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Erneut Terroranschläge in türkischer Millionenstadt:

Blutbad in Istanbul fordert Dutzende Tote

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Wie ein Schlachtfeld: Die Gebäudefront der britischen HSBC-Bank.

Istanbul - Zum zweiten Mal innerhalb von sechs Tagen haben islamistische Terroristen in Istanbul mit Selbstmordanschlägen ein Blutbad angerichtet. Mindestens 27 Menschen wurden nach Angaben der türkischen Behörden getötet und rund 450 verletzt, als zwei Autobomben vor dem britischen Generalkonsulat und einer britischen Bank explodierten.

Unter den Todesopfern ist der britische Generalkonsul Roger Short. Deutsche Touristen waren nach Erkenntnissen des Auswärtigen Amtes nicht betroffen. Die neuen Anschläge in der türkischen Wirtschaftsmetropole riefen weltweit Entsetzen und Abscheu hervor und erschütterten die Aktienmärkte. Im Umkreis der Explosionsorte sah es aus wie auf einem Schlachtfeld.

Die Gebäudefront der britischen HSBC-Bank, wo zwölf Menschen ihr Leben verloren, wurde verwüstet. Davor lagen die Wracks völlig zerstörter Autos. In weitem Umkreis gingen in den Hochhäusern des Bankenviertels Scheiben zu Bruch. Vor dem britischen Konsulat stürzten die Eingangshalle und eine hohe Mauer, die die Wucht der Detonation abmilderte, ein. Hier wurden 14 Menschen getötet, darunter Generalkonsul Short, der das Gebäude kurz zuvor betreten hatte.

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Ein Verletzter wird vor dem Gebäude der britischen Privatbank HSBC versorgt.

El Kaida bekennt sich

Zu dem Anschlag bekannte sich, wie schon am Wochenende bei den Anschlägen auf zwei Synagogen in der Bosporus-Stadt mit ebenfalls 25 Todesopfern und rund 300 Verletzten, ein Unbekannter im Namen der türkischen Extremistenorganisation IBDA/C ("Front der Vorkämpfer für den Großen Islamischen Osten") und des Terrornetzwerks El Kaida. Die Anschläge seien eine "gemeinsame Aktion" der beiden Gruppen, sagte der anonyme Anrufer der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Die Polizei hatte erst am Mittwoch zwei türkische Islamisten als die Selbstmordattentäter vor den Synagogen identifiziert.

Gleiches Strickmuster wie bei Syngagogen-Anschlägen

Nach ersten Ermittlungen wurden die Selbstmordanschläge, wie auch bei den beiden Synagogen am Samstag, mit Autobomben verübt. Vor dem britischen Generalkonsulat mitten im europäischen Stadtteil Beyoglu sei ein grüner Lieferwagen während der Fahrt explodiert, sagte die Polizei. Im Bankenviertel Levent sei ein rotes Auto detoniert. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei dem Sprengstoff wiederum um eine hochexplosive Mischung aus den Düngemittel Ammoniumsulfat und Nitrat sowie anderen Beigaben gehandelt hat.

Der britische Außenminister Jack Straw und der Chef des Bundesnachrichtendienstes, Ernst Hanning, erklärten, die Selbstmordanschläge in Istanbul deuteten auf Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida hin. Die Attacken "tragen deutlich die Handschrift von El Kaida und ihren Verbündeten", sagte Straw in London.

Blair: "Keine Kompromisse im Kampf gegen Terrorismus"

US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Tony Blair verurteilten die Terroranschläge. "Einmal mehr zeigt der terroristische Feind sein Gesicht", sagte Bush in London, wo er sich zu einem viertägigen Staatsbesuch aufhält. "Sie (die Terroristen) hassen freie Nationen. Ihre Grausamkeit ist ein Teil ihrer Strategie. Die Terroristen wollen uns demoralisieren." Das aber werde ihnen nicht gelingen.

Blair forderte eine vehemente Fortsetzung des Kampfes gegen den Terrorismus: "Hier darf es keine Kompromisse, kein Zögern geben... Dieser Terrorismus ist die Bedrohung des 21. Jahrhunderts schlechthin." Auch Bundesaußenminister Joschka Fischer sagte: "Diesem Terror muss entschieden entgegengetreten werden." Der türkische Außenminister Abdullah Gül betonte, die Türkei werde sich dem Terrorismus nicht beugen. "Das sollte jeder wissen."

Auch die NATO, die EU, Israel, Iran und Syrien verurteilten die Anschläge. Großbritannien und Spanien warnten vor Reisen nach Istanbul. Deutsche Reiseveranstalter sahen keine nachhaltigen negativen Folgen für den Tourismus in der Türkei.

dpa - Fotos: dpa

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Zuletzt geändert am 20. November 2003 18:15 von sab

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