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Picassos Geburtsstadt erhält ein Museum:

Alter Traum des Künstlers erfüllt

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Spaniens König Juan Carlos (2.v.r.) und Königin Sofia eröffneten das Ausstellungszentrum in der südspanischen Hafenmetropole an der Costa del Sol.

Málaga - Mehr als 30 Jahre nach dem Tod von Pablo Picasso hat dessen Geburtsstadt Málaga ein Museum mit Werken des berühmten Sohnes erhalten. Spaniens König Juan Carlos eröffnete am Montag das Ausstellungszentrum in der südspanischen Hafenmetropole an der Costa del Sol.

Es ist neben den großen Picasso-Museen von Paris und Barcelona das bedeutendste. Das Museum in Málaga zeigt in seiner ständigen Sammlung 204 Picasso-Werke, deren Wert auf 176 Millionen Euro geschätzt wird. Zudem sind bis Februar in einer Sonderausstellung unter dem Titel "Der Picasso der Picassos" 87 Gemälde zu sehen, die andere Museen zur Verfügung stellten.

Ohne Hilfe der Erben nicht zu finanzieren

Die 204 Exponate der ständigen Sammlung stammen aus den privaten Kollektionen von Picassos Schwiegertochter Christine Ruiz-Picasso und deren Sohn Bernard. Die beiden Erben stifteten für das Museum 155 Picasso-Werke und stellten weitere 49 kostenlos für wenigstens zehn Jahre leihweise zur Verfügung. Sie machten damit die Gründung des Museums überhaupt erst möglich. "Mich graust die Vorstellung, dass diese Werke, die ich so verehre, nach meinem Tod in Kisten verpackt enden könnten", begründete die 75 Jahre alte Erbin die Abtretung der Werke. Ohne die Hilfe der Erben wäre die Zusammenstellung einer solchen Sammlung nicht zu finanzieren gewesen.

Mauerreste aus der Zeit der Phönizier

Das Museum ist in einem Adelspalast aus dem 16. Jahrhundert untergebracht. Es liegt im Herzen der Altstadt von Málaga, nur wenige Schritte von der Kathedrale und von jenem Haus entfernt, in dem Picasso 1881 zur Welt gekommen war. Die Regionalregierung von Andalusien ließ den Buenavista-Palast umbauen und kaufte die angrenzenden Häuser auf, um sie mit dem Palast zu einem verschachtelten Museumskomplex zu vereinen. Bei der Restaurierung des Palastes entdeckten Archäologen im Keller Mauerreste aus der Zeit der Phönizier, die in das Museum integriert wurden.

Alle Schaffensperioden vertreten

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Die 204 Exponate der ständigen Sammlung stammen aus den privaten Kollektionen von Picassos Schwiegertochter Christine Ruiz-Picasso (Foto) und deren Sohn Bernard. Die beiden Erben stifteten für das Museum 155 Picasso-Werke und stellten weitere 49 kostenlos für wenigstens zehn Jahre leihweise zur Verfügung.

Das neue Picasso-Museum zeigt nicht nur Ölgemälde und Zeichnungen, sondern auch Skulpturen und Keramiken. Dabei sind alle Schaffensperioden des Künstlers vertreten, von der so genannten "Blauen Periode" bis zur Zeit kurz vor seinem Tod. "Wer das berühmte Anti-Kriegs-Gemälde "Guernica" sehen möchte, besucht das Königin- Sofía-Museum in Madrid. Wer sich Picassos frühen Werke anschauen will, fährt nach Barcelona. Wer Picasso von seiner intimsten Seite erleben möchte, kommt zu uns nach Málaga", erklärte Museumsdirektorin Carmen Giménez, "hier gibt es Werke zu sehen, die bislang praktisch unbekannt waren."

Mit der Gründung des Museums ging ein alter Traum von Picasso in Erfüllung. Der Künstler hatte sich schon mit 23 Jahren in Paris niedergelassen und den größten Teil seines Lebens in Frankreich verbracht, aber seine spanische Heimat nie vergessen. Anfang der 50er Jahre fasste er den Beschluss, zwei mit Gemälden bepackte Lastwagen für ein Museum in seine Geburtsstadt zu schicken, die er seit seiner Jugend nicht mehr gesehen hatte. Das Vorhaben scheiterte jedoch am Einspruch des Franco-Regimes (1939-1975) in Spanien, das die Picasso-Kunst als "degeneriert" betrachtete.

Zwiespältige Gefühle zur Heimat gehegt

Zu seiner Heimat hegte Picasso zwiespältige Gefühle. Einerseits fühlte er eine starke Sehnsucht. Dies beweisen seine Liebe für die Flamenco-Musik und seine zahllosen Zeichnungen von Gitarren oder Stierkampfszenen. Andererseits verachtete er die Diktatur und die erzkonservative Macht von Kirche und Landadel. "In Frankreich kann ich frei atmen", sagte er einmal. Nach der Machtergreifung von Francisco Franco schwor er, das Land nicht mehr zu betreten, solange der Diktator am Leben war. Diesen Schwur hielt er bis zu seinem Tod 1973.

dpa - Fotos: dpa

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Zuletzt geändert am 27. Oktober 2003 15:42 von aj

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