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Dienstag, 18. Januar 05

Mahmud Abbas Gaza - Ein Selbst­mord­anschlag der radi­kal-isla­mischen Hamas hat den Beginn der Ver­hand­lun­gen von Paläs­tinen­ser­prä­sident Mahmud Abbas über eine Waf­fen­ruhe im Gaz­ast­rei­fen über­schat­tet.

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Berlin - SPD und Grüne wollen not­falls im Allein­gang die Offen­legung von allen Nebentätig­keit der Abge­ord­neten sowie die Bestra­fung von unehr­lichen Par­lamen­tari­ern durch­set­zen.

Kobe - Mit einem Appell zu raschem Handeln hat im japa­nischen Kobe eine UN-Kon­ferenz zur welt­wei­ten Kata­stro­phen­vor­sorge begon­nen. For­schungs­minis­terin Edel­gard Bulmahn (SPD) stellte das deut­sche Modell für ein…

Berlin - Die Wis­sen­schafts­minis­ter der SPD-geführ­ten Länder haben die Uni­ons­län­der vor einem Schei­tern des 1,9-Mil­liar­den Pro­gramms zur För­derung von Spit­zen­for­schung und Eli­tehoch­schu­len gewarnt.

Koblenz - Das Risiko eines Hoch­was­sers an Rhein und Mosel und die dadurch mög­lichen Schäden werden nach Ansicht von Exper­ten unter­schätzt. „Wir müssen den Men­schen drin­gend ein stär­keres Risi­kobe­wusst­sein…

„Humankapital” ist „Unwort des Jahres 2004”

Frankfurt/Main - Die Wahl von „Humankapital” zum „Unwort des Jahres 2004” hat am Dienstag ein unterschiedliches Echo gefunden.

Studentendemonstration in Leipzig

Unwortgewaltig: Demonstrierende Studenten vor einem Jahr in Leipzig.

Die Begründung der Jury, das Wort degradiere nicht nur Arbeitskräfte, „sondern Menschen überhaupt zu nur noch ökonomisch interessanten Größen” stieß bei Sprachforschern zwar auf Zustimmung.

Einige vermissten aber einen aktuellen Bezug der Entscheidung. So sagte der Direktor des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim, Prof. Ludwig M. Eichinger, der Begriff sei ihm 2004 nicht besonders aufgefallen.

Der Präsident des deutschen PEN-Zentrums, Johano Strasser, zeigte sich verwundert, „dass das Wort jetzt plötzlich aufgegriffen wird”. Es existiere schon sehr lange in der ökonomischen Theorie und in deren Logik werde der Mensch als Ressource und nutzbarer Kapitalbestandteil begriffen. „Darüber ist viel polemisiert worden früher, insbesondere von marxistischer Seite.”

Kritik gab es auch aus der Wirtschaft. Hans-Peter Klös vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft in Köln nannte die Entscheidung „unverständlich”. „Humankapital” sei ein eingeführter Begriff, um dem Sachkapital das gegenüberzustellen, was Menschen zum Arbeitsprozess beitrügen. Das Institut hatte zuvor für einen aktuellen Bezug zu der „Unwort”-Entscheidung gesorgt, indem es ebenfalls am Dienstag das „Humankapital” der voll erwerbstätigen Bevölkerung in Deutschland auf 3750 Milliarden Euro bezifferte.

Selbst der Sprecher der Unwort-Jury, der Frankfurter Germanist Horst Dieter Schlosser, sprach von einem „nicht sehr aufregenden Wort”. Es finde sich jedes Jahr unter den Vorschlägen und sei bereits vor sechs Jahren als Bezeichnung für Kinder gerügt, aber noch nicht zum Unwort gekürt worden. Der Gebrauch des Wortes aus der Wirtschaftsfachsprache breitet sich nach Auffassung der Jury aber zunehmend aus und fördert „die primär ökonomische Bewertung aller denkbaren Lebensbezüge”. Aktueller Anlass sei eine EU-Erklärung vom August 2004, in der „Humankapital” für die „Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie das Wissen, das in Personen verkörpert ist” stehe.

Der Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung (Darmstadt), Prof. Klaus Reichert, nannte die Entscheidung der Jury „sehr, sehr gut”. „Humankapital ist ein ganz grauenvolles Wort”, das den Menschen auf eine Rechengröße herabstufe. Der Direktor des Instituts für Deutsche Sprache, Eichinger, stimmte zu, der Begriff reduziere den Menschen sprachlich auf Wirtschaftsgeschehen. Der Vorsitzende des Verbands deutscher Schriftsteller (Berlin), Fred Breinersdorfer, sagte, das Wort lasse ihn schaudern, weil im Hintergrund das Wort „Menschenkapital” aus der NS-Terminologie mitklinge.

An der 14. sprachkritischen Aktion hatten sich 2162 Einsender mit 1218 verschiedenen Vorschlägen beteiligt. An zweiter Stelle rügte die Jury den von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) geprägten Begriff „Begrüßungszentren” für Auffanglager für afrikanische Flüchtlinge. „Man sieht richtig, wie Flüchtlinge mit Sekt empfangen werden”, sagte Schlosser. Die Jury kritisierte auch „Luftverschmutzungsrechte”, weil der Begriff dazu beitrage, Treibhausgase für unbedenklich zu halten, da ihr Handel rechtlich geregelt werde. Entscheidend für die Wahl ist „ein besonders krasses Missverhältnis von Wort und bezeichneter Sache”.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/a/news/t/rzo120423.html
Dienstag, 18. Januar 2005, 15:38 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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