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Atemberaubende Himmelsschauspiele nach Sonnensturm:

Polarlichter faszinierten Millionen Deutsche

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Eindrucksvolles Farbschauspiel: Das Leuchten der Polarlichter - wie hier in Finnland - war bis nach Süddeutschland zu sehen.

Polarlichter haben in der Nacht zum Freitag in vielen Teilen Deutschlands wieder die Menschen erstaunt. Vielerorts war der Himmel großflächig feuerrot gefärbt. Dazu waren nach Augenzeugenberichten grüne Streifen zu sehen.

Beobachtet werden konnten die Polarlichter vor allem im Westen und Süden des Landes. Die Intensität war zum Teil so groß, dass die Sterne des Großen Wagens nicht mehr zu erkennen waren. Die Lichter entstehen, wenn Atome in den oberen Schichten der Erdatmosphäre durch von der Sonne stammende elektrisch geladene Teilchen zum Leuchten angeregt werden. In den vergangenen Tagen war es auf der Sonne mehrfach zu gewaltigen Explosionen gekommen, durch die große Menge an solchen Teilchen in den Weltraum geschleudert wurden.

"Einige glaubten, ein Atomkrieg sei ausgebrochen"

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Seltener Anblick: Nordlicht über Bayern.

Nicht allen Bürgern war der Ursprung des Phänomens bekannt. Bei der bundesweiten Ufo-Meldestelle in Mannheim stand das Telefon deshalb nicht mehr still. Der Betreiber der Meldestelle, Werner Walter, berichtete von zahlreichen verängstigten und besorgten Bürgern. Sogar ein Polizeibeamter aus dem Bodenseeraum habe sich gemeldet und um Rat gesucht. Jeder dritte Anrufer habe gesagt, der Himmel brenne. "Ich war verwundert, welche Erklärungen die Leute für die Lichter hatten: Einige glaubten, im Nachbarland sei ein Atomkrieg ausgebrochen, andere dachten, auf der Ostsee brenne ein Tanker", sagte Walter.

Hobby-Astronomen begeistert

Vor allem Hobby-Astronomen waren von den Lichterscheinungen begeistert. Viele von versuchten mit Fotoapparaten das Ereignis festzuhalten. Gute Gelegenheiten dazu gab es unter anderem in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg und in Teilen Niedersachsens. Auch aus Österreich und der Schweiz wurden Polarlichter gemeldet. In Sachsen und Brandenburg mussten die Himmelsgucker dagegen länger warten, um die Leuchterscheinungen zu sehen. Erst weit nach Mitternacht zeigten sich dort Wolkenlücken. In einigen Regionen verhinderte allerdings Nebel die Himmelsbeobachtung.

Für Menschen bleiben Sonnenstürme weiter ungefährlich

Für Menschen auf dem Erdboden bleiben die Sonnenstürme weiter ungefährlich. "Es gibt Menschen, die sich ernsthaft sorgen, aber das ist völlig unbegründet", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin, Prof. Claus Piekarski, in Köln. Das Phänomen sei für die menschliche Biologie unschädlich: "Es hat schon so machen Sonnensturm gegeben in der menschlichen Geschichte - vielleicht auch weitaus heftigere - und es hat uns nicht geschadet."

Astronauten der ISS brachten sich in Sicherheit bringe

Die Astronauten der Internationalen Raumstation ISS mussten sich allerdings vorsorglich im russischen Servicemodul vor der erhöhten solaren kosmischen Strahlung in Sicherheit bringen, dem am stärksten abgeschirmten Teil der ISS. "Und wer im Flugzeug auf der Polroute nach Amerika unterwegs war, hat schätzungsweise eine zusätzliche Strahlendosis wie bei einer Röntgenaufnahme des Brustkorbs abbekommen", berichtete Lühr.

Viele Satelliten- Instrumente vorsorglich abgeschaltet

Weder dem GFZ noch beim Europäischen Raumfahrtkontrollzentrum ESOC in Darmstadt lagen größere Schadensmeldungen vor. Viele Satelliten- Instrumente seien vorsorglich abgeschaltet worden. Dadurch hätten diese Satelliten einige Stunden keine Daten senden können, berichtete Walter Flury vom ESOC. Die Marsmissionen der Amerikaner und Europäer seien nicht beeinträchtigt.

Mit bis zu 2000 Kilometern pro Sekunde auf Erde zugerast

  • Weltraumwetterbericht der NASA
  • Der Sonnensturm war Jansen zufolge der drittstärkste seit 1976. Die Wolke elektrisch geladener Teilchen war mit einer extrem hohen Geschwindigkeit von 2000 Kilometern pro Sekunde auf die Erde zugerast und hat in einer Höhe von 70 bis 100 Kilometern über der Erde durch den Zusammenstoß mit Stickstoff- und Sauerstoffmolekülen die Polarlichter ausgelöst. Nach den Worten von Lühr legte die Teilchenwolke die Strecke von der Sonne zur Erde in nur 17 Stunden zurück und war damit die zweitschnellste jemals beobachtete.

    Gigantische Sonnenflecken mit bis zu zehnfachem Erddurchmesser

    Ursache für die Sonnenstürme sind nach Angaben der Physiker zwei gigantische Sonnenflecken mit bis zu zehnfachem Erddurchmesser. "Dort hat sich einige Energie aufgestaut", erläuterte Lühr. In den Flecken hindern starke Magnetfelder das heiße Gas der äußeren Sonnenschichten aufzusteigen. Dadurch wachse der Druck unterhalb des Flecks, bis es zu einer Eruption komme. "Mit dem Ausbruch vom Dienstag hat sich viel Energie abgebaut, aber es wird vermutlich weitere Eruptionen geben", erläuterte Lühr. Diese werden jedoch die Erde nicht mehr treffen, weil sich der Sonnenfleck mit der Sonne aus der Zielrichtung dreht und auf der Rückseite unseres Tagesgestirns verschwindet.

    ddp, dpa - Foto: dpa

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    Zuletzt geändert am 31. Oktober 2003 16:36 von aj

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