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Dienstag, 10. Dez. 19

Olden­burg - Die Her­stel­ler von Fin­ger­far­ben ver­zich­ten zum Teil darauf, ihre Pro­dukte wie vor­geschrie­ben mit Bit­ter­stof­fen unge­nieß­bar zu machen.

Marburg - Angehö­rige und Betrof­fene können sich vom April an in 45 Städten in Deutsch­land über die Alz­hei­mer-Erkran­kung infor­mie­ren. An den Info-Stän­den erfah­ren die Besu­cher unter ande­rem…

München - Men­schen mit einer Depres­sion brau­chen Geduld und Aus­dauer: Bis ihre Medi­kamente, so genannte Anti­depres­siva, wirken, können drei Wochen ver­gehen. Das berich­tet die Fach­zei­tung „Ärzt­liche Pra­xis”.

Erfurt - Neue Behand­lungs­metho­den haben die Über­lebenschance von Pati­enten mit Lymph­drü­sen­krebs ver­bes­sert. Durch eine Kom­bina­tion von Che­mothe­rapie und Anti­kör­per-Behand­lung seien bei Pati­enten mit schlei­chend…

Berlin - Immer mehr Kinder leiden nach Beo­bach­tun­gen von Ber­liner Kin­derärz­ten und Psy­cho­logen unter so großer see­lischer Not, dass sie krank werden. „Viele Kinder haben dann mona­telang Kopf­weh, Bauch­weh…

Han­nover - Zum Abge­wöh­nen des Rau­chens gedachte Niko­tin-Kau­gum­mis sollten langsam und mit Pausen gekaut werden. Zuerst sollte das Kau­gummi kurz gekaut werden, bis ein kräf­tiger Geschmack ent­steht…

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Was sich beim Zahnersatz ändert

Berlin/Hamburg - Der Gang zum Zahnarzt belastet häufig nicht nur das Gemüt, sondern auch den Geldbeutel.

Zahnersatz

In einem Labor wird die Farbe der Kunststoffzähne für eine Prothese bestimmt.

Teuer wird es vor allem, wenn Zahnersatz fällig wird - die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) übernimmt nur 50 bis maximal 65 Prozent der Kosten.

Die komplette Ausgliederung des Zahnersatzes aus der GKV wird zwar nicht kommen - dennoch müssen sich Versicherte im kommenden Jahr auf wichtige Neuerungen einstellen. Zum 1. Januar 2005 ändert sich zunächst das Abrechnungssystem, erläutert Reiner Kern von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) in Berlin. Bislang zahlen die Krankenkassen einen prozentualen Zuschuss zur Behandlung von mindestens 50 Prozent, bei regelmäßig geführtem Bonusheft sind es nach fünf Jahren 60 und nach zehn Jahren 65 Prozent. Vom kommenden Jahr an wird statt Behandlung und Zahnersatz der Befund bezuschusst.

„Für einen fehlenden Backenzahn etwa gibt es dann einen Festzuschuss”, so Kern. Dieser beträgt 50 Prozent der Durchschnittskosten für eine Standardtherapie und kann bei regelmäßigen Zahnarztbesuchen ebenfalls auf 60 bis 65 Prozent dieser Kosten steigen. Das Bonusheft muss in jedem Fall weiter geführt werden. „Insgesamt wurden mehr als 40 solcher Befunde festgelegt”, erläutert Kern. So gibt es rund 270 Euro für das Schließen einer einzelnen Zahnlücke, rund 60 Euro für das Erneuern eines Metall-Inlay.

„In mehr als 90 Prozent aller Fälle steht der Patient sich nicht schlechter als vorher”, sagt Kern. Könne der Zahnarzt die Therapie billiger erledigen, als die Regelversorgung vorsehe, streiche der Patient sogar einen prozentual höheren Zuschuss ein. Ob dies tatsächlich so ist, hängt laut Stefan Etgeton vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) in Berlin allerdings stark vom Einzelfall ab. „Man kann jetzt mit dem Zahnarzt die Bedingungen aushandeln”, so der Gesundheitsreferent - zum Beispiel, ob er den Zahnersatz in einem billigeren Labor herstellen lässt.

