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Samstag, 18. September 04 |
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Kinderschutz-Software bietet Sicherheit im Internet Berlin/Hamburg - Multimediale Gestaltungsfähigkeit und Orientierung im Internet sind Qualifikationen, die schon im Kindesalter gelernt werden sollen.
Spätestens wenn Kinder vom Schulunterricht am Internetcomputer nach Hause kommen, stellt sich für Eltern die Frage, ob und wie der Nachwuchs den PC zu Hause nutzen soll. Pornoseiten oder Seiten mit rechtsradikalen und anderen zweifelhaften Inhalten stellen Gefahren für junge Nutzer dar. „Kinder sind oft überfordert mit der Informationsflut im Internet”, sagt Susanne Amann, Sprecherin im Bundesfamilienministerium in Berlin. Darum sollten sich Eltern bemühen, gemeinsam mit den Kindern online zu gehen. Leider funktioniert das in der Praxis nicht immer. Um Eltern zu unterstützen, gibt es verschiedene Angebote von Softwarefirmen und Internetprovidern, die Anfängern brauchbaren Schutz bieten können. Provider wie AOL, Arcor oder T-Online bieten eigene Kinderschutz-Systeme an. Bei T-Online ist für fünf Euro im Monat ein Familienpaket mit kindgerechtem Themenangebot erhältlich. „Die Kinder surfen nur innerhalb geprüfter Webseiten”, sagt Michael Schlechtriem, Sprecher von T-Online in Weiterstadt (Hessen). Ein ähnliches Werkzeug stellt AOL mit der Zugangssoftware 9.0 für seine Kunden kostenlos bereit. In der voreingestellten Kinderschutzfunktion können Chatfunktionen erst ab 16 Jahren genutzt werden. Bei beiden Anbietern gibt es Voreinstellungen für verschiedene Altersklassen. Bei AOL funktioniert der Schutz nur, wenn Kinder die AOL-Verbindung ins Internet benutzen. Bei T-Online wird eine separate Schutzsoftware mitgeliefert, die auch mit anderen Anbietern arbeitet. Schutz auf dem Computer bietet das kostenlose „Parents Friend”, das unter www.parents-friend.de heruntergeladen werden kann. Es lässt sich unabhängig vom Internetanbieter nutzen und durchsucht Seiteninhalte an Hand einer Negativliste von Worten aus dem Pornografiebereich, die dem Programm beiliegt. Norton Internet Security bietet für 80 Euro die Möglichkeit, Internet-Zugänge einzurichten und mit Benutzerrechten zu versehen. GData verkauft für 26 Euro eine etwas betagte und nur auf Windows 95 und Windows 98 lauffähige „Internet Kindersicherung”. Gemeinsam ist allen Programmen, dass sie keinen hundertprozentigen Schutz bieten. Außerdem lassen sie sich mit ein wenig technischem Wissen aushebeln: Zum Beispiel kann in jedem CD-Laufwerk eines PCs ein eigenes Betriebssystem gestartet werden. „Kinderschutzsoftware kann beim Einstieg der Kinder in die Internet-Welt helfen”, sagt Peter Knaak, Redakteur der Stiftung Warentest in Berlin und Gutachter bei der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Hier seien Zeitbegrenzungen sinnvoll, da besonders kleine Kinder beim Surfen im Internet ihr Zeitgefühl verlieren. „Spätestens mit Beginn der Pubertät hängen die Jugendlichen ihre Eltern in der Beherrschung der Technik ab.” Die Gefahren, die im Internet drohen, seien die selben, wie auf der Straße, warnt Knaak: Junge Menschen können Missbrauch zum Opfer fallen oder ausgeraubt werden. Ein Vergleich zum Raub liege nahe, wenn sich Kinder einen Dialer einfangen, der überteuerte Verbindungen aufbaut. Für das Kennenlernen von Fremden gelten im Internet die gleichen Regeln wie im Alltag, so Knaak. Unabhängig von der Verwendung von Schutzprogrammen sei es darum wichtig, ab etwa zwölf Jahren die Selbstständigkeit von Jugendlichen im Internet zu fördern und sie beim gemeinsamen Surfen Medienerfahrungen sammeln zu lassen. dpa
http://rhein-zeitung.de/a/comscience/t/rzo85988.html |
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