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Prozess um Mord an kleiner Peggy beginnt - Leiche noch nicht gefunden

Richter stehen vor vielen Rätseln

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Wo ist Peggy?: Der 25-jährige Angeklagte hatte zunächst den Sexualmord an dem Mädchen eingeräumt, später widerrief er sein Geständnis. Die Leiche bleibt weiterhin verschwunden.

Hof - Fieberhaft suchte die Polizei nach der neunjährigen Peggy, als sie vor über zwei Jahren plötzlich verschwunden war. Höhlen und unterirdische Gänge wurden durchsucht, Bundeswehr-Tornados mit Spezialkameras kreisten über Peggys oberfränkischem Heimatort Lichtenberg. Doch das Mädchen mit den blonden Haaren und dem lebensfrohen Lächeln blieb verschwunden.

Vor rund einem Jahr jedoch nahm der Fall eine überraschende Wende: Die Polizei nahm einen geistig behinderten Mann fest. Er gestand, das Mädchen sexuell missbraucht und später umgebracht zu haben. Später aber widerrief er sein Geständnis. Und auch die Leiche tauchte bis heute nicht auf. Wenn am Dienstag der Prozess beginnt, stehen die Richter weiter vor vielen Rätseln.

42 Zeugen sind vor dem Landgericht Hof geladen, wo in den nächsten zwei Monaten die Geschehnisse in dem 1200-Einwohner-Ort geklärt werden sollen. Von ihren Aussagen wird der Gang des Verfahrens vor allem abhängen. "Wir haben keine Leiche, das ist das Problem", sagt Karola Böhm, die Anwältin von Peggys Mutter, die in dem Prozess als Nebenklägerin auftritt. "Entscheidend ist aus unserer Sicht nicht nur, dass nachgewiesen wird, wer sie umgebracht hat, sondern auch, dass sie umgebracht wurde."

Peggys Mutter will Angeklagtem gegenübersitzen

Peggys Mutter will im gesamten Prozess anwesend sein. "Es ist ihr ganz wichtig, dass sie dem Angeklagten gegenübersitzt", sagt ihre Anwältin. Wenige Tage nach dem Verschwinden ihrer Tochter am 7. Mai 2001 war die Mutter bei einer Pressekonferenz aufgetreten. "Ich will bloß, dass meine Schnecke wieder heimkommt", hatte sie damals gesagt. Doch auch 5000 Hinweise aus der Bevölkerung konnten ihren Wunsch nicht wahr werden lassen. Die Polizei blieb über ein Jahr lang ohne Spur. Auf den Hinweis von zwei Kindern hin war zunächst tagelang nach einem roten Auto mit tschechischem Kennzeichen gefahndet worden. Vermutet wurde, Peggy sei in ein Bordell jenseits der Grenze verschleppt worden. Doch die Fahndung blieb sowohl in Deutschland als auch in Tschechien erfolglos.

Mutmaßlicher Täter wohnte nur wenige Straßen weiter

Der mutmaßliche Täter wohnte derweil nur wenige Straßen weiter. Der geistig behinderte Ulvi K. saß bei seiner Festnahme im Oktober 2002 allerdings schon über ein Jahr lang in einer psychiatrischen Klinik in Bayreuth - Weil er sich seit 1996 in 20 Fällen vor Kindern entblößt hatte, darunter auch vor Peggy. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm nun vor, das Mädchen Anfang Mai 2001 in seiner Wohnung sexuell missbraucht zu haben. Vier Tage später soll er Peggy demnach auf dem Schulweg abgepasst haben. Als das Mädchen vor ihm floh, habe er sie in einen abgelegenen Teil der Ortschaft verfolgt. Dort schrie Peggy laut Anklage um Hilfe und drohte ihrem Peiniger an, ihn zu verraten. Aus Angst vor der Aufdeckung des Verbrechens soll er Peggy die Hand vor den Mund gehalten und sie so erstickt haben.

Hat Vater des Angeklagten die Leiche beseitigt?

Unter den Zeugen im Prozess werden auch andere Opfer des Exhibitionisten Ulvi K. sein - zumeist Schulfreunde und Bekannte von Peggy. Für die sexuellen Vergehen ist der Angeklagte laut einem Gutachten nicht schuldfähig, die Staatsanwaltschaft beantragte deshalb die Unterbringung in der Psychiatrie. Beim mutmaßlichen Mord war der Angeklagte voll zurechnungsfähig und muss bei einer Verurteilung mit lebenslanger Haft rechnen. Vor einem möglichen Urteil steht aber vor allem die Frage nach dem Verbleib des toten Mädchens. In seinem Geständnis hatte Ulvi K. seinen Vater beschuldigt, die Leiche beseitigt zu haben. Der Vater, der im Prozess ebenfalls als Zeuge geladen ist, bestreitet dies. Das Rätsel um die Leiche lässt laut Anwältin Karola Böhm einen schwierigen Prozess erwarten. "Es ist schwer abzuschätzen, wie das laufen wird", sagt sie.

AFP - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 6. Oktober 2003 10:35 von sab

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