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Premiere will weniger zahlen: DFL drohen Einbußen aus Pay-TV

TV-Poker geht in die nächste Runde

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In der Bundesliga geht´s nicht nur auf dem Platz zur Sache - außerhalb wird einmal mehr um Millionen gepokert.

Dem deutschen Profi-Fußball drohen offenbar erneut Verluste in Millionenhöhe aus den Fernseheinnahmen. Der Pay-TV-Sender Premiere will offenbar künftig zwischen 10 und 15 Millionen Euro per annum weniger zahlen; in der laufenden Saison zahlt Premiere 145 Millionen Euro.

Der kicker hatte am Montag sogar von drastischeren Einschnitten berichtet. Premiere wolle nur noch 100 statt 150 Millionen Euro per annum zahlen. Sollte dieser drohende Verlust voll auf die Klubs umgelegt werden, würden die Bundesligisten 2,2 Millionen Euro pro Verein einbüßen, die Zweitligaklubs hätten jeder 555.000 Euro weniger.

"Keine Wasserstandsmeldungen"

"Dass am 1. Oktober die Frist für das Ziehen der Option verstrichen ist, ist falsch. Bis zum 31. Oktober ist noch Zeit", sagte DFL-Chef Werner Hackmann dem sid auf Anfrage und widersprach einer Meldung, Premiere habe die Frist zum 1. Oktober verstreichen lassen. Zum Stand der Verhandlungen meinte er allerdings nur: "Ich gebe keine Wasserstandsmeldungen ab."

Premiere überträgt bislang alle Erstligaspiele live und soll laut Option in der nächsten Saison 150 Millionen Euro und in der übernächsten Spielzeit 155 Millionen Euro für die Exklusivrechte im Pay-TV-Bereich zahlen. Senderchef Georg Kofler hatte indes schon mehrfach betont, die Rechte für die Live-Ausstrahlung aller Spiele seien schlichtweg zu teuer. Von den 280 Millionen Euro, die die Deutsche Fußball Liga (DFL) derzeit von der Schweizer Firma Infront erhält, zahlt Premiere mehr als die Hälfte.

Wacklige Verträge

Zwar hat Rechteverwerter Infront einen Vertrag mit der Liga, der dieser auch für die Saison 2004/2005 295 Millionen Euro und 2005/2006 300 Millionen garantiert, doch was in der Branche Verträge wert sind, ist spätestens seit der Kirch-Pleite bekannt. Auch zu Beginn dieser Saison hatte die Deutsche Fußball Liga (DFL) zähneknirschend einen Abschlag von zehn Millionen Euro in Kauf nehmen müssen, weil Infront, wo ARD-Kommentator Günter Netzer Geschäftsführer und Miteigentümer ist, nicht bereit war, mehr als 20 Millionen Defizit aus dem Weiterverkauf der Rechte zu akzeptieren. Zum 31. Dezember ist das Ziehen der Option von Infront für eine weitere zweijährige Laufzeit fällig.

Premiere ereifert sich derweil darüber, wie preiswert im Vergleich zu Sat.1 die ARD die Erstverwertung im Free-TV erhalten hat, während der Pay-TV-Sender die gleiche Summe zahlt wie im letzten Jahr. Sat.1 hatte 80 Millionen Euro in die Schweiz überwiesen, die ARD zahlt inklusive der zusätzlichen Verwertungsrechte für die Tagesschau, die Sonntags-Sportschau und die Magazine in den dritten Programmen rund 60 Millionen Euro.

"Premiere wäre ohne Bundesliga pleite"

Im kicker-Interview unterstrich Kofler allerdings das Premiere-Interesse an weiteren Fußballrechten: "Im DFB-Pokal werden viele Begegnungen parallel gespielt. Dafür gibt es im normalen Fernsehen häufig keine Programmplätze. Premiere könnte - wie in der Bundesliga - alle oder die meisten dieser Spiele live übertragen. Besonders interessiert sind wir auch den EM-Rechten, die im Moment von den Öffentlich-Rechtlichen komplett vereinnahmt werden."

Der Poker um die Höhe der Zuwendungen von Premiere schwelt schon seit einiger Zeit. Während der Sender meint, ohne seine Zahlungen gehe der Profifußball am Krückstock, vertreten die Macher von Bayern München, der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge und Manager Uli Hoeneß, sowie andere die These, ohne Bundesliga-Fußball würde Premiere pleite gehen.

DFL will künftig direkt mit Sendern verhandeln

Bei der DFL, die mit Michael Pfad einen ausgewiesenen Fernsehfachmann als Geschäftsführer angestellt hat, gibt es Überlegungen, ab 2006 direkt mit den Fernsehanstalten zu verhandeln, sollte Infront - auch im Besitz der TV-Rechte an der WM 2006, über die momentan noch ein gigantischer Poker mit ARD/ZDF läuft - die garantierten Summen nicht aufbringen können. Dann würde man sich wenigstens satte Provisionen sparen.

Top-Vereine wie Bayern München, Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund streben zudem an, ihre Auslandsrechte einzeln zu vermarkten, weil dann viel gezielter auf einzelne Marktbedürfnisse eingegangen werden kann (HSV-Spiele in Japan, Spiele von 1860 München in China).

Von Rainer Kalb und Christian Pfennig, sid - Foto: dpa

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Zuletzt geändert am 6. Oktober 2003 15:10 von sab

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