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Freitag, 10. Apr. 20

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Bremslichter mit variabler Warnwirkung

Stuttgart - Die Automobilindustrie setzt Signale für die Sicherheit. Vor allem im Kampf gegen den Auffahrunfall arbeiten die Hersteller an neuen Systemen: Mercedes plant in künftige Modelle ein pulsierendes Bremslicht einzubauen, das bei Notbremsungen blinkt.

Mercedes-Rückleuchte

Bei Notbremsungen soll das Bremslicht pulsieren. (Bild: Mercedes/dpa/gms)

Laut Pressesprecher Norbert Giesen würden solche Leuchten würden deutlich schneller registriert, als das etwa beim Einschalten des Warnblinkers oder bei einer größeren Helligkeit des Bremslichtes der Fall sei. Allerdings hänge die Einführung eines solchen Systems noch von der Zulassung aus Brüssel ab.

BMW bietet in einigen Modellen bereits Bremslichter an, deren Leuchtfläche mit der Bremsintensität zunimmt. „Wenn der Fahrer ganz normal sein Tempo reduziert, leuchtet hinten nur ein Segment”, erklärt Sprecher Andreas Sauer. „Geht der Fahrer aber kräftig in die Eisen, flammt die gesamte Fläche der Bremsleuchte auf.” Damit könnten nachfolgende Fahrer besser zwischen einer Komfort- und einer Notbremsung unterscheiden.

Bei Peugeot wird der Hintermann nach Angaben von Pressesprecher Bernhard Voß in Saarbrücken bereits seit gut vier Jahren automatisch vor einer Vollbremsung gewarnt. Denn sobald die Fahrzeugsensoren einen sehr hohen Bremsdruck registrieren, die Verzögerung einen Wert von acht Metern pro Sekunde zum Quadrat erreicht oder der Bremsassistent eingreift, schaltet die Bordelektronik den Warnblinker an.

Erstmals zum Einsatz kam diese Technik mit dem Debüt des 607 im Jahr 2000. Dabei geht es den Franzosen vor allem um den Fahrer selbst. Denn Untersuchungen zufolge suchen Autofahrer in kritischen Situationen zuerst nach dem Schalter für den Warnblinker. „Wenn wir den Warnblinker automatisch anschalten, können wir viel für die Konzentration und die Sicherheit der Fahrer tun”, sagt Bernhard Voß.

Auch das Leuchtmittel der Bremslicher steht vor einem Systemwechsel. Immer öfter kommen statt Glühlampen Hunderte von Licht emittierenden Dioden (LED) zum Einsatz. Premiere hatten sie in Oberklasse-Wagen wie dem Maybach. Heute sind sie etwa auch im 3er-BMW und mit dem neuen Golf plus auch in der Kompaktklasse verfügbar.

Zwar sind solche Bremslichter deutlich teurer als konventionelle Systeme. Doch sprechen LED sehr viel früher an und werden deshalb vom Hintermann auch früher wahrgenommen. „Sie erreichen ihre volle Leuchtleistung etwa 0,2 Sekunden früher als Glühbirnen”, sagt Mercedes-Sprecher Stefan Diehl. „Damit spart der Hintermann bei einer Vollbremsung aus 120 km/h immerhin sechs Meter Bremsweg.”

Bis sich derartige neue Technik durchgesetzt hat, vergeht jedoch einige Zeit. Das wird auch am Beispiel der hoch gesetzten, dritten Bremsleuchte deutlich: Sie ist seit mehr als zehn Jahren zugelassen, und ihr positiver Einfluss auf die Sicherheit ist nach Angaben von Peugeot-Sprecher Voss bewiesen. Doch noch immer ist diese Leuchte nicht verpflichtend vorgeschrieben - und bei einigen Fahrzeugen wird dafür sogar noch ein Aufpreis verlangt.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/a/service/auto/t/rzo118553.html
Dienstag, 11. Januar 2005, 10:17 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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