Auch gibt es jetzt kaum noch Beschränkungen für die Therapie: Während die Kassen sich bislang weigerten, Zahnimplantate mitzufinanzieren, ist dies künftig möglich. Hingegen finanzieren sie künftig nur noch eine statt bislang zwei Zahnstein-Entfernungen pro Jahr, so Frank Meiners von der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK) in Hamburg.

Nach wie vor ist der Zahnarzt verpflichtet, vor der Behandlung einen Heil- und Kostenplan aufzustellen. Darin muss neben den einzelnen Behandlungsschritten und ihren Kosten auch der Festzuschuss der Krankenkasse aufgeführt werden. Der Versicherte müsse diesen Plan von seiner Kasse genehmigen lassen und könne sich dort auch beraten lassen, erläutert Etgeton. „Oft kann man das als Laie nicht verstehen und sollte dann auch direkt beim Zahnarzt nachfragen.”

Alle nicht von der Krankenkasse abgedeckten Leistungen muss der Patient in der Regel selbst tragen. „Dabei sollte man auch ein gewisses Gewinnstreben der Zahnärzte berücksichtigen”, rät Verbraucherschützer Etgeton. Will der Patient noch eine andere Meinung einholen, kann er bei einzelnen Kassen wie etwa der AOK auch Beratungszahnärzte aufsuchen, erläutert AOK-Sprecherin Barbara Marnach in Bonn.

Im Juli 2005 steht dann eine weitere Umstellung bevor: Beschäftigte und Rentner müssen dann einen Sonderbeitrag für den Zahnersatz von 0,4 Prozentpunkten auf ihren Krankenkassenbeitrag bezahlen, hinzu kommen 0,5 Prozentpunkte für das Krankengeld - insgesamt also 0,9 Prozentpunkte. Arbeitgeber und Rentenkassen beteiligen sich daran nicht, zugleich sollen aber die Kassen zu einer Beitragssenkung um 0,9 Prozentpunkte verpflichtet werden. „Der Arbeitnehmerbeitrag wird also unter dem Strich um 0,45 Prozent des Bruttolohnes ansteigen”, erläutert Kern.

Vom Tisch ist damit die ursprünglich vorgesehene vollständige Herausnahme des Zahnersatzes aus der GKV, die von Union und SPD im vergangenen Jahr zunächst beschlossen worden war. Wer daraufhin bereits voreilig eine private Zusatzversicherung abgeschlossen hat, kann dafür ein Sonderkündigungsrecht in Anspruch nehmen. „Eine Kündigung ist zum Ende des Monats möglich, in dem die Kündigung bei der Versicherung eingeht”, so die Verbraucherzentrale Berlin. Rund 500 000 Bundesbürger seien davon betroffen.

Eine solche Zusatzversicherung ist allerdings nicht generell schlecht - schließlich deckt die GKV nach wie vor nur einen Teil des Zahnersatzes ab. Hier sollte allerdings jeder genau überlegen, ob sich eine private Zusatzversicherung lohnt. „Wer schlechte Zähne hat, wird von der privaten Kasse gar keinen Vertrag bekommen oder nur zu horrenden Preisen”, sagt Etgeton. Seien größere Zahnreparaturen abzusehen, könne es dann sinnvoller sein, einfach selbst etwas Geld beiseite zu legen.

Neu ist die Möglichkeit, dass die gesetzlichen Kassen private Zusatzversicherungen anbieten. „Das können dann bessere Bedingungen sein”, so Etgeton. So bietet die AOK laut Sprecherin Marnach regional Pakete an, in denen beispielsweise Zuschüsse zu Zahnersatz, Sehhilfen und alternativen Heilmethoden kombiniert werden. „Wir machen das mit privaten Kassen zusammen, wobei es Gruppentarife gibt”, so Marnach. Bei rund 25 Millionen AOK-Versicherten seien diese vergleichsweise billig. „Durch unsere große Versichertengemeinschaft haben wir gute Konditionen ausgehandelt”, sagt auch Frank Meiners von der DAK in Hamburg.

Die Höhe der Festzuschüsse findet sich auf den Internetseiten der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung: www.kzbv.de

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/a/service/gesundheit/t/rzo110027.html
Dienstag, 07. Dezember 2004, 11:19 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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