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Streit um Nationalspieler: "G-14"-Vereine wollen Fifa vor Gericht zerren

Rummenigge legt sich mit Blatter an

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Duell vor Gericht?: Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge (re.) und die "G-14-Klubs" fordern von der Fifa Abstellungsgebühren für ihre Nationalspieler.

München/Doha - Im Streit um die Abstellungsgebühren für Nationalspieler drohen die so genannten "G14"-Klubs wie der deutsche Meister Bayern München dem Fußball-Weltverband Fifa jetzt mit einem Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof. "Wenn Herr Blatter bei seiner Haltung bleibt, werden wir Klage einreichen", bestätigte der Bayern-Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge.

Die in der "G14" zusammengeschlossenen europäischen Top-Klubs haben sich nach Rummenigges Worten auf einer Sitzung am vergangenen Freitag "einstimmig" auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt. Zunächst werde Fifa-Präsident Sepp Blatter in einem Brief dazu aufgefordert, "Abstellungsgebühren für Nationalspieler zu zahlen", so der frühere deutsche Nationalspieler. Sollte sich der Weltverband nicht bewegen, wollen die "G14"-Klub den fraglichen Paragraf 37 der Fifa-Statuten vor dem Europäischen Gerichtshof zu Fall bringen.

"Die Aussichten sind sehr gut"

"Die Aussichten sind sehr gut", beteuerte Rummenigge, "Vize" der "G14"-Klubs und zugleich ihr Sprecher: "Wir haben bereits ein juristisches Gutachten erstellen lassen, das besagt, dass wir zwar die Spieler abstellen müssen, aber nicht kostenlos." Vertreten soll die Klubs der Anwalt J.M. Dupont, der bereits die Ansprüche eines gewissen Jean-Marc Bosman erfolgreich durchgesetzt hat. Rummenigge erwartet, dass spätestens vor der WM 2006 ein Ergebnis kommen wird - egal wie.

Geht es nach den "G14"-Klubs, soll die Fifa künftig an jene Vereine, die Nationalspieler abstellen, direkt eine Entschädigung zahlen. In der Diskussion ist etwa, dass der Fußball-Weltverband im Zeitraum einer WM die Gehälter der Aktiven übernimmt - nach Meinung von Rummenigge keine übertriebene Forderung. "Wir sprechen hier über weniger als 10 Prozent der Einnahmen der Fifa. Wir, also die Klubs, wollen nichts verdienen, sondern nur eine angemessene Entschädigung erhalten. Das muss möglich sein."

Blatter gibt Schwarzen Peter an nationale Verbände weiter

Fifa-Präsident Blatter hält die Forderungen für abwegig. Am Rande des Außerordentlichen Fifa-Kongresses in Doha/Katar, wo seine Amtszeit vorzeitig um ein Jahr bis 2007 verlängert wurde, erklärte er auf Anfrage mehrfach, dass der Weltverband bereits Geld an die Verbände überweise. Bei der WM 2002 habe es sich um insgesamt 200 Millionen Schweizer Franken (ca. 130 Millionen Euro) gehandelt. "Es liegt dann an den Verbänden, wie sie das Geld verteilen", ergänzte der Schweizer.

Rummenigge hält den Hinweis von Blatter, die Fifa würde den Verbänden bereits Geld überweisen, für "eine Riesensauerei". Man solle sich etwa das Beispiel VfL Bochum vor Augen führen: "Der VfL müsste für seinen Nationalspieler Kalla Geld vom Verband in Kamerun fordern. Das geht einfach nicht." Geht es nach der "G14", soll die Fifa ohne Umwege die Klubs entschädigen: Als Gesamtsumme schweben Rummenigge und Co. 70 bis 80 Millionen Euro vor, die Fifa nehme bei einer WM schließlich zwei Milliarden ein.

Boykott der geplanten Klub-WM?

Blatter allerdings gibt sich unbeugsam. In einem Interview mit dem kicker wiederholte er seinen Standpunkt: "Die Fifa erzielt aus der WM nicht einen Gewinn von zwei Milliarden Schweizer Franken (ca. 1,3 Milliarden Euro, die Red.). Das sind unsere Gesamteinnahmen über vier Jahre hinweg. Davon müssen alle Aktivitäten der Fifa finanziert werden. Davon profitieren indirekt auch die großen Klubs." Die Fifa leiste mit den WM-Einnahmen etwa Entwicklungsarbeit in Afrika, die Klubs wiederum würden von dort gute Spieler holen.

Mit Unverständnis reagierte Blatter auch auf die Drohung der "G14", die Klub-WM der Fifa zu boykottieren. Die "G14" sei sich einig, daran nicht teilzunehmen, "das kann ich jetzt schon sagen", erklärte Rummenigge und ergänzte, die Europäische Fußball-Union (Uefa) "ist auch gegen diesen Wettbewerb". Der Fifa-Präsident entgegnete, die Klub-WM mache "sportlich mehr Sinn" als die Freundschaftsspiele, zu denen die Klubs in der Sommerpause fliegen würden, "um neue Märkte zu erschließen".

Von Thomas Niklaus und Thomas Häberlein, sid - Foto: dpa


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Zuletzt geändert am 20. Oktober 2003 15:32 von sab

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