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Mi 03.12.2003
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Neu im Kino: "Looney Tunes" als durchgeknallte Slapstick-ShowEnte gut, alles gut
Hollywoodbosse sind bekanntlich nicht zimperlich, aber dass ein Studio einen seiner langgedienten Stars einfach so an die Luft setzt, ist schon ein dickes Ding. Daffy Duck fliegt im hohen Bogen raus, die Ente wird kaltgestellt. Und ein gewisser Bugs Bunny hat einen Heidenspaß dabei. Der schroffe Rausschmiss dient als Aufhänger für eine turbulente, permanent auf Hochtouren laufende Slapstickkomödie, die von der technisch perfekten Verbindung von Realfilm und Zeichentrickfiguren lebt. Und im "Zusammenspiel" mit Bugs Bunny und Co. müssen sich hier die "echten" Schauspieler wie Brendan Fraser oder Steve Martin schon mächtig ins Zeug legen, um nicht reichlich dumm aus der Wäsche zu schauen. Wie soll man schon glänzen gegen ein Möhren mampfendes, ewig grinsendes Langohr? Durchgeknallte Slapstick-Show Die Synthese von Animation und Realfilm ist nicht mehr ganz neu. Schon 1988 inszenierte Robert Zemeckis die hinreißende Krimi-Parodie "Falsches Spiel mit Roger Rabbit" mit Bob Hoskins als abgehalftertem Schnüffler, der in Bogart-Manier durch eine faszinierend kolorierte "Toontown" zieht - immer noch ein Meilenstein dieses Misch-Genres. 1996 folgte "Space Jam" mit Basketballstar Michael Jordan im Dribbelduell mit den wild gewordenen Cartoon-Klassikern, die eindeutig die Lufthoheit behaupteten. Mit "Looney Tunes - Back in Action" geht der bonbonbunte Wahnsinn weiter, Regisseur Joe Dante ("Gremlins") hat eine durchgeknallte Slapstick-Show in Szene gesetzt, bei der die Story natürlich der reinste Witz ist. Was zählt sind die Special Effects, und die werden einem reichlich um die Ohren gehauen. Achterbahnfahrt ohne Logik, aber mit viel Action Die Ente muss zum Auftakt mächtig Federn lassen, und heftet sich prompt an die Fersen des erfolglosen Stuntmans DJ Drake (Brendan Fraser). Dessen Vater Damian Drake (Timothy Dalton), ein berühmter Kinostar, ist von dem Bösewicht Mr. Chairman (Steve Martin) entführt worden. Der Mega-Schurke will unbedingt in den Besitz eines ominösen Diamanten kommen, mit dem er alle Menschen auf der Erde in Affen verwandeln kann. Die Jagd nach diesem Edelstein führt uns von Hollywood über Las Vegas und Paris mit einer Werbepause in der Wüste und Zwischenstation im Weltall schließlich in den Dschungel - eine filmische Achterbahnfahrt ohne Logik, aber mit viel Action. Steve Martin zieht als verrückter Verbrecher eine gigantische Show ab. Er springt wie ein Irrer in Turnschuhen und zu kurzen Hosen durch seine Kommandozentrale, ein lustig-sadistischer Pennäler-Typ, der sich nach der Weltherrschaft sehnt. Dagegen gibt der biedere Brendan Fraser eine blasse Figur ab, ebenso Jenna Elfman als Studio- Vizechefin oder Joan Cusack in der Rolle einer Monster-Mutter. Und Heather Locklear, die eine Showtänzerin spielt, hat ihren Charme gleich an der Garderobe abgegeben. Es hilft alles nicht - die eigentlichen Stars in diesem rasanten Szenario sind Bugs Bunny und Konsorten. Hinreißende Sequenz im Pariser Louvre Wie spannend die Synthese von Animation und Realfilm sein kann, verrät eine hinreißende Sequenz, die im Pariser Louvre spielt. Da spazieren die Figuren plötzlich durch die Bilder, die an der Wand hängen, und passen sich dem Stil der jeweiligen Maler an. Fünf Minuten Pop-Art. Das tumbe Schweinchen Dick sieht bei Dalì ziemlich schräg aus, Mona Lisa findet das gar nicht zum Lächeln, und bei Edvard Munchs "Der Schrei" hört der Spaß dann auf. Nebenbei lernen wir noch, wie die Pointillisten ihre Werke "hingekleckst" haben. Nach diesem schönen Intermezzo rast die Cartoon-Komödie routiniert und eher atemlos ihrem Finale entgegen - angereichert mit Versatzstücken aus "Indiana Jones", den Gruseleffekten der "Mumie"- Filme, "Star Wars"-Anleihen und einer Prise Hitchcock. Ente gut, alles gut. Johannes von der Gathen, dpa |
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Zuletzt geändert am 3. Dezember 2003 13:38 von sab |
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