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Peter Prange: «Die Philosophin»

Praller Historienroman und Ideengeschichte


Peter Prange: Die Philosophin. Droemer Verlag, München, S. 650, Euro 22,90

Paris im 18. Jahrhundert: Sophie Volland arbeitet in einem Pariser Künstlercafe und lernt dort den Dichter und Philosophen Denis Diderot kennen. Dieser plant das gefährlichste Buch der Welt seit der Bibel: eine Enzyklopädie mit dem «Wissen der ganzen Menschheit».

Sophie verliebt sich in Diderot. Sie traut sich aber nicht, ihre Liebe zu leben. Zu groß ist ihre Angst, wie ihre Mutter als Hexe auf dem Scheiterhaufen zu enden.

Zweiter Teil der von Pranges «Weltenbauer-Trilogie»

Diese Lebensgeschichte Sophies und ihrer Liebe zu Diderot stehen im Mittelpunkt des neuen historischen Romans von Peter Prange, «Die Philosophin». Es handelt sich um den zweiten Teil der von Prange geplanten «Weltenbauer-Trilogie». Der erste Teil, Pranges Erfolgsroman «Die Principessa» ist im barocken Rom der Kardinäle und Kurtisanen angesiedelt, der zweite entführt ins Paris des 18. Jahrhunderts. Der geplante dritte soll im 19. Jahrhundert spielen und sich mit den damaligen Lebensvorstellungen, vor allem des Glücks, auseinandersetzen, wie der Autor, der selber promovierter Philosoph ist, erläutert.

Sophie Volland, eine «geheimnisvolle Frau», war in der Realität Jahrzehnte lang an Diderots Seite, berichtet Prange, «ohne dass wir wissen, wer sie wirklich war». Von ihr geblieben seien nur die Briefe, die Diderot ihr schrieb. In Gestalt der «Philosophin», habe er versucht, «dieser Frau eine Identität und eine Geschichte zu geben».

Keine simple Liebesgeschichte vor historischer Kulisse

Pranges «Philosophin» ist keine simple Liebesgeschichte vor historischer Kulisse: Detailgenau versucht der Autor die Lebensbedingungen der Menschen im Paris Ende des 18. Jahrhundert nachzuzeichnen. Sophies Lebensweg führt durch alle Schichten der Gesellschaft: Die Kellnerin heiratet den späteren Polzeipräfekten Antoine Sartine, der im Künstlercafé für die Polizei Philosophen und Bücherschreiber beobachtet. Nachdem Sophie ihren Mann verlassen hat, wird sie für kurze Zeit die Geliebte Diderots und schreibt Artikel für dessen Enzyklopädie. Nach dem Bruch mit ihm - Diderot hat den Kampf um die Enzyklopädie ihrer Liebe vorgezogen - führt ihr Weg an den Hof von Versailles. Hier begegnet sie, als Vorleserin der Marquise de Pompadour, dem obersten Zensor Frankreichs. In ihm findet sie einen unerwarteten Verbündeten im Kampf für Diderots Enzyklopädie, für deren Erscheinen sie sich auch noch nach der Trennung einsetzt.

Anschaulich: Lebensbedingungen in verschiedenen Gesellschaftsschichten

Neben dieser anschaulichen Darstellung der Lebensbedingungen in verschiedenen Gesellschaftsschichten bringt der Roman dem Leser auch das Gedankengut der Aufklärung näher. Prange zeichnet hierzu den Kampf der Freidenker um die Enzyklopädie mit viel Liebe zum historisch Detail nach. Er berichtet auch von der Angst der Kirche und des maroden Regimes vor den Ideen der Aufklärer und wie sie mit Verhaftungen, Hausdurchsuchungen und Verbot von Büchern diesen Gedanken Einhalt bieten wollten.

Amüsante Weibergeschichten mit Frau und Maitresse

Pranges Roman, der auf gut recherchierten historischen Fakten basiert, ist auf keinen Fall ein trocknes Geschichtsbuch, obwohl das Buch ein wenig Nachhilfe in Geschichte und Philosophie gibt. Denn der Autor würzt den Roman mit Beschreibungen von Vorlieben und Schwächen seiner Akteure. Seitenlang, bis ins kleinste Detail, beschreibt Prange beispielsweise Diderots amüsante Weibergeschichten mit seiner Frau und Maitresse. Geschildert werden auch Wutausbrüche Jean Jacques Rousseaus, die sein Stottern verstärkten. Und Anekdoten über berühmte Persönlichkeiten des 18. Jahrhundert reizen zum Lesen: So soll Casanova beim Betrachten einer Hinrichtung Geschlechtsverkehr mit einer Dame gehabt haben soll.

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Zuletzt geändert am 9. Oktober 2003 12:01 von to

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