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zurückblättern  ... Keine Spur von der YAK 52

Die bullige weiße Maschine mit Pilot und Co-Pilot an Bord blieb bis gestern zum späten Abend spurlos verschwunden, obwohl fast 100 Polizisten mit Spürhunden und drei Hubschrauber ein großes Gebiet absuchten, Zeugenhinweise brachten kein Ergebnis. Das russische Modell kann mit einer Tankfüllung höchstens 500 Kilometer oder etwa drei Stunden weit fliegen.

Letzter Funkkontakt kurz nach dem Start

Rückblick: Um 11.50 Uhr hebt der Flieger vorgestern in Winningen ab. Der 45-jährige Pilot aus dem Raum Diez und sein 41-jähriger Begleiter aus Winningen melden den Start bei der Flugleitung - der letzte Funkkontakt. Schon wenig später bricht die Radar-Erfassung ab. Der Flughafen Frankfurt meldet ein Signal in der Nähe von Diez, das vom Sportflugzeug stammen könnte. Hubschrauber suchen nach der YAK 52 - ohne Erfolg.

  • Die YAK 52, die am Mittwochvormittag auf dem Flugplatz in Winningen abgehoben hatte und gestern bis zum späten Abend trotz intensiver Suche durch die Polizei verschwunden blieb, ist nach RZ-Informationen im Jahr 1985 gebaut worden. Das 360 PS starke russische Sportflugzeug war erst Mitte Dezember des vergangenen Jahres nach einer Generalüberholung in Litauen mit neuem Motor wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Das Flugzeug muss zu diesem Zeitpunkt in einem einwandfreien Zustand gewesen sein. Voll getankt kann das Standardmodell der YAK 52 maximal 500 Kilometer weit fliegen. Der Tank fasst 120 Liter, der Verbrauch liegt zwischen 45 und 80 Liter in der Stunde. Pilot und Co-Pilot sitzen in dem einmotorigen Flugzeug hintereinander.
  • Gestern wird die fieberhafte Suche intensiviert, zeitweise fast 100 Polizisten unterstützen vom Boden aus die Hubschrauber. Von der Maschine fehlt jedoch weiter jede Spur. "Nach einer so langen Suche liegt die Vermutung nahe, dass das Flugzeug abgestürzt ist", erklärt Ludger Terbrüggen, Pressesprecher der SAR- Leitstelle in Münster, die die Suche nach der Maschine koordiniert. Mit Einbruch der Dunkelheit brechen die Einsatzkräfte die Suche ab. Heute soll sie fortgesetzt werden. Ein weiterer Polizeieinsatz am Boden sei allerdings nicht vorgesehen, so Polizei-Pressesprecher Ralf Schomisch. Zumindest, so lange es keine genauen Informationen über den möglichen Absturzort gibt.

    Bruder des Fliegers: "Kein Piloten-Fehler"

  • Hinweise an die Koblenzer Polizei: Telefon 0261/1030.
  • Nach RZ-Informationen ist das Flugzeug im Besitz des Piloten, der seine Flugprüfung vor einigen Jahren beim 41- jährigen Co-Piloten absolviert hatte. Während der Pilot offenbar über relativ wenig Erfahrung am Steuer eines Sportflugzeuges verfügt, ist der Co-Pilot, der 41-Jährige aus Winningen, ein erfahrener Flieger mit mehr als 6000 Flugstunden. "Seit seinem 18. Lebensjahr hat er den Pilotenschein. Fliegen ist absolut sein Leben. Er war sogar viele Jahre Fluglehrer, zuletzt hatte er sich aus gesundheitlichen Gründen zurückgezogen", sagt gestern der Bruder des Mannes.

    Er ist selbst Pilot und hat aus der Luft ebenfalls nach der Maschine gesucht. Die Hoffnung will er nicht aufgeben: "Es kann ja auch sein, dass die beiden nur eine Tour machen, doch dann wären sie ja vermutlich gesehen worden."

    Einen Piloten-Fehler schließt er aus: "Mein Bruder ist ein sehr gewissenhafter Flieger, der im Notfall hätte eingreifen können." Doch möglicherweise habe es einen technischen Defekt gegeben, obwohl die Maschine kürzlich erst komplett überholt worden sei, berichtet er.

    Wie kann ein Flugzeug einfach verschwinden?

    Gelandet ist die YAK 52 jedenfalls nicht auf einem Flugplatz in der Nähe. Das kann Hannelore Kaindel, Beauftragte für Luftaufsicht im Tower des Winninger Flugplatzes, ausschließen: "Wir haben bei allen Flugplätzen nachgehört. Eine Landung einer YAK 52 wurde nirgends registriert."

    Wie kann also ein Flugzeug einfach verschwinden? "Es gibt normale Fälle, bei denen ein Flugzeug unmittelbar nach dem Absturz aufgefunden wird. Es gibt aber auch kompliziertere Fälle", sagt Frank Stahlkopf, Mitarbeiter in der Bundesstelle für Flug- Unfall-Untersuchungen (BFU) in Braunschweig. Wenn die Geländeverhältnisse ungünstig sind, etwa in dichten Waldgebieten, könne auch mehr Zeit verstreichen, bis die Absturzstelle entdeckt werde: "Es gibt immer wieder Suchfälle, die länger als 24 Stunden dauern."

    Sebastian Eiden


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    Zuletzt geändert am 16. Januar 2004 08:35 von to

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