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Flüchtlingsdramen vor Italien - Erneut bis zu 80 Tote

"Das Boot mit der Todesfracht"

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Ein Überlebender wird in einem italienischen Krankenhaus behandelt.

Lampedusa - Bei einem Flüchtlingsdrama auf dem Mittelmeer zwischen Afrika und Italien sind möglicherweise mehr als 80 Menschen ums Leben gekommen. Die italienische Küstenwache entdeckte an Bord eines Flüchtlingsbootes die Leichen von 13 Afrikanern. Sie seien bei der Überfahrt an den Folgen von Hunger, Wassermangel und Kälte gestorben. Überlebende berichteten, auf dem Boot seien ursprünglich etwa 100 Menschen gewesen.

EU-Bürokraten nennen das eine "Außengrenze Europas". Für die italienische Küstenwache südlich von Sizilien und Lampedusa hat die "Außengrenze" dieser Tage ein ganz konkretes Gesicht - das Gesicht des Grauens. Es ist Sonntag gegen Abend, als die Männer der Küstenwache sich dem kleinen Motorboot mit den Afrikanern nähern. Das herbstliche Mittelmeer ist aufgewühlt, das Boot schaukelt auf den Wellen. Zunächst denken die Retter, es ginge darum, die verängstigten und frierenden Afrikaner sicher an Bord zu holen. Erst als sie beidrehen, entdecken sie die schaurige Fracht - an Bord des Flüchtlingsbootes befindet sich gut ein Dutzend Leichen.

" Wir mussten die Leichen ins Meer werfen"

"Das Boot mit der Todesfracht" nennen römische Medien das neuste Flüchtlingsdrama auf dem Mittelmeer. Noch ist das ganze Ausmaß der Katastrophe unklar. Vermutlich ist die Bilanz viel grausiger als angenommen. "Wir waren 100 Leute, als wir unsere Fahrt begannen", erzählt ein völlig entkräfteter Überlebender. "Wir waren 20 Tage unterwegs. Wir mussten die Leichen der toten Passagiere ins Meer werfen." Offenbar sind sie an den Folgen von Hunger, Wassermangel und Kälte gestorben. Lediglich etwa 15 Menschen, die meisten aus Somalia, konnten gerettet werden.

"Helft uns! Bei uns herrscht Notstand! Wir haben nicht mal mehr Särge für die Leichen!" Mit diesen Worten reagiert Bruno Siragusa, Bürgermeister auf der Insel Lampedusa auf die Entwicklung. Erst vor wenigen Tagen spielte sich ein ähnliches Drama ab. Ein 40-jähriger Somalier musste seine zwei kleinen toten Kinder über Bord werfen. "Sie waren schon zwei Tage tot." Auch sie erfroren oder verhungert. "Die Schlepper sagten uns, die Überfahrt nach Italien dauert nur einen Tag. Also haben wir Essen und Wasser für nur einen Tag mitgenommen." Am Ende der fast einwöchigen Reise sank das völlig überladene Boot vor Lampedusa - unter den Ertrunkenen ist auch die zwölfjährige Tochter des Somaliers.

Viele Katastrophen möglicherweise unentdeckt

Offiziell ist die Zahl der Flüchtlinge, die über das Meer nach Italien kommen, dieses Jahr um 40 Prozent zurückgegangen. Aber selbst das Innenministerium in Rom räumt ein, dass niemand weiß, welche Dramen sich an den "Außengrenzen" wirklich abspielen. "Wir fürchten, dass sich viele andere Katastrophen ereignen, ohne dass jemand davon erfährt." Früher kamen die Boote mit den illegalen Einwanderern vor allem aus Albanien oder aus der Türkei; viele Passagiere waren Kurden aus dem Irak oder kamen aus Bangladesch. Heute kommen die meisten aus Afrika.

Aus einer der ärmsten Ecken der Welt

Kenner des Menschenhandels sprechen von der "neuen Wüstenroute". Der neueste Strom der Flüchtlinge kommt aus Somalia und Äthiopien, einer der ärmsten Ecken der Welt. "Wir sind fast zwei Monate durch die Wüste gereist", berichtet ein Überlebender. "Die Reise begann in Mogadischu, die ersten Stationen waren Eritrea und Äthiopien." Dann mussten die Verzweifelten den Sudan durchqueren, es folgte die Qual durch die Sahara. Nicht selten müssen die Flüchtlinge lange Wege zu Fuß zurücklegen. "Pro Kopf musste ich 1200 Dollar zahlen", berichtet der Somalier, der seine drei Kinder verlor. Meist stechen die Verzweifelten von der Küste Libyens in See - in Richtung "Außengrenze" Europas.

dpa - Foto: dpa


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... dass die Gewerbeflächen- Datenbank der ISB Spitzenreiter bei "Google ist, wenn Investoren nach "Gewerbeflächen" suchen?

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Zuletzt geändert am 20. Oktober 2003 16:14 von aj

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