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Harry Potter bekommt als Sozialarbeiter Dank und Buhrufe:

Erstes Kapitel in Straßenzeitungen


Zwei Wochen vor dem Deutschlandstart des neuen Potter-Bandes soll der exklusive Vorabdruck den Blättern hohe Auflagen und damit ihren oft obdachlosen Verkäufern steigende Einnahmen bescheren.

München - Um 00.01 Uhr am Samstag wechselt Harry Potter kurzzeitig den Job und wird vom Zauberer zum Sozialarbeiter: Verkäufer von gut 20 Straßenzeitungen dürfen dann mit dem Verkauf ihrer Blätter beginnen, in denen das erste Kapitel der deutschen Übersetzung von "Harry Potter und der Orden des Phoenix" veröffentlicht ist.

Zwei Wochen vor dem Deutschlandstart des neuen Potter-Bandes soll der exklusive Vorabdruck den Blättern hohe Auflagen und damit ihren oft obdachlosen Verkäufern steigende Einnahmen bescheren. Doch nicht alle Straßenzeitungen ließen sich vom Harry-Hype anstecken. Einige fürchteten zu hohe Kosten und lehnten das Angebot schlichtweg ab.

"bodo" verdoppelt Novemberausgabe

Die ersten Verkäufer von "bodo", dem Straßenmagazin von Bochum und Dortmund, wollen bereits in der Nacht zum Samstag in den Kneipen der beiden Ruhrgebietsstädte mit dem Verkauf starten. Für die Novemberausgabe mit den Harry-Potter- Auszügen verdoppelte "bodo" die Ausgabe von sonst 10.000 Exemplaren. "Falls die 20.000 'bodos' schnell ausverkauft sind, werden wir direkt noch mal nachdrucken", sagt Tanja Walter vom Verein BODO e.V.. Den meist obdachlosen Verkäufern winkt damit gutes Geld: Sie erhalten von den 1,50 Euro Verkaufspreis pro Exemplar 60 Cent.

Willkommene Gratiswerbung

Auch für den Herausgeberverein ist die Aktion des Carlsen-Verlags, in dem die deutsche Ausgabe erscheint, nach einer Reihe von Hiobsbotschaften ein willkommener Segen. Nachdem zuletzt die Auflage gesunken war, wurden jetzt auch öffentliche Zuschüsse in Höhe von 30.000 Euro gestrichen. Der Vorabdruck, für den "bodo" sein sonst Sozialthemen vorbehaltenes Cover für das Harry-Potter-Titelbild freiräumte, sei deshalb auch eine willkommene Gratiswerbung.

Kontakte zu neuen Leserschichten erhofft

Beim Stuttgarter "Trott-war" erhoffen sich die Macher neben zusätzlichen verkauften Zeitungen - die Auflage wurde von 25.000 auf 35.000 erhöht - Kontakte zu neuen Leserschichten. Das Blatt werde vor allem von älteren, religiösen Frauen und Menschen aus höheren Bildungsschichten gekauft, berichtet "Trott-war"-Mitarbeiterin Birgit Vey. "Mit Harry Potter wünschen wir uns jetzt auch eine jüngere Leserschaft oder zumindest die Eltern der jüngeren Leser als Käufer." Wie bei "bodo" war auch die "Trott-war"-Auflage zuletzt zurückgegangen. Ähnlich erging es dem Osnabrücker "Abseits!?", der Dank des Vorabdrucks jetzt mit 9000 statt 5000 Exemplaren erscheint.

"BISS": Schlicht unrentabel

Bei Carlsen wird die einmalige Aktion ganz im Interesse von Autorin Joanne K. Rowling gesehen. Vor ihrem Erfolg, der sie reicher als die Queen machte, lebte Rowling als allein erziehende Mutter von Sozialhilfe. Allerdings stieß die Möglichkeit zum kostenlosen Abdruck nicht überall auf Applaus. So verzichtete ausgerechnet eine von Deutschlands ältesten Straßenzeitungen auf den Potter-Vorabdruck. Die vor zehn Jahren erstmals erschienene Münchner "BISS" (Bürger in sozialen Schwierigkeiten) fand die kostenlose PR schlicht unrentabel. Der Erscheinungstermin hätte vorgezogen werden müssen und damit zu Mehrausgaben in der Druckerei geführt, heißt es bei "BISS".

"Das ist wie Wurst im vegetarischen Restaurant"

Neben dem Münchner Blatt verzichten auch die Straßenzeitungen in Nürnberg, Freiburg, Karlsruhe und Regensburg auf den Vorabdruck. "Die ganze Südschiene macht nicht mit", sagt Reinhard Kellner, Vorsitzender des Bundesverbandes sozialer Straßenzeitungen. Grund seien die Kosten: Straßenzeitungen würden sich zu je einem Drittel aus Spenden, Anzeigen und Verkauf finanzieren. Die höheren Druckkosten für die zusätzlichen Seiten ließen sich deshalb nur schwer durch den Verkauf auffangen, weshalb Kellner lieber von jedem verkauften Harry Potter-Buch eine Spende von einem Cent bekommen hätte: "Damit wäre manchem mehr geholfen." Und er störe sich auch daran, dass Harry Potter letztlich nichts mit Straßenzeitungen und ihren vor allem sozialen Themen zu tun habe, sagt Kellner. "Das ist wie Wurst im vegetarischen Restaurant verkaufen."

AFP - Foto: Archiv

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... dass die ISB in den letzten 10 Jahren mehr als 130.000 Arbeitsplätze schaffen oder sichern konnte?

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Zuletzt geändert am 23. Oktober 2003 14:18 von aj

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