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Siegen oder fliegen: Hertha-Trainer Huub Stevens bleibt eine Woche Zeit

Start frei für Berliner Himmelfahrtskommando

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Düstere Mienen: Dank der Fürsprache von Manager Dieter Hoeneß (li.) darf Hertha-Trainer Huub Stevens vorerst weiterarbeiten.

Berlin - "Alleinherrscher" Dieter Hoeneß schickt Huub Stevens auf ein Himmelfahrtskommando. Zwei Spiele, zwei Siege heißt der Auftrag des Managers von Hertha BSC Berlin für den Trainer, dessen Uhr bereits abgelaufen schien.

"Zwei Siege sind Pflicht. Ohne Wenn und Aber. Wenn es nicht gelingt, endet die Zusammenarbeit", erklärte Hoeneß, der sich klubintern noch einmal gegen die Kritiker des Niederländers durchsetzte.

Gewinnt Stevens nicht die beiden Spiele bei Hansa Rostock am Samstag in der Bundesliga und am Dienstag im DFB-Pokal, muss der Hertha-Manager seinen Wunschtrainer verabschieden.

Der "Fall Stevens" rückt zunehmend auch den mächtigen Hoeneß in die Schusslinie. Wenn der einwöchige Drahtseilakt misslingt, hat der Tabellenletzte in seiner prekären sportlichen Situation erneut wertvolle Zeit verloren, um die Wende einzuleiten. Zeit, die Hoeneß aber offenbar für die Suche nach einem geeigneten Nachfolger für den Hollander benötigt. Denn nach eigenen Aussagen hat er bislang hinter dem Rücken von Stevens nicht mit anderen Trainern Kontakt aufgenommen. Ganz wohl scheint dem früheren Nationalspieler bei der Galgenfrist für den Ex-Schalker Stevens allerdings selbst nicht zu sein. "Es ist ein hartes Ding. Auch wenn es der ein oder andere nicht verstehen wird", sagte der Manager, dessen Vertrag als Geschäftsführer noch bis 2006 läuft.

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Kein leichter Job: Trainer Stevens muss der völlig verunsicherten Hertha-Mannschaft vor den Partien in Rostock neues Selbsvertrauen einimpfen.

Drahtseilakt auf den Schultern von Stevens

"Diese Vereinbarung war mein Vorschlag, Huub Stevens war sofort damit einverstanden und der Beteiligungsausschuss hat sich einstimmig dafür ausgesprochen", erläuterte Hoeneß. Es war wohl der einzig mögliche Kompromiss, um eine sofortige Entlassung des Niederländers zu verhindern.

Statt sich also eindeutig zum Trainer zu bekennen oder ihn, wie nach den sportlichen Misserfolgen und der Stimmung im Umfeld erwartet, von seiner Verantwortung zu entbinden, hat sich der Hauptstadtklub zu einem Drahtseilakt durchgerungen, bei dem vor allem die Leidensfähigkeit des ehemaligen Schalker Erfolgstrainers Stevens auf eine harte Probe gestellt wird. "Huub Stevens ist auch ein Mensch. Huub Stevens hat auch Gefühle. Aber ich will weiter für Hertha kämpfen", sagte der 49-Jährige den versammelten Medienvertretern und neun Kamerateams.

Spieler entscheiden über Zukunft des Trainers

Und als eben diese Kämpfernatur ließ sich Stevens auf einen Deal ein, der ihn in totale Abhängigkeit von einem zuletzt verunsicherten und heterogenen Team bringt. Zwar hatte der Mannschaftsrat ein eintimmiges Votum zu Gunsten des Niederländers abgegeben, doch erst auf dem Rasen wird sich die Qualität dieser Loyalitätsbekundung zeigen. Dementsprechend vorsichtig formulierte der Trainer auch seine Erwartungshaltung: "Ich hoffe die Mannschaft hat das gemeint, was sie gesagt hat." In zwei Spielen werden die Spieler nun selbst über die Zukunft ihres Trainers entscheiden.

Zwangsläufig beschäftigt man sich mit Alternativen zu Stevens, wie Hertha-Aufsichtsratsvorsitzende Rupert Scholz durchblicken ließ. "Es ehrt den Trainer, dass er sich dieser Situation stellt. Wir haben ihm das Vertrauen ausgesprochen, aber wir sind nicht blind", formulierte der Jurist und ehemalige Bundesverteidigungsminister. Man habe aber keine keine rein emotionale Entscheidung treffen wollen, argumentierte Scholz weiter.

Berliner Kurier: "Ihr seid doch irre"

Zudem wird im Umfeld darüber spekuliert, dass Stevens im Falle des Scheiterns auf einen Teil seiner festgeschriebenen Abfindung von einer Million Euro verzichtet. Eine Überlegung, die für den Klub nach dem frühen Scheitern im Uefa-Cup in der vergangenen Woche bei Groclin Grodzisk (Polen) auch von wirtschaftlicher Bedeutung ist. Und am Ende seiner Amtszeit Huub Stevens endgültig ein Zeugnis als "Ehrenmann" austellen würde.

Die Öffentlichkeit in der Hauptstadt reagierte auf die vorläufige Weiterbeschäftigung von Stevens mit Unverständnis. "Stevens für Stevens", wunderte sich die "Berliner Zeitung" am Dienstag. "Berlin unter Schock", titelte die "BZ", der "Berliner Kurier" formulierte drastisch Richtung Hertha: "Ihr seid doch irre." Die "Berliner Morgenpost" meinte: "Heldenmut oder Starrsinn - Dieter Hoeneß unter Druck". Und der "Tagesspiegel" sprach von einer Stevens-Bilanz "schwach wie im Aufstiegsjahr". Die "Galgenfrist" ("Märkische Oderzeitung") wertete "Bild" als Votum gegen die Fan-Mehrheit. Nach einer Schnell-Umfrage sehen mehr als 50 Prozent der Abstimmenden Manager Dieter Hoeneß als den Hauptschuldigen der sportlichen Krise.

sid, dpa - Foto: dpa

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Zuletzt geändert am 21. Oktober 2003 15:37 von sab

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