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Popstar kehrt auf Neverland-Ranch zurück - "Zum Krieg bereit":

Streit um Michael Jackson spitzt sich zu

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Michael Jackson in Handschellen: Fans in aller Welt zeigten sich schockiert von den Ermittlungen gegen ihren "King of Pop".

Santa Barbara - Nach der spektakulären Festnahme von Michael Jackson wegen des Verdachts des Kindesmissbrauchs hat sich der Streit um den Umgang mit dem US-Popstar zugespitzt.

Sein Bruder Jermaine Jackson sagte, die Familie sei "zum Krieg bereit". Auch seine Fans stehen weiter zu Jackson, der Kaution hinterlegt hat und am Samstag auf seine Neverland Ranch in Kalifornien zurückkehren wollte. Die prominente Anwältin und Radio-Show-Moderatorin Gloria Allred forderte die Behörden dagegen auf, Jackson vorübergehend das Sorgerecht für seine drei jungen Kinder zu entziehen. Staatsanwalt Tom Sneddon hatte sich bereits gegen den Vorwurf gewehrt, gegen Jackson eine Art privaten Feldzug zu führen.

Jackson, der sich am Freitag in Las Vegas dem Blick der Öffentlichkeit entzogen hatte, wurde am Samstag auf Neverland zurückerwartet. Sein Anwalt Mark Geragos sagte der "Los Angeles Times", dass er den Popstar dort besuchen werde. Nach Angaben eines Familien-Sprechers war der Sänger am Freitag mit seinen Kindern und seiner Familie zusammen. Am 9. Januar soll Jackson in Kalifornien dem Haftrichter vorgeführt werden.

Psychotherapeutin informierte Polizei

Bereits im Juni habe eine Psychotherapeutin die Polizei in Santa Barbara über die Vorwürfe informiert, berichtete die "Los Angeles Times" am Samstag unter Berufung auf anonyme Quellen. Danach habe die Mutter des inzwischen 13-jährigen Jungen im Februar Verdacht geschöpft, als der damals 12-Jährige in einer BBC-Dokumentation von Besuchen in Jacksons Schlafzimmer erzählte.

Anwältin Gloria Allred, prominente Vorkämpferin für Familien- und Frauenrechte, forderte bei den Behörden in Santa Barbara formell eine Untersuchung über das Wohlergehen von Jacksons drei Kindern. Neben den jüngsten Missbrauchs-Anschuldigungen und früheren Vorwürfen führte sie auch den Vorfall im Berliner Hotel Adlon im November 2002 an, als der Sänger seinen jüngsten Sohn weit über eine Balkonbrüstung hielt. Ein Sprecher des Sozialamtes in Santa Barbara, nahe der Neverland Ranch des Popstars, wollte sich zu den möglichen Schritten der Behörde nicht äußern. Jackson hat zwei Söhne und eine Tochter im Alter von sechs, fünf und zwei Jahren.

Fans schockiert: "Ein Kinderfreund in Handschellen"

Fans in aller Welt zeigten sich schockiert von den Ermittlungen gegen ihren "King of Pop". "Wir unterstützen Michael hundertprozentig", sagte Patricia Brown, Vorsitzende des amerikanischen MJJ-Fanclubs am Freitag der dpa. "Es war herzzerbrechend, einen Kinderfreund in Handschellen zu sehen", meinte Brown. Für Samstagabend waren Lichterketten in Las Vegas, New York, Los Angeles und weltweit an vielen anderen Orten geplant.

Der mit Haftbefehl gesuchte Jackson hatte sich am Donnerstag der Polizei gestellt. Nach Zahlung einer Kaution von drei Millionen Dollar (2,5 Millionen Euro) kam er aber wieder auf freien Fuß. Gegen Jackson liegen nach Angaben der Staatsanwaltschaft mehrere Anschuldigungen von Belästigung vor. In jedem Punkt drohen ihm bei einer Verurteilung zwischen drei und acht Jahre Haft. Der Star bezeichnete die Vorwürfe als eine "große Lüge".

Jermaine: "Rachezug" des Staatsanwaltes

"Wir beraten mit unseren Generälen und Truppen, machen mobil und werden kämpfen", kündigte Bruder Jermaine, selbst Musiker, an. Er führte am Freitagabend in einem Interview des Nachrichtensenders ABC die Anschuldigungen gegen Jackson auf "Erpressung" durch die Familie des Jungen und auf einen "Rachezug" des Staatsanwaltes Thomas Sneddon zurück. Sneddon war bereits 1993 in den Fall eines 13-jährigen Jungen verwickelt, der Jackson sexuelle Belästigung vorwarf. Es kam aber nicht zu einem Prozess, nachdem sich der Junge und der Sänger außergerichtlich auf eine Millionenabfindung einigten.

Elizabeth Taylor, die mit Jackson eng befreundet ist und ihn in der Vergangenheit mehrfach verteidigt hat, blieb dieses Mal stumm. "Sie mag sich nicht äußern", sagte ihre Sprecherin, Sally Morrison, der "New York Times". Auch Jacksons frühere Ehefrau Lisa Marie Presley versagte ihrem Ex-Mann die Unterstützung. "Sie wird sich voraussichtlich gar nicht äußern", berichtete die Zeitung am Freitag nach einer Anfrage bei Presleys Sprecherin.

dpa - Archivfoto: dpa

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Zuletzt geändert am 22. November 2003 16:49 von aj

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