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Archiviert am
Montag, 23. August 04 |
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100-m-Olympiasieger nach Dopingsperre geläutertert Gatlin: "Ich bin ein sauberer Champion" Athen - Die Nachfragen in Sachen Doping musste sich der 100-m-Olympiasieger gefallen lassen. "Ich bin ein wahrhaft sauberer Champion", antwortete Justin Gatlin, der 2001 nach einem positiven Test auf Amphetamin bereits einmal für ein Jahr gesperrt war und sich nach seinem Triumph von Athen als geläuterter Athlet präsentierte. Am Morgen danach setzte dann sein Trainer ein zusätzliches Zeichen: Trevor Graham outete sich als der bislang unbekannte Coach, der im Juni vergangenen Jahres eine Spritze des Designer-Steroids THG an die Anti-Doping-Agentur der USA (Usada) geschickt und damit die Untersuchungen gegen das kalifornische Dopinglabor Balco ins Rollen gebracht hatte. In Athen das Rennen seines Lebens gelaufen "Für mich als Trainer schien die richtige Zeit gekommen. Ich würde es wieder tun", sagte Graham, der bis Dezember 2002 auch Superstar Marion Jones betreut hatte. Er schickte die Probe der von Balco entwickelten Substanz anonym an die Usada und gab sich lediglich als "gut bekannter Leichtathletik-Trainer" aus, der eine wirkungsvolle neue Designerdroge erhalten habe, die von einigen führenden Athleten verwendet werde. Der britische Europameister Dwain Chambers war der prominenteste Athlet, der überführt und für zwei Jahre gesperrt wurde. Grahams Musterschüler Justin Gatlin lief in Athen das Rennen seines Lebens, das er nach 9,85 Sekunden mit Minimalabständen vor dem in Nigeria geborenen Portugiesen Francis Obikwelu (9, 86/Europarekord) und Sydney-Olympiasieger Maurice Greene (9,87) beendete. Bislang galt der 83 Kilo schwere 1,85-m-Mann als Meister im Warten - mit Ausnahme seines Sieges bei der Hallen-WM 2003 verschlief er meist den Start. "Diesmal hat er alles richtig gemacht", lobte Donovan Bailey, Kanadas Olympiasieger von 1996: "Er ist schnell und ein guter Promoter für den Sport." Greene: "Ich bin noch nicht am Ende" Letzteres konnte man von Maurice Greene nicht immer sagen. Das zur Grimasse verzogene Gesicht des 30-Jährigen wird immer in Erinnerung bleiben, wenn der dreimalige Weltmeister eines Tages die Laufbahnen verlässt. "Ich bin noch nicht am Ende", sagte Greene und erklärte sich einmal mehr zum Größten: "Ich glaube nicht, dass irgendein Sprinter in der Welt so viel erreicht hat wie ich. Damit habe ich Maßstäbe für alle nach mir gesetzt." Sein forsches Auftreten im Vorfeld von Athen war wohl auch Ausdruck von Unsicherheit. Eigens für sein großes Ziel hatte der Ex-Weltrekordler das Schuhwerk gewechselt und war mit dem neuen Modell "Demolisher" (Zerstörer) eines deutschen Herstellers (adidas) angetreten. Zerstört wurde am Ende nur Greenes Traum vom historischen zweiten Olympiasieg über 100 m, den bislang nur Carl Lewis (1984 und 1988) schaffte. "Athleten tendieren dazu, so etwas zu tun" Die Zukunft gehört Justin Gatlin. "Ich fühle mich nie wie ein Außenseiter, sondern immer wie ein Champion", sagte der 22-Jährige, auf den vor dem Rennen kaum einer gewettet hatte. Dann eher schon auf den Jamaikaner Asafa Powell, den Seriensieger dieser Saison, der beim Höhepunkt jedoch nicht mehr seine Höchstform zeigte und als Fünfter in 9,94 noch hinter dem Weltjahresbesten Shawn Crawford (USA/9,89) landete. Gatlin schlug sie alle und beteuerte, dies mit sauberen Mitteln getan zu haben. Aus der ständigen Doping-Versuchung machte er aber keinen Hehl: "Jeder Sport hat tragische Züge, weil Athleten dazu tendieren, so etwas zu tun." sid
http://rhein-zeitung.de/a/sport/r/gatlin.html |
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