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FSV Mainz 05 gewinnt 1:0 in Duisburg - Neuanfang ließ Wünsche offen

Drei Punkte aus trostloser Partie

Duisburg - Der so genannte Neustart in die laufende Zweitligasaison ist dem FSV Mainz 05 perfekt gelungen. Zumindest vom Ergebnis her. Vor 10 200 Zuschauern in der Baustelle des Wedaustadions gewannen die 05er dank eines Tores des kurz vorher eingewechselten Michael Thurk mit 1:0 (0:0). Das war aber auch wirklich das einzig Positive an diesem grauen Abend im Ruhrgebiet.

Jürgen Klopp hatte angekündigt, diese Partie beim MSV Duisburg werde eine Art Saisonstart für den 05- Trainer und sein Zweitligateam, das zuletzt nicht befriedigend aufgespielt hatte. Der Coach behielt Recht. So, wie die 05er im Wedaustadion, spielt eine Mannschaft zum Saisonstart, wenn zwar eine Idee davon vorhanden ist, was die Mannschaft spielen will, wenn aber noch keinerlei Zusammenhalt und Eingespieltheit zum Vorschein kommen. Man werde wieder sehen, welchen Fußball man in Mainz spielen wolle, hatte Klopp unter anderem im Vorfeld angekündigt. Das, was die 05er gestern Abend in dieser trostlosen Zweitligapartie vorspielten, kann nicht die Vision sein, die dem Trainer und seinem Stab vorschwebt.

Bauarbeiten interessanter?

Das einzig Interessante an diesem Aufeinandertreffen zweier Aufstiegsaspiranten, titelte der Kollege von der örtlichen Boulevardpresse, sei die Fortführung der Bauarbeiten (das Stadion wird umgebaut) während des Spiels auf der Gegengerade gewesen. Von Fußball habe man wenig gesehen. So ganz ist diese Beschreibung nicht von der Hand zu weisen. Man könnte auch sagen: Das war ein extrem schlechtes Spiel zweier Mannschaften, die der neutrale Beobachter eine Etage tiefer in der Tabelle vermutet hätte.

Gewaltige Umstrukturierung

Jürgen Klopp präsentierte gestern Abend zunächst ein Team, das der Coach einer gewaltigen Umstrukturierung unterzogen hatte. Personell, aber auch taktisch. Gleich fünf Positionen hatte der 36-Jährige neu besetzt. Salopp ausgedrückt: Die ganze Routine blieb draußen, mit Michael Falkenmayer und Fabian Gerber spielten zwei Akteure, die noch nie in der Startformation gestanden hatten. Falkenmayer für Robert Nikolic, Mathias Abel für Tomas Bodog, Niclas Weiland für Michael Thurk, Sandro Schwarz für Jürgen Kramny und Gerber für Christof Babatz: fünf Änderungen - ein wenig sah es nach Abstrafung für den einen oder anderen aus.

4-2-3-1-Variante könnte einmaliger Versuch gewesen sein

Auch taktisch präsentierte Klopp etwas ganz Neues. Die 05er spielten ein 4-2-3-1-System. So, wie die Mainzer diese durchaus überlegenswerte Variante auf den Platz brachten, könnte es ein einmaliger Versuch gewesen sein. Eine Kreation, die den Pret-á-porter-Standard wahrscheinlich nicht erreicht. Die Duisburger schlugen daraus kein Kapital. Doch dies lag weniger daran, dass die 05er ihre Stärken so eingesetzt hätten, dass der Gegner nicht zum Zuge gekommen wäre, sondern daran, dass der behäbige MSV sicherlich der schlechteste Gegner war, den die Mainzer diese Saison spielen durften. Phasenweise wirkte diese Begegnung wie das Vorspiel zum eigentlichen Höhepunkt des Abends.

Dieser Höhepunkt kam alleine durch die Einwechslung von Michael Thurk. Der Stürmer kam von der Bank und verwandelte die einzige richtig gute und konsequent nach vorne gespielte Offensivszene der Mainzer zum 1:0-Sieg. Ein Kopfball von Schwarz aus kurzer Distanz war eine zweite halbwegs gefährliche 05-Aktion. Das reichte immerhin zum Sieg. Die Duisburger hatten zwar, vornehmlich in der ersten Hälfte, ein gutes halbes Dutzend gefährlicher Standardsituationen und Distanzschüsse, doch dank Dimo Wache passierte da nichts.

Klopp: "Ich fasse das als Kompliment auf"

Klopp bewertete die Partie später grundlegend anders als die Journalisten, die tobenden Zuschauer auf der Tribüne und die verschämt Freude äußernden 05-Begleiter. "Ich fasse das als Kompliment auf, wenn ich darauf angesprochen werde, dass man von uns fußballerisch etwas anderes gewohnt ist", sagte der Trainer. "Ich bin mit dem Spiel zufrieden und mit dem Ergebnis sehr glücklich." Sein Team habe kompakt gestanden, die Zweikämpfe angenommen und sei viel gelaufen. "Und dann haben wir mit einer Klasseaktion das Spiel entschieden. Wir sind hier wirklich als Mannschaft aufgetreten."

Wer gewinnt, hat immer Recht. Die Idee der Trainercrew, in zwei Wochen erarbeitet, war ja nicht schlecht, um das Mittelfeld zuzukriegen. Doch das eigene Offensivspiel funktionierte so überhaupt nicht. Abgesehen davon, dass auch die fußballerische Vorstellung, vornehmlich einiger Mittelfeldakteure, nicht sonderlich berauschend war. Wie auch immer: Schwarz und da Silva bildeten eine Art defensives, tief stehendes Mittelfeld hinter einer Dreierreihe.

Ureigene Stärken kamen nicht zur Geltung

In der Vorwärtsbewegung führte die Aufteilung meist dazu, dass in einem Fall Teinert und Gerber oft in die Ballverteilerrolle gerieten und lange Bälle für Konterstürmer (!) Auer spielten. Die Alternative: Ein einziger 05er im Mittelfeld suchte vorne in einer statischen Angriffsviererkette die Anspielstation. Folglich fielen Offensivszenen aus. In vielen Aktionen merkte man, dass die Gewohnheiten noch nicht sitzen. Und: Die ureigenen Stärken einzelner 05er kamen nicht richtig zur Geltung.

Unter dem Strich steht der dreifache Punktgewinn. Der macht es den 05-Trainern leichter, die im Ansatz gut aussehende taktische Flexibilität zu verfeinern.

Jörg Schneider


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Zuletzt geändert am 22. November 2003 11:02 von aj

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