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Donnerstag, 22. Januar 04

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Hand­ball-Zweit­ligist HSG Römer­wall setzt im Abstiegs­kampf auf Moti­vati­ons­schub durch den neuen, alten Trainer Bernd Käsch

Warum Oleg Gagin gehen muss­te

Oleg Gagin ist nicht mehr Chef­coach der HSG Römer­wall/Bad Hön­nin­gen/Rhein­brohl. Bernd Käsch ist es wieder. Mit diesem Tausch auf der Trai­ner-Bank rea­giert der abstiegs­gefähr­dete Hand­ball- Zweit­ligist auf die Tal­fahrt der ver­gan­genen Wochen.

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So sieht's wohl dem­nächst bei der HSG Römer­wall aus - nur das im Hin­ter­grund nicht mehr Oleg Gagin stehen wird. Aber Bernd Käsch (Zwei­ter von rechts) ist wieder mit­ten­drin statt "nur" als Tor­wart-Trai­ner dabei.

"Wir haben mit Oleg Gagin noch einen Zwei-Jah­res-Ver­trag und den werden wir von unserer Seite aus auf jeden Fall erfül­len." Diese Worte vom 20. Dezem­ber 2003 im Inter­view mit der Rhein-Zei­tung haben den Vor­sit­zen­den der HSG Römer­wall/Bad Hön­nin­gen/Rhein­brohl, Dieter Sie­burg, gut einen Monat später bereits ein­geholt. Denn Oleg Gagin ist nicht mehr für die Geschi­cke beim Hand­ball-Zweit­ligis­ten zustän­dig. Die HSG beur­laubte den Ex-Welt­hand­bal­ler in dieser Woche. Schon am Sonntag (17 Uhr) beim EHV Aue wird Römer­walls Ex-Coach Bernd Käsch als Chef­trai­ner fun­gie­ren.

"Wir mussten einfach etwas tun"

"Wir mussten einfach etwas tun, um neue Moti­vation rein­zubrin­gen", erklärt Sie­burg, "weil wir als Vor­stand gesehen haben, dass die Mann­schaft und Oleg nicht mehr so richtig har­monie­ren." Beson­ders die jüngste Nie­der­lage gegen Obern­burg habe, so Sie­burg, viele in der und um die HSG herum ver­ärgert. Lei­den­schafts­los war der Auf­stei­ger da auf­getre­ten, von Abstiegs­kampf war beim Tabel­len­vor­letz­ten nichts zu spüren. Ergo griffen 15 Spiel­tage vor Schluss die Mecha­nis­men des Geschäfts: Das schwächste Glied in der Kette wurde aus­getauscht und den Spie­lern das Alibi für etwaige schwa­che Leis­tun­gen genom­men. "Jeder ein­zelne ist jetzt mehr in der Pflicht", weiß Kapitän Olaf Zehe. Und gibt Sieburg in gewis­ser Weise Recht: "Dass Oleg Gagin ver­ein­zelt Spieler nicht mehr so erreicht hat, kann man schon so stehen las­sen." Aber der 37-jäh­rige Ex- Profi des THW Kiel belässt es damit auch beim Rück­blick: "Ab einer gewis­sen Liga zählen keine Ein­zel­schick­sale mehr. Wir müssen jetzt nach vorne schauen und jeder Spieler ist gewillt, nicht mehr so einen Mist wie gegen Obern­burg abzu­lie­fern." Dass das Team even­tuell die Ablö­sung Gagins betrie­ben habe, ver­neint Zehe: "Wir haben nicht gesagt: Der Trainer muss weg." Sieburg bestätigt das.

Ex­tre­mes Ver­let­zungspech

Aber - weg ist der Trainer den­noch. Und das nach fast genau zwei Jahren Amts­zeit am Römer­wall. "Ich hoffe, die Ent­schei­dung hilft der Mann­schaft", sagt Gagin und er will es nicht iro­nisch ver­stan­den wissen, wenn er for­muliert: "Jeder Spieler der HSG bleibt mir in guter Erin­nerung." Schmut­zige Wäsche waschen ist nicht sein Ding, aber die ganze Schuld für die der­zei­tige Misere lädt er dann doch nicht auf seine breiten Schul­tern. "Wir haben uns gemein­sam in diese Situa­tion rein­gebracht." Vor­stand, Trainer und nicht zuletzt die Spie­ler, meint er mit "wir". Über die Gründe, warum der Erfolg aus­blieb, hat er sich nicht selten das Gehirn zer­mar­tert. Zu dem Vor­wurf, er habe einige Akteure nicht mehr erreicht, wollte sich Gagin nicht äußern. Er nennt andere Ursa­chen, die zu den momen­tan 8:30 Punkten führ­ten. "Zum Bei­spiel fehlte uns die mentale Stärke, in Extrem­situa­tio­nen Sta­bilität zu zeigen: Nur Uli Adams und Olaf Zehe haben das geschafft."

Suche nach Kom­pro­miss in Sachen Abfin­dung

Hinzu kam das Ver­let­zungspech. "Das war schon extrem: Hein, Baethge, Stüb­ben, Stro­pus, Kühn, Lange und jetzt Gras." Trai­niert hätte Gagin auch gerne mehr, einen erfah­renen Führungs­spie­ler für den Rück­raum gerne gehabt - aber das ließen/las­sen die Finan­zen der HSG nicht zu. "Unter fünf Mal Trai­ning braucht man eigent­lich in der zweiten Liga nicht anzu­fan­gen", pflich­tet Zehe seinem Ex-Coach bei, aber nicht ohne nach­zuschie­ben: "Das ist eben nicht zu rea­lisie­ren."

Blei­ben wir beim Rea­lisie­ren. Sieburg ver­sucht derzeit mit Karl Glomb, dem DHB-li­zen­zier­ten Berater Gagins, die Moda­litäten der Tren­nung zu klären. Denn Gagins Arbeit­spa­pier läuft noch bis zum 30. Juni 2005. "Olegs Berater hat einen Vor­schlag gemacht, wir haben einen gemacht." Und? "Jetzt müssen wir einen ver­nünf­tigen Kom­pro­miss fin­den", hofft Sieburg auf eine zufrie­den­stel­lende Lösung. Denn eines bekräf­tigt auch er: "Es tut mir schon weh, und Oleg ist nicht allein Schuld an der Sache. Aber wir mussten han­deln. Auch im Bewus­stein, dass das nicht auto­matisch die Rettung bedeu­tet."

Mirko Bernd, Rhein-Zeitung

http://rhein-zeitung.de/on/04/01/22/sport/r/gagin.html
Freitag, 23. Januar 2004, 11:44 © RZ-Online GmbH (sab)
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