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zurückblättern  ... Klaus Toppmöller hat beim HSV viel vor

Danach hat der Klub eine Option für ein weiteres Jahr. Toppmöller war zuletzt bis zum 16. Februar 2003 für Bayer Leverkusen tätig und hatte die Rheinländer in der Saison 2001/2002 zur Vizemeisterschaft und jeweils bis ins Endspiel des DFB-Pokals und der Champions League geführt. In der darauffolgenden Spielzeit musste der frühere Nationalspieler (3 Einsätze) wegen anhaltender Erfolglosigkeit jedoch seinen Hut nehmen. Toppmöller, der Ex-Profi Werner Melzer als seinen Assistenten mit nach Hamburg bringt, wird im Heimspiel gegen Schalke 04 am kommenden Samstag erstmals auf der HSV-Bank Platz nehmen.

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Zurück im Rampenlicht: Klaus Toppmöller (li.) mit HSV-Boss Bernd Hoffmann.

Manager entschuldigt sich bei Jara

"Wir haben am Montag das Profil eines Trainers entworfen, der unsere Mannschaft zu Höchstleistungen treiben kann. Dabei sind wir ganz zwangsläufig auf Klaus Toppmöller gekommen. Nach dem ersten Gespräch waren wir ganz sicher, dass wir die Chancen, diesen Trainer verpflichten zu können, nutzen müssen", erklärte der Hamburger Sportchef Dietmar Beiersdorfer, der nach der 0:4-Pleite beim 1. FC Kaiserslautern und auch am Montag ebenso wie der Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann noch beteuert hatte, zumindest bis zum Schalke-Spiel an Jara festhalten zu wollen.

"Am Sonntag haben wir hinter diesen Worten gestanden. Danach haben sich neue Eindrücke ergeben. Es war sicher keine Meisterleistung. Aber wir haben unsere Glaubwürdigkeit im Sinne des Vereins gefährdet"", begründete Beiersdorfer, der sich bei seinem Ex-Trainer, der Mannschaft und den Medienvertreter für die Aussagen entschuldigte.

Zwei Pleiten in Folge als Gipfel der Negativserie

Jara, der von den HSV-Verantwortlichen bereits am Montag darüber informiert worden war, dass man sich nach einer Alternative für ihn umschaue, hatte den Klub am 4. Oktober 2001 übernommen und in der vergangenen Saison bis in den Uefa-Cup geführt. Mit dem Ligapokalsieg vor der laufenden Spielzeit schien der Österreicher seine Erfolgsgeschichte weiterschreiben zu können, doch nach nur vier Siegen aus den bisherigen zwölf Pflichtspielen, dem enttäuschenden 13. Tabellenplatz und dem Erstrunden-Aus im Uefa-Cup gegen den ukrainischen Vertreter Dnjepr Dnjepropetrowsk sahen sich die Hanseaten offenbar zum Handeln gezwungen.

Der Trainerwechsel dürfte aber auch ein weiteres Loch in die ohnehin klamme Vereinskasse des HSV reißen. Nachdem die vergangene Spielzeit mit einer Etat-Unterdeckung in Höhe von 14,5 Millionen Euro abgeschlossen worden war und durch das frühe Ausscheiden im internationalen Wettbewerb weitere zwei Millionen verloren gingen, fallen nun Abfindungen für Jara (Vertrag bis 2005) und seinen ebenfalls beurlaubten Trainerstab an. Toppmöller, der der 22. Chefcoach in der 41-jährigen Bundesliga-Geschichte des HSV ist, erhielt in Leverkusen zuletzt ein Jahresgehalt in Höhe von 2,5 Millionen Euro und wird sich kaum mit weniger zufrieden gegeben haben.

Suche nach neuem Torwart

"Die ersten beiden Runden im Uefa-Cup sind ohnehin ein Minus-Geschäft. Wir gehen weiter davon aus, dass wir am Saisonende ein schwarze Null schreiben", sagte HSV-Aufsichtsratsboss Udo Bandow. In Hamburg erwartet Toppmöller, der für den 1. FC Kaiserslautern von 1972 bis 1980 in 204 Bundesliga-Spielen 108 Tore erzielt hat, nun eine schwierige Aufgabe. Die Mannschaft ist angesichts der sportlichen Misserfolge verunsichert, das Anspruchsdenken im Umfeld des Vereins hoch. Stammkepper Martin Pieckenhagen fällt mit einem Kreuzbandriss rund sechs Monate aus. Zudem galt Jara im Team als beliebt.

"Ich hoffe, die Mannschaft und die Fans ziehen von Beginn an mit. Namen spielen bei mir keine Rolle. Ich stelle knallhart nach Leistung auf. Jeder bekommt eine faire Chance", erklärte Toppmöller, der seine Fühler bereits nach einem neuen Torhüter ausgestreckt hat: "Am Samstag bekommt Stefan Wächter seine Chance. Aber wir haben schon abgesprochen, dass wir vielleicht noch etwas auf Leihbasis machen werden. Ich habe schon Kontakte geknüpft."

Mannschaft übt Kritik am Vorstand

Die Spieler stehen dem Trainerwechsel mehrheitlich skeptisch gegenüber. "Das ist für Kurt Jara entwürdigend", klagte Abwehrspieler Milan Fukal den Vorstand für die Abkehr von eigenen Grundsätzen an und befürchtet sogar negative Auswirkungen auf die Motivation in der Mannschaft. Von "deprimierend" (Kapitän Nico Jan Hoogma) bis "brutal" (Martin Pieckenhagen) reichten die Beschreibungen. Auch Idol Uwe Seeler geht auf Distanz zu seinem HSV: "Diesen Schritt kann ich nicht nachvollziehen. Ich will es aber auch nicht."

Von Tom Vaagt, sid - Fotos: dpa

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Zuletzt geändert am 23. Oktober 2003 14:41 von sab

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