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Fünf Tote bei weiterem Minenunglück - Elf Bergleute gerettet:

Das Wunder von Nowoschachtinsk

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Mit rußgeschwärzten Gesichtern und lächelnd kehrten die sieben Männer ans Tageslicht zurück.

Moskau - Für die bangenden Angehörigen grenzte es an ein Wunder: Nach fast sechs Tagen haben Rettungskräfte elf der 13 vermissten Bergleute im südrussischen Nowoschachtinsk lebend gefunden.

Lächelnd und rußgeschwärzt stiegen die ersten zehn Geretteten am Mittwochmorgen aus ihrem unterirdischen Gefängnis. Dem elften Bergmann ging es so schlecht, dass er zunächst unter Tage ärztlich versorgt werden sollte. Ein Kumpel konnte nur noch tot geborgen werden, nach einem 13. Bergmann wurde weiter gesucht. Bei einem neuen Bergwerksunglück in Sibirien wurden derweil fünf Kumpel durch eine Explosion getötet.

Hände zum Siegeszeichen gereckt

Die aus ihrem unterirdischen Gefängnis Geretteten trugen Decken über den Schultern und konnten ohne Hilfe laufen. Einige reckten ihre Hände zum Siegeszeichen. Die Kohlekumpel wurden unverzüglich ins Krankenhaus von Nowoschachtinsk gebracht, sagte Vizegouverneur Alexander Bedrik. Die Männer hätten die Hoffnung auf Rettung zu keinem Zeitpunkt aufgegeben, weil sie die Arbeit der Suchtrupps gehört hätten, berichtete er.

Jubelnde Angehörige

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Stunden und Tage des Wartens sind vorbei: Die gefundenen Bergleute sind nach fünf Tagen von ihren Qualen befreit.

Jubelnde Angehörige und Ärzte empfingen die Geborgenen am Eingang zur Mine. Auch zahlreiche Journalisten waren vor Ort. Dort hatten sich in den vergangenen Tagen dramatische Szenen abgespielt. Ehefrauen, Kinder und andere Verwandte warteten verzweifelt auf Nachricht von ihren verschütteten Angehörigen. Viele Menschen beteten für die Rettung, die immer unwahrscheinlicher schien. Auch wenn befürchtet wurde, dass der 13. Verschollene das Unglück nicht überlebt hat, suchten Helfer weiter nach ihm.

Gekritzelte Botschaft an der Stollenwand

Die Rettungskräfte fanden die zwölf Vermissten mit Hilfe einer an die Stollenwände gekritzelten Botschaft, wonach sich die Männer nach dem plötzlichen Wassereinbruch am vergangenen Donnerstag im Hauptstollen in Sicherheit brachten. In der Nacht war der Durchbruch zum Unglücksstollen gelungen. Noch am Vorabend waren die Hoffnungen auf eine Rettung geschwunden, weil der Tunnel wegen fehlerhafter Berechnungen falsch gebohrt worden war und wertvolle Zeit verloren ging. Bei der fieberhaften Suche nach den Verschütteten hatten die Helfer in nur vier Tagen einen rund 60 Meter langen Tunnel durch die dicke Kohle- und Steinschicht zum Unglücksschacht gebohrt, für den normalerweise ein Monat benötigt wird.

Die Männer waren seit Donnerstag verschüttet, als ein unterirdischer See in die Kohlegrube eingebrochen und eiskaltes Wasser in die Stollen geströmt war. Zu dem Zeitpunkt waren insgesamt 71 Bergarbeiter im Sapadnaja-Schacht. 25 konnten sich retten, 33 wurden am Samstag in einer dramatischen Rettungsaktion befreit.

Explosion in sibirischer Mine

In Sibirien wurden durch die Explosion in der Zentralnaja-Mine am Mittwoch fünf Bergleute getötet und fünf weitere verletzt, wie ein Sprecher des Katastrophenschutzministeriums mitteilte. In stundenlanger Arbeit bargen die Rettungskräfte 56 Bergleute, darunter die fünf Toten, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Die Verletzten wurden sofort ins Krankenhaus gebracht. Den restlichen 15 Kumpeln gelang es, selbst den Weg aus dem Bergwerk zu finden. Insgesamt waren zum Zeitpunkt des Unglücks 71 Männer unter Tage gewesen. Die Explosion erschütterte das Bergwerk in der Stadt Partisansk in der Region Primorskij im fernen Osten Russlands. Ursache war offenbar ausströmendes Methan in 750 Metern Tiefe.

Putin: Sorgfältig untersuchen

Präsident Wladimir Putin erklärte im Fernsehen, "leider" häuften sich "diese Art von Unglücken" systematisch. Dies müsse sorgfältig untersucht werden. Angesicht des Dramas von Nowoschachtinsk war in den vergangenen Tagen erneut Kritik an der mangelhaften Sicherheit in russischen Bergwerken laut geworden.

AFP - Foto: dpa

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Zuletzt geändert am 29. Oktober 2003 15:38 von sab

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