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Montag, 9. Dez. 19

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Wo Diamanten zum Himmel ragen

Seoul - Nach der Teilung Koreas war es fast 50 Jahre lang nicht zugänglich: das Geumgangsan-Gebirge in Nordkorea.

Geumgangsan-Gebirge in Nordkorea

Zerklüftetes Gebirge mit mehr als 12 000 Gipfeln. (Bild: Ute Müller/dpa/gms)

Doch inzwischen können Südkoreaner und Touristen wieder dorthin reisen.

Die Öffnung von Geumgangsan ist einer Initiative des südkoreanischen Konzerns Hyundai zu verdanken, dessen Firmengründer 1998 die Erschließung der Region mit der kommunistischen Regierung Nordkoreas vereinbarte. Seither nimmt das Interesse stetig zu, Geumgangsans bizarre Schönheit zog bereits fast eine Million Besucher an.

Min Ju Myung kann ihre Begeisterung kaum verbergen. „Seit vielen Jahren arbeite ich als Reiseführerin, aber Geumgangsan in Nordkorea blieb ein unerfüllter Traum.” Mit Hunderten ihrer südkoreanischen Landsleute steht die junge Frau brav Schlange an der Schleuse vor der demilitarisierten Zone. Dieser 4 Kilometer breite und 240 Kilometer lange Landstrich symbolisiert die Teilung Koreas und kann erst seit Februar 2003 auf dem Landweg durchquert werden.

Immerhin geht die Einreise nach Nordkorea schnell. Die Soldaten haben sich an den Trubel gewöhnt, den die rund ein Dutzend Hyundai-Busse täglich veranstalten. Denn Hyundai ist der einzige Anbieter für den Geumgangsan-Trip. Die drei Hotels im Gebirgsareal mit Restaurants und Souvenirläden sowie die Straße dorthin - alles hat der Konzern gebaut. Unterwegs ist Fotografieren strengstens verboten, man befindet sich schließlich auf Militärgelände.

Streng bewacht ist der Landstrich vor Geumgangsan, alle 100 Meter gibt es einen Wachposten. Wie aus dem Nichts tauchen Soldaten auf im Stechschritt auf, dann sieht man wieder Bauern, die mit Ochsenpflügen die Felder bestellen. Und dann, nur wenige Kilometer hinter dem Trennstreifen, erhebt sich majestätisch das Geumgangsan-Gebirge, die Hauptattraktion des isoliertesten Landes der Welt.

Der Gebirgskomplex mit seinem höchsten Gipfel Birobong, der 1638 Meter in die Höhe ragt, erstreckt sich an der Ostküste Nordkoreas über 530 Quadratkilometer. Berühmt ist Geumgangsan vor allem wegen der überhängenden Klippen und der stark zerklüfteten Felsformationen. Zwei Tage Aufenthalt genügen in der Regel, um Höhepunkten wie den Guryong-Wasserfällen und dem Samilpo-See einen Besuch abzustatten.

Um die Touristenströme zu kanalisieren und wohl auch, um eine bessere Kontrolle auszuüben, organisiert Hyundai nur Sammelausflüge. Das bedeutet, dass man die Touren stets in Begleitung von Hunderten, meist betagteren Südkoreanern unternimmt. Von der Stille des Berges ist deshalb wenig zu spüren, wohl aber von der Schönheit. Beim Aufstieg eröffnet sich hinter jeder Biegung ein neues spektakuläres Panorama. So wird der Wanderer am Ende der steilen Manmulsang-Route mit dem fantastischen Blick über das Gebirgsvorland bis zur nordkoreanische Küste und ihren Inselgruppen belohnt.

Die Erschließung von Geumgangsan ist für Hyundai noch nicht abgeschlossen: Drei weitere Hotels sind geplant und sogar ein 18-Löcher-Golfplatz. Zu den bestehenden 1600 Betten kommen 1000 dazu. Gebaut wird derzeit auch eine 40 Kilometer lange Eisenbahnstrecke in das Gebirge, die im Jahr 2005 in Betrieb genommen werden soll.

Informationen: Korea National Tourism Organization, Baseler Straße 35-37, 60329 Frankfurt (Tel.: 069/23 32 26, Fax: 069/25 35 19)

Korea National Tourism Organization: http://german.tour2korea.com

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/a/service/reise/t/rzo120315.html
Dienstag, 18. Januar 2005, 11:17 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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