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Sonntag, 2. Mai 04
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Völler gegen Rauswurf von Rumänien-Versagern München - Nach dem 1:5-Debakel in Rumänien sieht sich Rudi Völler zunehmenden Forderungen nach personellen Konsequenzen für die Europameisterschaft ausgesetzt.
Bayern-Manager Uli Hoeneß plädierte für eine Nominierung der Jungstars Lukas Podolski (18) und Bastian Schweinsteiger (19). Teamchef sperrt sich jedoch gegen einen vorschnellen Rauswurf einiger Versager von Bukarest und einer noch radikaleren Verjüngung des EM-Teams. „Dass man Schlüsse zieht aus so einem Spiel, ist klar. Aber jetzt zu sagen, der oder der ist absolut durch das Sieb gefallen und nicht mehr dabei, wäre zum jetzigen Zeitpunkt der falsche Weg”, sagte Völler bei einer kurzfristig von ihm angetretenen Medienoffensive im ZDF und dem Deutschen Sportfernsehen. Deutlich wurde der 44-Jährige allerdings in eigener Sache. Seine Zukunft als Teamchef macht er vom Auftreten des Vize-Weltmeisters in Portugal abhängig. Eine Wiederholung des EM-Debakels von 2000, das vor vier Jahren zur Ablösung von Erich Ribbeck und seiner Nachfolge geführt hatte, dürfte ihn zu einem Rücktritt bewegen. „Es kommt auf die Art und Weise an. In den Niederlanden und Belgien war das damals nicht in Ordnung”, bestätigte Völler. Er blickt aber weiterhin optimistisch nach vorne: „Ich bin fest überzeugt, dass wir eine gute EM spielen.” 30 bis 32 Spieler gehören nach Angaben des Teamchefs zum Kreis jener Akteure, aus denen er am 24. Mai seinen 23-köpfigen EM-Kader berufen wird. Realistische Chancen auf ein Last-Minute-Ticket nach Portugal dürfen sich aber wohl nur Podolski und Schweinsteiger sowie mit Abstrichen der Bochumer Abwehrspieler Frank Fahrenhorst machen. Völler-Intimus Reiner Calmund ist sich „ziemlich sicher”, dass der Teamchef Podolski und Schweinsteiger mitnimmt. Auch Hoeneß machte sich öffentlich für den Kölner Stürmer und den Münchner Mittelfeldspieler stark: „Ich würde sicherlich beide mitnehmen, aber ich würde sie beide nicht von Anfang an spielen lassen.” Völler konnte sich als Augenzeuge des Bayern-Sieges in Köln einmal mehr vom Talent der beiden Torschützen überzeugen. „Die bauen jetzt schon Druck auf”, räumte der Teamchef ein. Er äußerte aber auch Bedenken: „Man vergisst immer, dass wir schon ganz, ganz viele junge Spieler in der Nationalmannschaft haben, wie Kuranyi, Hinkel, Lahm. Es muss eine gesunde Mischung sein. Wir werden auch viele ältere Spieler dabei haben, die in der Nationalmannschaft, Bundesliga und Champions League ihren Mann schon gestanden haben.” Neben Vize-Weltmeister Oliver Neuville könnte zuvorderst der Berliner Fredi Bobic zum Podolski-Opfer werden, von dem Völler in Bukarest enttäuscht war. Allerdings erinnerte der Teamchef daran, dass Bobic mit vier Treffern neben Michael Ballack Top-Torschütze in der EM-Qualifikation war. „Durch seine Erfahrung und Art kann Fredi immer etwas bewegen. Ihn kann man reinwerfen”, sagte Völler. Seinen bislang favorisierten EM-Kandidaten will er darum in den drei Wochen bis zur Nominierung seines 23-Mann-Kaders am 24. Mai eine letzte Chance zur Bewährung geben. „Alle müssen sich steigern”, forderte Völler. Zudem könnten Verletzungen ein Umdenken erzwingen. Der Dortmunder Torsten Frings zog sich einen Bänderriss im linken Schultereckgelenk zu, der Stammspieler fällt aber nach Angaben seines Vereins maximal für ein Spiel aus. Völler übernahm nochmals die Hauptverantwortung für die Blamage in Rumänien. „Ich habe die Vorzeichen im Vorfeld nicht so erkannt. Ich bin mit zu wenig Spielern nach Bukarest gereist”, räumte er ein. So habe er beispielsweise mit Rücksicht auf das in Russland spielende „Team 2006” darauf verzichtet, Fahrenhorst mitzunehmen und in der Abwehr zu testen: „Das bereue ich im Nachhinein.” Den eingesetzten Spielern gab er jedoch die Hauptschuld an dem schlimmsten Länderspiel während seiner Amtszeit: „Ich nehme den Spielern übel, dass die Einstellung nicht da war. Das kann man sich nicht bieten lassen. Einige haben mich enttäuscht.” dpa
http://rhein-zeitung.de/a/sport/t/rzo52314.html |
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