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Mo 29.12.2003

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Kino: Potente lässt sich in "Blueprint" klonen
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Bald im Kino: "Geklonte" Franka Potente überzeugt in "Blueprint"

Verschärfter Mutter-Tochter-Konflikt

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Die Zukunft, in der "Blueprint" spielen soll, ist sehr nah. Nur ein paar technische Details weisen auf das Science- Fiction-Genre hin, denn das Zukünftige wird von einer einzigen Person verkörpert: Franka Potente ("Lola rennt", "Bourne Identity") spielt den ersten geklonten Menschen der Welt.

Und weil ein Klon immer das identische Abbild eines Elternteils ist, kann Potente - der einzige deutsche Filmstar, der zur Zeit auch in Hollywood erfolgreich ist - gleich in einer fulminanten Doppelrolle als Tochter und Mutter zugleich bewundert werden.

Qualvolle Konflikte

Regisseur Rolf Schübel ("Gloomy Sunday") lässt die wissenschaftlichen Aspekte des gentechnischen Verfahrens außen vor und konzentriert sich in seinem phasenweise etwas behäbigen Film ganz auf die schwierige Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Eine Perspektive, die Franka Potente sehr entgegen kam. "Das Geklont-Sein als solches, das kann man ja gar nicht spielen", sagt die 29-Jährige über ihren schwierigen Part. "Und eigentlich handelt der Film von einem verschärften Mutter-Tochter-Konflikt, da konnte ich mehr mit anfangen."

Die berühmte und extravagante Konzertpianistin Iris Sellin lässt sich in "Blueprint" klonen, weil sie unheilbar krank ist, ihr Talent aber nicht mit ihr sterben soll. Töchterchen Siri, ihre genetische Blaupause, wächst zunächst brav und glücklich heran und zeigt am Klavier die erwartete Begabung. Als sie aber als 13-Jährige überraschend erfährt, dass sie eigentlich nur geboren wurde, um die künstlerische Eitelkeit ihrer Mutter zu befriedigen, kommt es zu qualvollen Konflikten zwischen Iris und Siri.

Story wendet sich eher an jugendliches Publikum

Schließlich wandert die Tochter nach Kanada aus. Sie fühlt sich als Monster, als Außenseiterin, ungeliebt und benutzt. Doch die Flucht in Einsamkeit und grandiose Natur können ihre Verletzungen nicht heilen - da muss sie schon noch einmal zu ihrer im Sterben liegenden Mutter zurück.

Man merkt dem Film an, dass die gleichnamige Romanvorlage von Charlotte Kerr ein Jugendbuch ist. Die Story wendet sich an ein junges Publikum und verbindet ganz normale pubertäre Gefühle mit dem Klonen als übergeordnetem moralischem Problem. Doch obwohl Franka Potente sich mit ihrem ganzen Potenzial in den Generationenkonflikt wirft und die Ablösung der Tochter von den Erwartungen und Werten der zickigen Mutter glaubwürdig macht, holpert der Film hölzern daher und wird die Kids kaum erreichen können. Für Erwachsene hingegen ist das große Reizthema Gentechnik zu sehr auf das Private verkleinert, um die Erwartungen zu erfüllen. Dennoch: Von der Bundesprüfstelle erhielt die Produktion das Prädikat "besonders wertvoll".

Karin Zintz, dpa


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Zuletzt geändert am 29. Dezember 2003 12:04 von sab

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