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Regisseur Sönke Wortmann im Interview:

"Eines der größten Themen in unserem Land"

"Sönke Wortmann, Sie sind 1959, also fünf Jahre nach dem "Wunder von Bern" geboren. Wann haben denn Sie davon erfahren?"

  • Wortmann: "Schon relativ früh. Mein Vater war fußballbegeistert und hat davon erzählt, und dann ist das Tor von Helmut Rahn ja auch immer wieder im Fernsehen gezeigt worden."

    "Über die Bedeutung des "Wunders von Bern" haben sich zahllose Politologen, Soziologen, Journalisten, Literaten, Politiker ausgelassen. Was hat Sie dazu bewogen, aus dem Stoff einen Kinofilm zu machen? Und wie kamen Sie auf die Idee, ihn in der Figur des Matthias Lubanski so zu emotionalisieren?"

  • Wortmann: "Es gibt wenig große Themen in einem Land, und der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft ist eines der größten Themen, die dieses Land zu bieten hat. Ich war selber Fußballer bei der Spielvereinigung Erkenschwick. Als Filmemacher wollte ich mich dieser Herausforderung stellen. Nun kann man aber nicht nur ein Spiel abfilmen oder nachstellen. Das wäre langweilig. Ich stamme aus dem Ruhrgebiet - da lag es nahe, auch die eigenen Erfahrungen teilweise zu verarbeiten, ohne autobiografisch zu werden."

    "Wie lange hat die Realisierung des Films gedauert?"

  • Wortmann: "Gedanklich beschäftigt hat mich das Thema seit zehn Jahren. Vor fünf Jahren bin ich es dann konkret angegangen. Die Dreharbeiten haben dann zwei Monate gedauert. Die Nachbereitung im Studio acht Monate."

    "Was war das Schwierigste? Fußballszenen nachzustellen, einen Schauspieler zu finden, der Sepp Herberger ähnelt, die Requisiten zu finden?"

  • Wortmann: "Ach nein, Schauspieler zu finden, die auch leidlich kicken können und Spaß dabei haben ist so schwierig nicht. Peter Franke, der den Sepp Herberger spielt, sieht ihm in der Tat so ähnlich, dass eine große deutsche Tageszeitung schon einmal ein Porträt von ihm als den echten Herberger ausgegeben hat. Bei alten Trainingsanzügen, Trikots und so weiter hat adidas geholfen und alte Dinge neu produziert. Die größte Schwierigkeit lag eigentlich vor dem Film: die Finanzierung von 7,5 Millionen Euro zusammenzubekommen. Das ist in Deutschland ein enormes Budget für einen Film."

    "Wichtige Szenen spielen natürlich im Wankdorf-Stadion in Bern. Das war aber schon gesprengt, als Sie den Film drehten. Wie haben Sie das gemacht?"

  • Wortmann: "Das hat uns nichts ausgemacht. Wir haben uns unser eigenes Stadion gebaut. Es musste ja in einem bestimmten Winkel zur Sonne stehen, damit später die digitale Montage der Zuschauer überhaupt funktioniert. So was hätten wir gar nicht finden können. Das sind Sachen, die nicht auf Erfahrungswerten beruhen, die mussten wir alle selber rausfinden durch viele Versuche. Wir haben erst mal lange Zeit Stadien gesucht, kleine, größere. Ging aber alles nicht. Dann hatte einer die Idee: Wir gehen da hin, wo der Rasen ist. So sind wir bei einem Rollrasenhersteller zwischen Köln und Bonn gelandet. Und da haben wir unser Stadion hingebaut."

    "Wer hat Sie bei dem Film beraten?"

  • Wortmann: "Sehr viel über die Charaktere der Spieler und von Sepp Herberger hat mir Horst Eckel erzählt. Ersatztorhüter Heini Kwiatkowski hat geholfen, und mit Fritz Walter habe ich auch noch sprechen können. Helmut Rahn stand, wie in allen Dingen, die die Öffentlichkeit betreffen, leider auch für uns nicht zur Verfügung. Ich bedaure es zutiefst, dass er den Film nicht mehr sehen kann."

    "Das wichtigste Requisit, den Ball, den Sie aus Stroh, Lederhülle und Kordel haben nachbauen lassen, haben Sie Bundeskanzler Gerhard Schröder geschenkt, der den Ball dann an den DFB anlässlich des 40-jährigen Bestehens der Bundesliga weiterreichte. Hat Schröder den Film eigentlich gesehen?"

  • Wortmann: "Ja, aber nur eine Rohfassung, mit völlig falscher Musik und anderen Dingen, die noch nicht passten. Aber er war so beeindruckt, dass er sich zur Premiere am 15. Oktober in Essen angesagt hat."

    Von Rainer Kalb, sid

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    Zuletzt geändert am 14. Oktober 2003 09:36 von sab

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