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Dienstag, 25. Januar 05

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Spanien feiert 400 Jahre Don Quijote

Madrid - „An einem Orte der Mancha, an dessen Namen ich mich nicht erinnern will...”.

Illustration aus der 1780 erschienen Prachtausgabe von "Don Quijote".

Mit diesen Worten beginnt „Don Quijote”, der Bestseller von Miguel de Cervantes über den fahrenden Ritter und seinen treuen Knappen Sancho Panza.

Der erste der beiden Bände erschien im Herbst 1605 - Anlass genug für Spanien, den 400. Geburtstag dieses Klassikers der Weltliteratur gebührend zu feiern. 30 Millionen Euro lässt sich der Staat die Veranstaltungen zum Jubiläum kosten, Dutzende Kongresse, Ausstellungen, Bühnenstücke und Bucherscheinungen locken im „Quijote-Jahr” im In- und Ausland.

Das Buch erschien in der Blütezeit des „Siglo de Oro”, dem Goldenen Zeitalter der spanischen Kultur, das von den Malern Velázquez und El Greco ebenso geprägt war wie von den Dramatikern Lope de Vega und Calderón de la Barca. Mit mehr als 2000 Auflagen in 70 Sprachen gilt „Der sinnreiche Junker Don Quijote von der Mancha” als das meist verbreitete Buch der Welt nach der Bibel.

Absicht des Autors war es, den Leser mit einer teils bissigen Parodie der damals so beliebten wie anachronistisch gewordenen Ritterepen zu unterhalten. Dabei entstand zugleich eine Karikatur der Gesellschaft unter Phillipp III. (1598-1621).

Der größte Verdienst Cervantes' besteht jedoch darin, unbewusst den ersten modernen Roman der Weltliteratur geschaffen zu haben. Und ein Meisterwerk über Wirklichkeit und Wahrnehmung, das bis heute nichts an Aktualität eingebüßt hat. Nicht umsonst wird Cervantes in einem Atemzug genannt mit Shakespeare, Goethe oder Dante.

„Der Quijote ist unter den Klassikern zudem die einzige literarische Figur, die die man sofort als Zeichnung erkennt”, sagt der Philologe Francisco Rico, der nach zehnjähriger Arbeit die wohl am besten dokumentierte Ausgabe des Buches herausgebracht hat. Sie umfasst fast 3000 Seiten und kostet 50 Euro.

Die Geschichte ist denkbar einfach: Ein verarmter Landadliger namens Alonso Quijano verschlingt einen Ritterroman nach dem anderen, bis er durchdreht und sich entschließt, selbst „jegliche Art von Unbill wiedergutzumachen und sich in Gelegenheiten und Gefahren zu begeben, durch deren Überwindung er ewigen Namen und Ruhm gewinnen würde.”

Also zimmert er sich aus Pappdeckeln einen Helm, zieht sich eine rostige Rüstung über, erklärt seinen lahmen Gaul zum Schlachtross Rosinante, den rundlichen Bauern Sancho Panza zum Knappen und die Dorfpomeranze Aldonza Lorenzo zur edelmütigen Señorita Dulcinea von Toboso. In seinen Abenteuern bezieht der „Ritter von der traurigen Gestalt” meist reichlich Prügel, sei es im Kampf gegen Windmühlen oder Weinschläuche.

Von dem Werk war selbst Goethe fasziniert. „Cervantes hält mich über den Akten wie ein Korkwams den Schwimmenden”, schrieb er. Thomas Mann nannte den „Quijote” ein „Volks- und Menschheitsbuch”, Hegel meinte, Cervantes habe den Roman als eine in sich selbst gebrochene, ironische Form geschaffen. Viele werden aber auch Dostojewski Recht geben: „Es ist das traurigste Buch, das je geschrieben wurde, denn es ist die Geschichte einer verlorenen Illusion.”

Viel von Cervantes' Leben ist bis heute unbekannt. So etwa das Geburtsdatum. „Vielleicht am 29. September 1547”, heißt es in Nachschlagewerken. Getauft wurde er am 9. Oktober und gestorben ist er am 23. April 1616, so viel steht fest. „Wir wissen, dass er mit 20 Jahren nach Rom zog, aber nicht warum. Dann ging er nach Lepanto, aber niemand weiß, wie. Er nahm an der Schlacht gegen die Türken teil, später geriet er in die Gefangenschaft algerischer Piraten. Vier Mal versucht er zu fliehen, und vier Mal überlebt er. Keiner kennt den Grund”, sagt der französische Hispanist Jean Cannavagio, Autor einer der bedeutendsten Cervantes-Biographien.

Bei der Schlacht von Lepanto (1571) wurde Cervantes die linke Hand verstümmelt. Das brachte ihm den Spitznamen „El manco de Lepanto” (Der Einhändige von Lepanto) ein. Den Quijote erfand er im Gefängnis in Sevilla. Dort landete er, nachdem er sich als Schuldeneintreiber versucht hatte. Als Geburtsort des berühmten Autors gilt Alcalá de Henares, etwa 30 Kilometer östlich von Madrid.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/a/magazin/t/rzo121920.html
Montag, 24. Januar 2005, 10:46 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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