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Dienstag, 11. Juni 13
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Richard Viren­que auf dem Weg zum siebten Berg­tri­kot

"Kö­nig" der Berge und Lieb­ling der Fans

Figeac - Nach seinem Triumph war Richard Viren­que nur noch zum Heulen zumute. Dem sonst so red­seli­gen Fran­zosen ver­sagte die Stimme, Tränen ergos­sen sich über sein von Straßen­staub beschmutz­tes Gesicht.

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In Frank­reich fast so populär wie Zine­dine Zidane: Richard Viren­que.

"Ich habe mich so inten­siv auf diese Tour de France vor­berei­tet, dass ich nicht einmal zur Beer­digung meiner ver­stor­benen Großmut­ter gehen konnte. Ich bedaure das sehr. Deshalb möchte ich ihr den Sieg wid­men", berich­tete der 34-Jäh­rige schluch­zen­d.

Do­ping-Geständ­nis als schwar­zer Fleck

Als er wenig später von seinen Fans jubelnd emp­fan­gen wurde, konnte Viren­que schon wieder lachen, rea­gierte auf die "Richard, Richard"-Rufe mit freund­lichem Winken. Es schien, als wäre seine Popu­larität wieder ein Stück gewach­sen - einer­seits durch seinen bra­vourö­sen Ritt zum Etap­pen­sieg im Zen­tral­mas­siv, ander­seits wohl auch ein wenig durch den Gefühls­aus­bruch im Anschluss.

Manch einer mochte sich an einen anderen emo­tio­nalen Auf­tritt Viren­ques vor einigen Jahren erin­nert fühlen. Damals gab der Radstar trä­nen­reich zu, bei der Tour 1998 gedopt gewesen zu sein. Nachdem er dies lange Zeit bestrit­ten hatte, bekannte er sich an jenem Tag endlich zu seiner tra­gen­den Rolle in der Fes­tina-Affäre, die zum Aus­schluss des gesam­ten Teams um den Kapitän Viren­que geführt hat­te.

Medien sind voller Begeis­terung

Seine Anhän­ger haben ihm diesen Fehl­tritt längst ver­zie­hen. Unzäh­lige Plakate an der Tour-Stre­cke zeugen von der unge­bro­che­nen Beliebt­heit des Zweiten der Frank­reich-Rund­fahrt von 1997 hinter Jan Ull­rich. Auch die Medien sind voller Bewun­derung: "Großar­tiger Viren­que", "Vi­ren­que wieder oben­auf" und "Tri­umph­fahrt ins Berg­tri­kot", schrieb Frank­reichs Presse am Tag nach seiner 204 km langen und schließ­lich erfolg­rei­chen Flucht durchs Zen­tral­mas­siv auf der zehnten Etap­pe.

Der Pub­likums­lieb­ling weiß sich aller­dings auch auf den Punkt genau wirksam in Szene zu setzen. Es war ein Sieg nach Maß am franzö­sischen Natio­nal­fei­ertag. "Mir war es wich­tig, gleich zu Beginn der Berge zu zeigen, dass ich noch da bin", bekannte er.

"Ich muss immer größere Opfer brin­gen"

Ein ähn­liches Zeichen hatte er in den letzten Jahren schon dreimal gesetzt: 2000 und 2002 am Anfang der Alpen in Morzine und 2002 am legen­dären Mont Ven­toux. Der Erfolg in St. Flour war sein ins­gesamt siebter Etap­pen­sieg seit 1994. "Damit habe ich eines meiner beiden Ziele für diese Tour erreicht. Das andere ist, zum siebten Mal das Berg­tri­kot zu gewin­nen."

Noch liegt er mit sechs Siegen des "Mail­lot a Pois" gleich­auf mit den Berg-Köni­gen Fede­rico Baha­mon­tes (Spa­nien) und Lucien van Impe (Bel­gien). Als allei­niger Rekord­hal­ter wäre ihm ein Platz in der Tour-Geschichte sicher. "Ich fühle mich stark genug, aber ich merke auch, dass ich in meinem Alter immer größere Opfer bringen muss", sagt er nach 14 Jahren im Profi-Rad­spor­t.

Mit 34 denkt er über sein Kar­rie­reende nach: "Vi­elleicht werde ich nach dieser Saison auf­hören, aber das will ich erst nach den Bergen ent­schei­den." Viel­leicht aber ist das wieder auch nur etwas Show. Denn noch genießt er den Jubel seiner Fans in vollen Zügen.

sid


http://rhein-zeitung.de/a/sport/r/virenque.html
Donnerstag, 15. Juli 2004, 14:24 © RZ-Online (sab)
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