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Angriffe in Gaza-Stadt: Israel übt Vergeltung nach Anschlag in Restaurant

Menschliche Schutzschilde für Arafat

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Im Visier Israels: Jassir Arafat.

Ramallah - Wenige Stunden nach einem neuen palästinensischen Selbstmordanschlag mit 19 Toten haben israelische Kampfhubschrauber Angriffe auf Gaza-Stadt geflogen.

Nach Angaben von Augenzeugen beschossen sie das Haus eines mutmaßlichen Mitglieds der radikal-islamischen Hamas-Bewegung. In Ramallah versammelten sich in der Nacht Dutzende Friedensaktivisten am Amtssitz von Palästinenserpräsident Jassir Arafat. Als menschliche Schutzschilde wollten sie Vergeltungsaktionen gegen den PLO-Chef verhindern.

Arafat hatte den Selbstmordanschlag zuvor scharf verurteilt. Die Tat richte sich gegen die nationalen Interessen der Palästinenser, erklärte er nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur WAFA. "Unser Volk wird dadurch mit Terrorismus identifiziert und die internationalen Friedensbemühungen behindert", sagte er. Auch der designierte palästinensische Ministerpräsident Ahmed Kureia verurteilte die Tat.

Regierung denkt erneut über Ausweisung von Arafat nach

Nach israelischen Berichten rief er den Bürgermeister von Haifa an, um ihm sein Bedauern und Mitgefühl auszusprechen.    In Israel wurde nach dem Anschlag eine harte Reaktion des Militärs erwartet. Aus Regierungskreisen verlautete, man werde "mit aller Härte" reagieren. Ministerpräsident Ariel Scharon traf sich am Abend mit seinen wichtigsten Ministern. Dabei sollte auch die Entscheidung des Kabinetts vom September zur Sprache kommen, Arafat zu einem von Israel gewählten Zeitpunkt auszuweisen.

Dutzende israelische und ausländische Friedensaktivisten versammelten sich noch in der Nacht zum Sonntag am Amtssitz von Arafat in Ramallah. Der Gründer der israelischen Friedensgruppe "Gush Shalom", Uri Avneri, sagte vor Reportern: "Wir sind hier als menschliche Schutzschilde, um Präsident Arafat zu schützen". Zugleich warnte er vor einem Angriff auf Arafat. "Dies würde nicht nur den Nahen Osten ins Unheil stürzen, sondern die ganze Welt." Zugleich appellierte er an US-Präsident George W. Bush, den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon von Aktionen gegen Arafat abzuhalten.

Attentäterin wollte Bruder und Cousin rächen

Bush hatte zuvor in Washington den palästinensischen Anschlag scharf verurteilt. "Diese verabscheuungswürdige Tat unterstreiche erneut die Verantwortung der palästinensischen Behörden, den Terror zu bekämpfen", sagte Bush. Dies sei das größte Hindernis "für die Vision von zwei Staaten, die in Sicherheit und Frieden nebeneinander leben". Auch UN-Generalsekretär Kofi Annan forderte die palästinensische Autonomiebehörde auf, "alles in ihren Kräften stehende zu tun, um diese verwerflichen Angriffe zu beenden".

In einer am Samstagabend in Gaza verbreiteten Erklärung der militanten Palästinensergruppe Islamischer Dschihad hieß es, die Selbstmordattentäterin sei eine 29-jährige Rechtsanwältin aus Dschenin gewesen, deren Bruder und Cousin vor fünf Monaten von israelischen Soldaten getötet worden seien. Der Dschihad bezeichnete die Tat als "heroische Märtyrer-Operation".

Die Frau hatte sich am Samstagnachmittag in einem voll besetzten, vor allem von Familien besuchten Restaurant im Süden der israelischen Hafenstadt Haifa in die Luft gesprengt und dabei mindestens 19 Menschen mit in den Tod gerissen. Über 50 Menschen wurden nach Angaben der Polizei zum Teil lebensgefährlich verletzt. Unter den Toten waren mindestens fünf Kinder. Es war der erste Selbstmordanschlag seit einem Doppelanschlag am 9. September, bei dem in Jerusalem und östlich der Stadt Rischon LeZion 15 Menschen getötet wurden.

dpa - Foto: dpa

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Zuletzt geändert am 5. Oktober 2003 10:56 von sab

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