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Dienstag, 25. Januar 05

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Neu Delhi - Mas­sen­panik bei einem indi­schen Pil­ger­fest: Mehr als 300 Men­schen sind am Diens­tag in den engen Gassen rund um einen Tempel im Westen Indiens zu Tode getram­pelt worden und ver­brannt.

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 Das Thema des Tages 

Schröder sagt Neonazis den Kampf an

Berlin - Zum 60. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz sagt Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) neonazistischen Tendenzen den Kampf an.

Auschwitz

Blick auf die Gleise, die zu den Gaskammern von Auschwitz führten (undatiertes Archivfoto).

Es sei Pflicht aller Demokraten, „der widerlichen Hetze der Neonazis und den immer neuen Versuchen, die Nazi-Verbrechen zu verharmlosen, entschieden entgegenzutreten”.

Für die Feinde von Demokratie und Toleranz dürfe es in einer wehrhaften Demokratie keine Toleranz geben. „Nie wieder darf es den Antisemiten gelingen, jüdische Bürger, nicht nur unseres Landes, zu bedrängen, zu verletzen - und Schande über unsere Nation zu bringen”, sagte der Kanzler am Dienstag bei einer Gedenkfeier in Berlin.

Schröder betonte die besondere Verantwortung Deutschlands: „Aus der Shoah, aus dem nationalsozialistischen Terror ist eine Gewissheit für uns alle gewachsen, die mit den Worten "nie wieder" umschrieben wird.” Auschwitz-Überlebende erinnerten an das aus dem Holocaust folgende Vermächtnis und warnten vor einem Erstarken neonazistischer Bewegungen in Deutschland. „Was passiert ist, wir können es uns nicht leisten, es zu vergessen”, sagte der Vorsitzende des Jüdischen Weltkongresses, Israel Singer. Die Tochter eines Auschwitz- Überlebenden und Vorsitzende des Berliner Landesverbandes der Sinti und Roma, Petra Rosenberg, zeigte sich über den Einzug der NPD in deutsche Parlamente besorgt.

Die Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus und seiner Verbrechen sei eine moralische Verpflichtung, sagte Schröder. „Wir sind dies nicht nur den Opfern, den Überlebenden und den Angehörigen, nein, wir sind es auch uns selbst schuldig.” Die Spuren der Vergangenheit und ihre Lehren reichten bis in die Gegenwart. Einen tieferen Riss durch tausende Jahre europäischer Kultur und Zivilisation habe es nie zuvor gegeben. „Für das Ausmaß des Grauens, der Qualen und des Leids, das in den Konzentrationslagern geschah, wird es keinen Ausgleich geben können.” Den Nachfahren der Opfer und den Überlebenden eine „gewisse Genugtuung” zu verschaffen, sei aber möglich.

In Auschwitz kamen während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen ums Leben. Die meisten Opfer des industriell betriebenen Massenmords waren Juden. Aber auch Sinti und Roma, Homosexuelle, politische Gegner und Kriegsgefangene wurden umgebracht. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das Lager. „Auschwitz ist der größte Friedhof in der ganzen Welt”, sagte der 90 Jahre alte Ehrenpräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees, Kurt Julius Goldstein, mit bewegter Stimme.

Schröder nannte die von den Nazis begangenen Verbrechen unfassbar. Sie überstiegen jede menschliche Vorstellungskraft. „Die Nazi-Ideologie war menschengewollt und sie war menschengemacht.” Die überwältigende Mehrheit der heute lebenden Deutschen trage keine Schuld am Holocaust. „Aber sie trägt eine besondere Verantwortung”, sagte der Kanzler. An der Gedenkfeier im Deutschen Theater in Berlin nahmen Überlebende des Vernichtungslagers, Vertreter der jungen Generation und zahlreiche Spitzenpolitiker teil, unter ihnen Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) und mehrere Bundesminister.

Schröder würdigte die jüdische Gemeinschaft in Deutschland, die drittgrößte in Europa. „Sie ist vital und wächst.” Vor dem „Antisemitismus der Unbelehrbaren” werde Deutschland sie mit der Macht des Staates schützen. Rechtsextremen, ihren „dumpfen” Parolen und Schmierereien gelte die besondere Aufmerksamkeit von Polizei und Verfassungsschutz.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/a/tt/t/rzo122283.html
Dienstag, 25. Januar 2005, 15:55 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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