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Dienstag, 11. Juni 13

Renault-TeamchefHamburg - Flavio Bria­tore hat den Zustand der Formel 1 kri­tisiert und eine dras­tische Kos­ten­redu­zie­rung gefor­dert. „Wir sind zu weit gegan­gen, alle haben viel zu viel Geld aus­gege­ben”…

Schumacher-Nachfolger?London - Fer­raris Tech­nischer Direk­tor Ross Brawn hat Sai­sonauf­stei­ger Jenson Button für die Nach­folge des sechs­mali­gen For­mel-1-Welt­meis­ters Michael Schu­macher ins Gespräch gebracht.

Imola - Nach Michael Schu­machers vierter Solo­num­mer der Saison in Serie droht die Formel 1 in Lan­geweile zu erstar­ren. Doch da ist ja noch Juan Pablo Mon­toya.

Schumachers Solonummer und Montoyas Attacke

Imola - Nach Michael Schu­machers vierter Solo­num­mer der Saison in Serie droht die Formel 1 in Lan­geweile zu erstar­ren. Doch da ist ja noch Juan Pablo Mon­toya.

Teamwork

Michael Schu­macher fährt nach dem Sieg an seinen jubeln­den Mecha­nikern vorbei.

Der Große Preis von San Marino war durch die Spa­zier­fahrt des wohl bald sie­ben­mali­gen Welt­meis­ters schon längst ent­schie­den, da spuckte der Kolum­bia­ner immer noch Gift und Galle. „Man muss schon blind oder blöd sein, um mich nicht zu sehen”, atta­ckierte der bis aufs Blut gereizte Montoya seinen über­mäch­tigen Kon­kur­ren­ten aus Kerpen wegen dessen angeb­lich bru­taler Behin­derung nach dem Start. „Er hat mir schon einmal meine Titelchance kaputt gemacht.”

Schumacher nahm die Angriffe gelassen. „Jeder ist anders. Und jeder sollte die Frei­heit haben, seine Emo­tio­nen zu zeigen wie er will”, schrieb er auf seiner Home­page (www.michael- schu­macher.­de). „Ich habe da kein Problem damit.”

Schon unmit­tel­bar nach dem Rennen hatte er die Wut­aus­brüche seines wegen der erneu­ten sport­lichen Deklas­sie­rung zusätz­lich gereiz­ten Wider­sachers gekon­tert. „Du beschwerst dich doch immer”, wies er Mon­toyas Anklage zurück. „Das sind einfach Zwei­kämpfe. Das gehört zum Busi­ness, das macht es inter­essant.” Auf diese Weise recht­fer­tigte der Rhein­län­der seine rus­tika­len Reak­tio­nen auf die wie­der­holte Ver­suche des Wil­liams-BMW-Pilo­ten, ihn in der ersten Runde zu über­holen. Im Recht sah sich der Fer­rari-Star auch des­halb, weil Renn­lei­ter Charlie Whiting die erbit­ter­ten Rad-an-Rad-Duelle der beiden Rivalen als regel­kon­form ein­gestuft und auf Sank­tio­nen ver­zich­tet hatte.

Damit bestätigten sich Montoyas Ver­mutung, dass Schu­macher „mal wieder unge­straft davon kommen” dürfte. Später brach er aus lauter Frust sogar die obli­gato­rische Fern­seh-Fra­gerunde im Freien nach wenigen Minuten ab und stapfte wut­ent­brannt zu seinem Motor­home. „Juan Pablo rea­giert sehr emo­tio­nal, beson­ders unter der Anspan­nung eines Ren­nens”, bat BMW-Motor­sport­direk­tor Mario Theis­sen um Nach­sicht für den Hitz­kopf.

„Es gibt nur eine Mög­lich­keit, Schumi zu schla­gen. Man muss ihn von der Piste drän­gen. Und ehrlich gesagt: genau das hat Montoya nach dem Start ver­sucht”, schob das sonst eher Schu­macher-kri­tische ita­lie­nische Fach­blatt „Gaz­zetta dello Sport” dem Kolum­bia­ner die allei­nige Schuld in die Schuhe. Dabei war der sich mit allen Mitteln weh­rende Deut­sche in diesen packen­den Zwei­kämp­fen min­des­tens ebenso sehr Täter wie Opfer.

Nur noch bedauernswerte Opfer der Schu­macher-Scu­deria-Domi­nanz sind die chan­cen­losen Kon­kur­ren­ten. „Fer­rari liegt sehr weit vor den anderen und ist derzeit nicht zu schla­gen”, sagte der Über­raschungs­zweite Jenson Button. Montoya schäumte: „Wir sind mei­len­weit davon ent­fernt, schnell zu sein.” Wil­liams-BMW werde wieder Licht am Ende des Tunnels sehen, „ent­weder dieses oder nächs­tes Jahr oder irgend­wann”.

Theis­sen hofft auf eine Wie­der­holung des Vor­jah­res, als die zunächst abge­schla­genen Weiß-Blauen zur Sai­son­mitte die Wende schaff­ten und noch ins WM-Ren­nen ein­grei­fen konn­ten. „Ich habe den Kampf um Platz eins noch nicht abge­schrie­ben”, sagte der BMW-Mann. „Ob und wie schnell wir an Ferrari ran­kom­men, ist aber Spe­kula­tion.”

Der souveräne WM-Spitzenreiter Schu­macher macht indes seinen Kon­kur­ren­ten Hoff­nung für den nächs­ten Grand Prix. „In Bar­celona werden die Karten neu gemischt. Ich gehe davon aus, dass das eine ganz heiße Nummer wird. Wir können da sogar einen Sieger namens Jenson Button sehen”, traut der vier­malige Sai­son­sie­ger dem Briten wegen der starken Vor­stel­lung des BAR-Honda-Teams bei den Test­fahr­ten in Spanien den ersten Grand-Prix-Erfolg zu.

Hinter diesen auf­mun­tern­den Aus­sagen scheint aber eher Trost als Über­zeu­gung zu ste­cken. So wie Schu­macher bislang im Schon­gang gesiegt hat, steuert er im Sau­seschritt seinen siebten WM-Titel an. „Das Genie ist nicht mehr auf­zuhal­ten”, urteilte der „Cor­riere della Sera”. Und laut „Gaz­zet­ta” ist „Schumi unschlag­bar”.

dpa

http://rhein-zeitung.de/a/sportformel1/t/rzo50673.html
Montag, 26. April 2004, 16:40 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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