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Montag, 9. Dez. 19

Olden­burg - Die Her­stel­ler von Fin­ger­far­ben ver­zich­ten zum Teil darauf, ihre Pro­dukte wie vor­geschrie­ben mit Bit­ter­stof­fen unge­nieß­bar zu machen.

Marburg - Angehö­rige und Betrof­fene können sich vom April an in 45 Städten in Deutsch­land über die Alz­hei­mer-Erkran­kung infor­mie­ren. An den Info-Stän­den erfah­ren die Besu­cher unter ande­rem…

München - Men­schen mit einer Depres­sion brau­chen Geduld und Aus­dauer: Bis ihre Medi­kamente, so genannte Anti­depres­siva, wirken, können drei Wochen ver­gehen. Das berich­tet die Fach­zei­tung „Ärzt­liche Pra­xis”.

Erfurt - Neue Behand­lungs­metho­den haben die Über­lebenschance von Pati­enten mit Lymph­drü­sen­krebs ver­bes­sert. Durch eine Kom­bina­tion von Che­mothe­rapie und Anti­kör­per-Behand­lung seien bei Pati­enten mit schlei­chend…

Berlin - Immer mehr Kinder leiden nach Beo­bach­tun­gen von Ber­liner Kin­derärz­ten und Psy­cho­logen unter so großer see­lischer Not, dass sie krank werden. „Viele Kinder haben dann mona­telang Kopf­weh, Bauch­weh…

Han­nover - Zum Abge­wöh­nen des Rau­chens gedachte Niko­tin-Kau­gum­mis sollten langsam und mit Pausen gekaut werden. Zuerst sollte das Kau­gummi kurz gekaut werden, bis ein kräf­tiger Geschmack ent­steht…

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Seelische Not macht immer mehr Kindern zu schaffen

Berlin - Immer mehr Kinder leiden nach Beobachtungen von Berliner Kinderärzten und Psychologen unter so großer seelischer Not, dass sie krank werden.

Junge

Ein Junge blickt traurig ins Leere.

„Viele Kinder haben dann monatelang Kopfweh, Bauchweh, Herz- oder Rückenschmerzen, ohne dass Ärzte eine organische Ursache dafür finden können”, erläutert Karin Stern, psychologische Psychotherapeutin im Helios-Klinikum in Berlin-Buch. „Somatoform” nennen Ärzte diese Erkrankung, in der psychischer Druck zu Schmerzen führt - im Extremfall bis zu Lähmungen. Experten schätzen laut Klinik, dass in Deutschland eine Million Kinder und Jugendliche seelisch krank sind, zwei Drittel davon seien Mädchen.

„Allein in der Bucher Kinderklinkik hat sich die Zahl der Patienten in den 90er Jahren verdreifacht”, ergänzt Stern. Rund 300 Kinder und Jugendliche, die zum Teil eine jahrelange Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich hatten, wurden hier laut einer Studie zwischen 1993 und 1998 behandelt. Seitdem seien die Behandlungszahlen nochmals angestiegen. „Diese Kinder sind keine Simulanten. Sie sind von ihrem Leben so überfordert, dass ihr Körper Notsignale sendet”, sagt Stern. „Sie können nicht mehr”.

Hintergrund von somatoformen Erkrankungen seien zumeist schulische, berufliche, familiäre oder soziale Überforderungen und Beziehungsstörungen, erläutert Stern. Es gebe zum Beispiel ehrgeizige Eltern, die ihre mäßig begabten Kinder aufs Gymnasium zwängen. „Dadurch kann ein unglaublicher Leistungsdruck entstehen”, berichtet Stern.

„Wir hatten hier ein 16-jähriges Mädchen, das vor lauter Schulstress Lähmungen in den Beinen hatte”. Einfach übersetzt könne man sagen, dass sich die Beine geweigert hätten, in die Schule zu laufen. Äußerlich war die Jugendliche aber gesund. Lange Gespräche, Ursachenforschung und ein Schulwechsel hätten das Mädchen schließlich vor dem Rollstuhl bewahrt.

Grund für eine Erkrankung kann laut Stern auch eine soziale Überorderung durch die Freundesclique sein, die auf Markenklamotten oder Musikgeschmack setzte. „Und möglichst noch auf Sexerfahrungen mit 13 Jahren”, ergänzt Stern. Zudem seien viele Eltern heute sehr viel angestrengter als früher. „Entweder, weil sie zu viel Arbeit leisten müssen oder keine Arbeit mehr haben. Familiärer Stress überträgt sich sofort auf die Kinder”, erläuterte die Therapeutin.

Zur Behandlung leben die Kinder bis zu drei Wochen in der Klinik. Statt körperliche Untersuchungen gibt es Gespräche, Musik- oder Kunsttherapien. „Wir beobachten die Kinder rund um die Uhr und machen uns unser Bild”, sagt Stern. Es gehe darum, die Belastungen zu hinterfragen und zu analysieren. Die meisten der in Buch behandelten Kinder sind zwischen 9 und 14 Jahre alt. „Ohne Ursachenforschung können sie solche Leiden bis ins Erwachsenenleben mitschleppen”, warnt Stern.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/a/service/gesundheit/t/rzo123899.html
Montag, 31. Januar 2005, 13:16 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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