[an error occurred while processing this directive]
IVWPixel Zählpixel

  Kino    Musik    Lifestyle    Reise    Übersicht 

Home     Kontakt     Site Map  

[?] [?]

Tränen nach dem letzten Song:

Wenn sich die Lieblingsband trennt

Anklicken zum Vergrößern
Auch sie stürzen Fans in Trauer und Hoffnung: Die Mädchenband No Angels hat für das kommende Jahr eine Pause angekündigt.

Thomi ist sich sicher: "Die No Angels werden sich für immer trennen", schreibt er auf der Internetseite der Popgruppe. Und darüber sei er sehr traurig.

Inga macht dagegen sich und den anderen Fans Mut: "2005 werden wir sie wieder haben", sagt sie in dem Online-Gästebuch. Wenn sich die Lieblingsband trennt - und sei es auch vorläufig nur auf Zeit - macht das viele Fans traurig. Die Musikstars sind zu Freunden geworden, die plötzlich aus dem Leben verschwinden. Tränen zum Abschied sind normal und können helfen. "Es ist immer schwer, wenn etwas kaputt geht, in das man viele Gefühle hineingesteckt hat", sagt Beate Friese von der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendtelefon (BAG) in Wuppertal.

Trennung kann regelrecht Liebeskummer bedeuten

Deshalb sei es normal, dass die Fans einer Gruppe bei der Trennung traurig sind. "Bei Mädchen kommt bei "Boybands" oft auch eine Schwärmerei für ein Bandmitglied dazu, oder sie sind sogar verliebt in einen der Jungen." Dann bedeute die Trennung der Band regelrecht Liebeskummer. Schließlich verschwindet der Schwarm oft zunächst in der Versenkung und ist nicht mehr im Fernsehen oder bei Konzerten zu sehen.

Meist treffe Mädchen das Ende einer Band härter: "Sie zeigen ihre Emotionen zumindest stärker, Jungen sind häufig distanzierter", sagt Klaus-Ernst Behne, Professor für Musikpsychologie an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Mit den Stars auf der Bühne gingen aber oft für Jungen und Mädchen Idole verloren, die an die Stelle von Elternhaus oder Schule getreten sind. "Jugendliche können sich durch die Musik einen eigenen Ort in der Gesellschaft erobern." Deshalb könne eine Trennung der Lieblingsgruppe fast so schlimm empfunden werden wie die Trennung der eigenen Eltern.

Platzhalter für eigene Träume oder ungelebte Möglichkeiten?

"Wenn die Traurigkeit bei einer Trennung allerdings extrem groß ist, kann man nach tieferen Gründen suchen", sagt Diplompsychologin Heike Oberlack-Nieß aus Köln. Der Star könnte zum Beispiel ein Platzhalter für eigene Träume oder ungelebte Möglichkeiten sein. "Mädchen himmeln vielleicht eine berühmte junge Frau an, weil sie besonders schön ist oder sehr gut tanzen kann." So etwas wünschten sich viele Fans auch für ihr eigenes Leben.

Auch wer sich in einen Musikstar verliebt hat, kann sich laut Friese nach den Gründen fragen: "Was genau hat einen denn so angezogen, und was davon haben vielleicht die Jungen und Mädchen in der Schule oder im Freundeskreis gerade nicht?" So können traurige Fans ihren eigenen Sehnsüchten auf die Spur kommen. Die Schwärmerei für einen Star sei manchmal allerdings auch einfach leichter als die für einen Klassenkameraden: "Den Popstar kann man zwar höchstens bei einem Konzert sehen, dafür kann er einen aber auch nicht abblitzen lassen."

Trauer mit Gleichgesinnten

Dafür bricht bei der Trennung einer Band allerdings die besondere Glamourwelt um sie herum zusammen: "Wenn sich die Mitglieder zerstreiten und nicht mehr zusammen bleiben wollen, dann sind das ganz normale Probleme, die nicht zur Traumwelt auf der Bühne passen", sagt Friese. Mit einer Trennung geht laut Professor Behne außerdem genau das verloren, was Musikgruppen für die Fans so faszinierend macht: "Eine Gruppe ist nur dann überzeugend, wenn das Klima untereinander stimmt, wenn Harmonie herrscht."

Geschockte und traurige Fans sollten laut Friese Freunde treffen, die sie verstehen und genauso empfinden: "Man kann sich ruhig mit einer Freundin zusammen ausheulen, alte Platten hören oder noch ein Poster der Band aufhängen", rät die Jugendberaterin. Die Trauer dauere einige Zeit und könne langsam ausklingen.

Beim Hobby vom Comeback träumen

In dieser Zeit könnten die Fans aber auch darüber nachdenken, was sie in der Vergangenheit wegen ihrer Treue zu der Band vernachlässigt haben. "Vielleicht gibt es andere Hobbys, für die jetzt wieder mehr Zeit ist." Und auch wenn die Lieblingsband nicht einfach austauschbar ist: Immerhin könnten sich die Jungen und Mädchen in der Musikszene nach neuen Bands umschauen, sagt Psychologin Oberlack-Nieß. "Und bei einigen bleibt ja auch die Hoffnung auf eine Solokarriere des Lieblingsstars oder eine Rückkehr der gesamten Band.".

dpa, gms - Archivfoto: dpa

[?]
Zum SeitenanfangZum Seitenanfang

 Suche in RZ-Online

 RZ

Web


 Was läuft im Kino? 

 Was läuft sonst? 


[?]

Zuletzt geändert am 29. Oktober 2003 15:08 von aj

» Artikel druckenDruckversion
» Artikel empfehlen
» Schriftgröße einstellen
» Impressum