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Montag, 14. Februar 05

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„Brother Ray” trumpft bei den Grammys auf

Los Angeles - Sie nannten ihn liebevoll „Brother Ray”.

Ray Charles

Ray Charles bei einem Jazz-Festival in Wien am 2. Juli 1999.

Es gab viel Umarmen, viel Schulterklopfen, hier und da eine Träne.

Als Ray Charles im vergangenen Jahr mit einigen der besten Musiker der Welt sein Vermächtnis-Album „Genius Loves Company” aufnahm, wusste er, und die anderen spürten es, das seine Tage gezählt waren. Aber niemand ahnte, dass die CD mit 12 schönen Duetten - darunter mit James Taylor, Elton John, Natalie Cole und B.B. King - ein derartiger Erfolg werden würde.

Mehr als zwei Millionen Mal ging sie innerhalb weniger Monate über die Ladentische der Welt und in der Nacht zum Montag gewann die Scheibe acht Grammys. Kein Lebender konnte dem toten „Genius of Soul” bei der Vergabe der wichtigsten Musikpreise der Welt auch nur annähernd Konkurrenz bieten.

Die jüngste Partnerin der Duett-Aufnahmen mit dem 73-jährigen Charles schaffte es, den blinden Altmeister auf der Grammy-Bühne am bewegendsten zu würdigen. Den Tränen nahe sagte die Jazz-Sängerin Norah Jones: „Ich bin so glücklich, dass er derartig gewürdigt wird für das, was er darstellt und auch, weil ich ihn so liebe.”

Es muss ein schwer in Worte zu fassendes Gefühl sein, wie Jones einen Grammy zusammen mit einem Toten zu gewinnen. Sie und Charles bekamen den Preis für die Single des Jahres „Here We Go Again”, eine Auskoppelung aus dem „Genius”-Album. Es spiegelt wider, was der Supermusiker Charles abgesehen vom Soul auch für den Blues, für den Jazz, für Pop und Rock geleistet hat.

„Brother Ray” hatte sich sowieso stets gegen Versuche gewehrt, in Genre-Schubladen gesteckt zu werden. „Meine Ohren sind wie Schwämme”, pflegte Charles zu sagen, der 1930 in der Kleinstadt Albany im Südstaat Georgia in einfache Verhältnisse hineingeboren wurde. „Sie saugen alles auf.” Selbst im Jodeln hat er sich versucht. „Ich weiß, wie das geht, aber ich mache es lieber doch nicht.”

Anfang der 50er Jahre verschmolz Charles den weltlichen Blues der einfachen Afroamerikaner mit den Gospelgesängen in deren Kirchen. Das trug ihm den Titel „The Genius of Soul” ein, wenn auch zum Ärger so mancher Prediger: Charles wandelte Loblieder auf den Herrn in erotisch angehauchte Songs aus dem wahren Leben um. „Soul ist, wenn du einen Song zu einem Teil von dir machst - einem Teil, der so wahr ist, dass die Leute glauben, du hast alles selbst erlebt”, sagte Charles.

„Selbst in seinen Jugendjahren”, schrieb die „New York Times”, „klang er wie die große Stimme der Erfahrung, wie jemand, der alle Hoffnungen und alle Torheiten der Menschheit gesehen hat.” Ray Charles, der mit sechs Jahren sein Augenlicht verlor, war auf seine Weise ein großer Seher.

Musikalische Meisterschaft erreichte der Sohn eines Eisenbahners und einer Wäscherin bei fast allem, was er ausprobierte. Ob als Sänger oder Arrangeur, Pianist oder Organist, Saxofonist, Trompeter oder Orchesterleiter. Weltbekannt wurde er 1955 mit „I've Got a Woman”. 1970 wurde sein Klassiker „Georgia On My Mind” zum offiziellen Song des Bundesstaates, in dem er geboren wurde.

Vier Jahre vorher hatte es so ausgesehen, als sei das Ende einer großen Karriere gekommen. Charles wurde wegen Heroinbesitzes festgenommen. Er begann eine qualvolle Entziehungskur und berichtete später: „Nach drei Monaten hatten mich die Ärzte wieder hingebogen, und seitdem brauche ich den Stoff nicht mehr.”

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/a/magazin/musik/t/rzo127747.html
Montag, 14. Februar 2005, 16:22 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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