vollbesetzte Restaurant wurde durch die Wucht der Explosion völlig zerstört.

Unter den Toten waren mindestens fünf Kinder. Es war der erste Selbstmordanschlag seit einem Doppelanschlag am 9. September, bei dem in Jerusalem und östlich der Stadt Rischon LeZion 15 Menschen getötet wurden.

Israel plant Vergeltung

Die militante Organisation Islamischer Dschihad rechtfertigte das Attentat zwar in einer Erklärung, bekannte sich jedoch nicht ausdrücklich zu der Bluttat. Während die Palästinensische Autonomiebehörde den Selbstmordanschlag scharf verurteilte, beriet die israelische Regierung am Abend in Jerusalem über eine militärische Reaktion auf den Anschlag, einen der blutigsten seit Beginn des Konflikts vor drei Jahren. Aus Regierungskreisen verlautete, mit einer "Antwort" auf die Tat sei noch an diesem Wochenende zu rechnen. In Ramallah trafen Mitarbeiter von Palästinenserpräsident Jassir Arafat am Abend Vorbereitungen für den Fall, dass Israel den PLO-Chef gewaltsam ins Exil schicken will.

Die Europäische Union verurteilte die neue Gewalttat aufs schärfste. Bundesaußenminister Joschka Fischer sprach von einem "verbrecherischen Terroranschlag", dem "zahlreiche unschuldige Menschen, darunter auch Kinder, zum Opfer gefallen" seien.

Auf Wachmann geschossen und dann in Restaurant gestürmt

Über den Tathergang gab es auch Stunden nach dem Anschlag noch keine Klarheit. Augenzeugen berichten zunächst, der oder die Attentäterin habe zunächst vor dem Lokal auf den dort postierten Wachmann geschossen, sei dann in das voll besetzte Strandlokal "Maxim" gestürmt und habe dort die Explosion ausgelöst. Das Lokal, das einem christlichen Araber aus Haifa gehört, wurde weitgehend zerstört. Stunden nach dem Anschlag bestätigte Polizeisprecher Gil Kleimann, dass es sich bei dem Attentäter "aller Wahrscheinlichkeit nach um eine Frau handelte". Sie soll aus Dschenin im Westjordanland gekommen sein.

Die israelische Armee hatte bereits am Freitag das Westjordanland vor dem am Sonntagabend beginnenden jüdischen Jom-Kippur-Fest aus Furcht vor Anschlägen abgeriegelt. Den Geheimdiensten lagen Dutzende Warnungen vor Terroranschlägen vor. Israels oberster Polizeichef Schlomo Aharonischki sagte jedoch, es habe für den Anschlag von Haifa "keine spezifische Warnung gegeben".

Minister fordert: "Gelegenheit ergreifen, um Arafat loszuwerden"

Kurz nach dem Anschlag auf das "Maxim"-Restaurant am Strand von Haifa hatte Gesundheitsminister Dani Naweh gefordert, Israel müsse jetzt "die Gelegenheit ergreifen, um Arafat loszuwerden". Scharon wiederum hat wiederholt erklärt, der palästinensische Präsident werde nicht ohne Zustimmung der USA ins Exil geschickt. Washington hat diesen Schritt bisher als kontraproduktiv abgelehnt. Israel macht Arafat für den palästinensischen Terror direkt verantwortlich.

Der designierte palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kureia hatte den Selbstmordanschlag schon kurz nach der Tat scharf verurteilt und die militanten Palästinenser zur Mäßigung aufgefordert. Der bisherige Kabinettsminister Jassir Abed Rabbo nannte die Tat "unverantwortlich". Dagegen bezeichnete die militante Gruppe Islamischer Dschihad die Tat als "eine natürliche Reaktion auf die Besatzungsverbrechen" Israels. Dschihad-Anführer Abdullah el Schami sagte in Gaza, sie sei der Beweis für das Scheitern der von Israel getroffenen Sicherheitsmaßnahmen einschließlich der Absperrung des Westjordanlands und der bereits über 130 Kilometer langen Sperranlage im Westjordanland. Der Anschlag sei eine "Reaktion" der Palästinenser auf die "täglichen Verbrechen" Israels gegen die Palästinenser.

Kurz nach dem Anschlag drangen israelische Soldaten in die Stadt Tulkarem im besetzten Westjordanland ein und töteten dort einen mutmaßlichen palästinensischen Extremisten. Der Mann gehörte nach israelischen Angaben zu den Al Aksa-Brigaden, dem bewaffneten Arm der Fatah-Bewegung von Palästinenserführer Jassir Arafat. Er soll an einem Terroranschlag auf einen israelischen Kibbuz im vergangenen Jahr beteiligt gewesen sein, bei dem fünf Israelis getötet wurden.

dpa - Foto: dpa

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Zuletzt geändert am 4. Oktober 2003 15:57 von sab

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