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Dienstag, 25. Januar 05

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Bolivien gilt als das „Dach Südamerikas”

La Paz - Morgens zuckelt der Bus die Schotterpiste auf 5260 Meter hinauf.

Bolivien

Zeremonie auf der Isla del Sol. (Bild: Moré/V. de T. de B./dpa/gms)

Touristen laden ihre Fahrräder ab - nach kurzer Rast samt Schneeballschlacht strampeln sie in die Millionenstadt hinunter.

In Bolivien zwischen Chacaltaya und der Metropole La Paz ist das für sportliche Menschen kein Problem - zumindest nicht im deutschen Winter. Dann scheint unterhalb des Äquators meist kräftig die Sonne.

Der Blick vom Chacaltaya auf weiße Gipfel, Geröll, grüngraue Hänge und das meist im Dunst verborgene La Paz im Tal ist atemberaubend. Wegen der dünnen Luft gilt in den meisten Regionen Boliviens für ausländische Gäste: Haushalten mit den Kräften, keine unnötigen Bewegungen. Das müssen Touristen auch „unten” in La Paz beherzigen.

Wer auf dem internationalen Flughafen von La Paz, El Alto, das „Dach Südamerikas” betritt, ist fast 4100 Meter hoch. Das historische Stadtzentrum mit Plaza San Francisco, Basilika, Museen, „Mercado de las Brujas”, wie der Hexenmarkt heißt, sowie Gästehäusern und Gaststätten liegt 3800 Meter über dem Meeresspiegel. Die Reicheren leben im untersten, etwas wärmeren Teil in 3400 bis 3500 Höhe, wo sich Villen, Banken und feine Boutiquen befinden.

An den Ständen auf dem „Hexenmarkt” warten Amulette, getrocknete Lama-Embryos, Hühnerkrallen und Tinkturen auf Kunden. Die meisten Bolivianer sind katholisch, aber viele von ihnen wollen Gesundheit, Liebe und Lebensglück ein wenig nachhelfen mit den vermeintlichen Glücksbringern der „Brujas”.

Über allem thront der Berg Illimani, 6460 hoch und immer mit Schnee bedeckt. Wandern, Bergsteigen, Skifahren und der „Ritt” auf dem Mountainbike sind in Boliviens Anden Attraktionen. Noch beliebter als die Radtour vom Chacaltaya ist die von La Cumbre, 4700 Meter hoch. Es geht durch zerklüftete Bergwelt, Tropenwald und vorbei an Wasserfällen bis in das 3000 Meter tiefere Coroico.

Aus Touristensicht ist das bitterarme Bolivien sehr preisgünstig. Im „Oberland”, eine Drei-Sterne-Anlage im unteren Teil von La Paz mit Pool und Restaurant, gibt es Doppelzimmer häufig ab gut 20 Euro. Das „Galeria” im Mittelteil der Stadt offeriert schlichte Zimmer mit Bad und TV ab 10 Euro.

Gut zwei Autostunden von La Paz entfernt liegt Tiwanaku. In der von Andengipfeln umsäumten Kultstätte im Hochland werden die Bolivianer an Blütezeit und Baukunst ihrer Vorfahren erinnert. Zu den Resten einer 2000 bis 3000 Jahre alten Kultur, die lange vor der Inkazeit entstanden war, zählen in brauner Einöde Tempelmauern, Monolithe und Steintore. Tiwanaku ist Weltkulturerbe und eine der wichtigsten präkolumbischen Kulturstätten Südamerikas.

Urlauber besuchen Bolivien oft im „Kombipaket” von Peru aus. Beide Länder teilen sich den über 3800 Metern hoch gelegenen Titicacasee. Im Wallfahrtsort Copacabana, zwei Busstunden von La Paz an der Grenze zu Peru, schießen Gästehäuser und Souvenirstände wie Pilze aus dem Boden. Unter die Pilger mischen sich immer mehr Weltenbummler.

Wen in Bolivien die Abenteuerlust gepackt hat, der wird einen Besuch in der Silberstadt Potosí nicht versäumen. Bergsteiger lockt in der Cordillera Real das Condoriri-Bergmassiv mit urwüchsiger Indio- und Bergwelt. „Wüstenfüchse” zieht es in die Uyuni-Salzwüste und Geschichtsfans können auf den Spuren Che Guevaras auf einem speziellen Trail durch Boliviens Tiefland wandern.

Informationen: bolivialine, Postfach 1323, 94003 Passau (Tel: 0851/756 56 45, Fax: 0851/756 56 51).

www.bolivialine.de

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/a/magazin/t/rzo119448.html
Freitag, 14. Januar 2005, 11:17 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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