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Mo 24.11.2003

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   vom 24.11.03

Kino: Mit Russell
Crowe auf hoher See

"Pop" und "Art"
oder umgekehrt?

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Bald im Kino: Russell Crowe in "Master and Commander"

Action und Drama auf hoher See

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Wer schnell seekrank wird, sollte in diesem Film manchmal lieber die Augen schließen. Denn die Stürme im Kinoabenteuer "Master and Commander - Bis ans Ende der Welt" toben äußerst realistisch über

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die Leinwand und bei den großen Schlachten duckt man sich ängstlich in den Kinosessel.

Doch bei all dem rund 140 Millionen Dollar teuren Aufwand verliert Regisseur Peter Weir die Menschen und ihren Alltag auf hoher See vor 200 Jahren niemals aus den Augen. Im Zentrum steht Oscar-Preisträger Russell Crowe als charismatischer und machtbewusster Kapitän eines britischen Kriegsschiffes.

Regisseur wagt sich in neues Genre

Auf den ersten Blick hätte man einen solchen Film nicht erwartet von Peter Weir, der wie sein Star Crowe aus Australien stammt. Mit Werken wie "Der Club der toten Dichter", "Der einzige Zeuge", "Green Card" oder "Die Truman Show" hat er sich als Meister im Erzählen hinreißender Geschichten über Sinnfragen und Identitätsprobleme gezeigt und etliche Oscar-Nominierungen gesammelt. "Master and Commander" wagt sich oberflächlich zunächst in das ganz andere Genre der von Hollywood jüngst wiederentdeckten historischen Abenteuer.

Ein britisches Kriegsschiff, das Anfang des 19. Jahrhunderts vor der brasilianischen Küste unterwegs ist, wird von einem französischen Piratenschiff überfallen. Trotz bitterer Verluste entscheidet sich der Kapitän für die Pflicht und erfüllt seinen Auftrag: Er verfolgt den Feind rund um Kap Horn bis zu den Galapagos-Inseln. Dort kommt es zur entscheidenden, blutigen Schlacht.

Kein übliches Abenteuer- und Actionmuster

Der Film nach der gleichnamigen Romanreihe von Patrick O'Brian weicht aber ab vom üblichen Abenteuer- und Actionmuster mit der schlichten Grundformel: Gut erkennt Böse und vernichtet es. Peter Weir verlässt sich nicht auf digitale Tricks, sondern verwendet viel Zeit darauf, das Leben von Kapitän Aubrey (Crowe) und seiner Mannschaft auf dem Meer mit vielen Details sinnlich, physisch erfahrbar zu machen.

Die Enge an Bord, die harte, gefährliche Arbeit, das mitunter ekelhafte Essen, die Ängste und Leiden der Besatzung, die Konflikte an Bord - das gehört zu einem stimmigen Bild der Seefahrt dieser Epoche. Und die Helden sind vielschichtig. Russell Crowe spielt den Kapitän mit absolutem Machtanspruch als getriebene Führungspersönlichkeit mit der ihm eigenen Mischung aus purer Kraft, Energie und unterdrückten Emotionen. Ihm zur Seite steht der Schiffsarzt Maturin (Paul Bettany), ein sensibler Forscher, dem es um das Wohl der Mannschaft und naturwissenschaftliche Erkenntnis geht.

Film mit innerer Spannung und Dramatik

Der Konflikt dieser Gegenpole verleiht dem Film innere Spannung und Dramatik. Weir inszeniert die Momente der Nähe und der Konflikte zwischen den Männern (Frauen tauchen übrigens nur wenige Sekunden lang auf) als Aufeinanderprallen unterschiedlicher Lebensentwürfe. "Es scheint in der westlichen Gesellschaft das Bedürfnis zu existieren, auf einen anderen Typ von Männlichkeit zurückzuschauen", sagte er in einem Interview. "Denn letztlich ist das doch ein Thema von Filmen dieser Art: Was heißt es, ein Mann zu sein?"

Von Karin Zintz, dpa


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Zuletzt geändert am 24. November 2003 11:03 von sab

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