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Positiver Test bei 100-Meter-Europameister Dwaine Chambers

Doping-Affäre schwappt aus USA über

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Muss um die Teilnahme bei Olympia 2004 fürchten: 100-Meter-Europameister Dwaine Chambers.

Die spektakuläre amerikanische Dopingaffäre hat durch den positiven Test des britischen 100-m-Europameisters Dwaine Chambers eine weltweite Dimension erhalten.

Wie der 26 Jahre alte WM-Vierte, der nach einem Tipp der amerikanischen Anti-Doping-Agentur Usada am 1. August in Saarbrücken in der A-Probe der Einnahme der neuen Designer-Droge Tetrahydrogestrinone (THG) überführt wurde, waren auch die meisten wegen Dopings gesperrten Leichtathletik-Stars des letzten Jahrzehnts Kunden des suspekten amerikanischen Labors Balco.

Bei einer Razzia wurde am Mittwoch auch die Kundenkartei des kalifornischen Bay Area Laboratory Cooparative (Balco) beschlagnahmt. In ihr waren die positiv auf das umstrittene Nandrolon getesteten 100-m-Olympiasieger Linford Christie (nach Rücktritt), die frühere 200-m-Weltmeisterin Merlene Ottey (Jamaika/nun Slowenien) und Kugelstoß-Ex-Weltmeister C. J. Hunter offenbar eben so verzeichnet wie Remi Kortschemni, der ukrainische Trainer von Dwaine Chambers, und Dr. Brian Goldman, der Kelli White (ebenfalls USA) die Stimulans Modafinil verschrieben hatte. Nach positivem Test steht sie vor der Aberkennung ihres 100-m-Goldes bei der WM im August in Paris.

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Überprüft 400 deutsche Analysen auf THG: Dopingexperte Prof. Wilhelm Schänzer an der Deutschen Sporthochschule Köln.

US-Trainer brach sein Schweigen

Das Labor von Viktor Conte (53) wiegte die Athleten offenbar durch selbst organisierte Urin- und Dopingtests in Sicherheit. Das negative Ergebnis war offenbar genügend Beweis dafür, dass für das anabole Steroid noch kein Nachweis möglich war. Bis ein namhafter US-Trainer den Chef der amerikanischen Anti-Doping-Agentur Usada mit Know-how und Substanz versorgte. Die gezielte Analyse von 350 Proben bei den US-Leichtathletik-Meisterschaften im Juni sowie rund 100 Trainingstests soll 20 bis 40 positive A-Proben zu Tage gefördert haben, allerdings stehen die B-Proben noch aus.

Auch im Falle von Dwaine Chambers ist dieser Beweis noch nicht angetreten. Aus dem Umfeld des Europameisters von München 2002 wurde bekannt, dass er nach einem Trainingslager bei Kortschemni in großartiger Verfassung war. In 9,87 lief Chambers, der als große britische Olympiahoffnung für Athen 2004 nun vor einer zweijährigen Sperre und dem Verlust des WM-Silbers über 4x100 m steht, vergangenes Jahr in Paris hinter dem Weltrekord laufenden Tim Montgomery (USA/9,78) Europarekord über 100 m.

Doping-Proben von WM in Paris werden erneut untersucht

Weitere Aufklärung in die weltweite Affäre könnte schon am Donnerstag die Vernehmung von 40 Athleten vor dem Bundesgericht in San Francisco bringen. Dabei soll auch geklärt werden, in wie weit das kalifornische Unternehmen Balco, das THG in seinen Labors entwickelte, auch in eine große Steueraffäre involviert ist. Unter den Athleten, die zur Anhörung gebeten wurden, befinden sich neben den Baseball-Stars Barry Bonds und Jason Giambi auch Kelli White, Kevin Toth (beide USA) sowie zwei Weltstars: Die fünfmalige Olympiasiegerin Marion Jones und Montgomery. Prominente Athleten sollen für Dopingmittel auch hohe Geldbeträge in bar entrichtet haben, um nicht offiziell in der Laborkartei erscheinen.

Die am Dienstag vom Leichtathletik-Weltverband IAAF angekündigte Nachanalyse aller 400 Proben der WM von Paris ist inzwischen organisatorisch erleichtert worden: Alle 31 vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) akkreditierten Dopinglabors erhalten den in Los Angeles entwickelten Code zur Entschlüsselung der neuen Designer-Droge Tetrahydrogestrinone (THG) - also auch jenes in Paris. In Köln arbeitet Prof. Wilhelm Schänzer, Leiter des Instituts für Biochemie der Deutschen Sporthochschule Köln, im Auftrag der nationalen Anti-Doping-Agentur Nada bereits an der Überprüfung von 400 deutschen Analysen auf THG.

Von Gerd Holzbach, sid - Fotos: dpa


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Zuletzt geändert am 22. Oktober 2003 15:33 von sab

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