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Montag, 14. Februar 05

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Zahl der Sex-Abstinenzler wächst

Berlin - 98 mal pro Jahr tun es die Deutschen - zumindest, wenn man dem Global Sex Survey 2004 und der Ehrlichkeit der Befragten Glauben schenken darf.

Kompliziert: Liebe ja, Sex ne

Kompliziert: Liebe ja, Sex nein? - Immer mehr Menschen verzichten auf Sex.

Damit liegen sie zwar leicht unter dem weltweiten Mittelwert von 103, aber immerhin haben sie rund zwei Mal pro Woche Verkehr.

Statistisch gesehen. Denn gleichzeitig wächst die Zahl derjenigen, die längerfristig keinen Sex haben oder komplett darauf verzichten. Jeder 100., so berichtete vor kurzem das britische Magazin „New Scientist”, könnte einer neuen Studie zufolge sogar zu der Gruppe der Asexuellen zählen. So nennen sich Menschen, die null Interesse an Sex haben und diese Gemeinsamkeit seit geraumer Zeit auch via Internet öffentlich machen. Wissenschaftlich gesehen ist der Begriff allerdings umstritten.

AVEN heißt das Internet-Forum der Asexuellen, das der US- Amerikaner David Jay vor vier Jahren gründete, und das inzwischen weltweit mehr als 1 500 Teilnehmer hat. Da berichtet die 23-jährige Lisbet glücklich von ihrem Coming out durch eine Titelgeschichte in einer dänischen Tageszeitung. „Meine Familie hat mich danach voll bestätigt. Ich hatte noch nie einen Freund und das hat mich nie interessiert.” Ein 36-jähriger Londoner sucht auf diesem Weg eine Frau, mit der er Kinder aufziehen kann. „Heirat und Kinder gehören für mich dazu. Aber Sex nicht - das nimmt nur die Magie weg.”

Auch in Deutschland gibt es erste so genannte Meetup Groups, etwa in Berlin und München. Für Christoph Joseph Ahlers vom Institut für Sexualwissenschaft des Berliner Klinikums Charité ist das Phänomen nicht neu. „Allerdings muss man zwei Dinge unterscheiden: Auf der einen Seite einen bewussten oder willentlichen Verzicht auf sexuelle Betätigungen und auf der anderen Seite ein unwillentliches Ausbleiben sexueller Bedürfnisse.” Im ersten Fall könne man vielleicht von „Asexualität” sprechen. „Wenn aber die Lust auf Sex abnimmt oder ganz abhanden kommt, ohne das die betroffene Person dies eigentlich will, dann handelt es sich um "Sexuelle Appetenz- Störungen".”

Appetenz hat den gleichen Wortstamm wie Appetit - und der könne sehr wohl wieder kommen oder neu erlernt werden, meint Ahlers. „Aber eins ist deutlich: Die Zahl der Menschen, vor allem auch der Paare, die wegen sexueller Appetenzstörungen Hilfe suchen, nimmt zu. Wir schätzen die Häufigkeit sexueller Appetenzstörungen in Deutschland auf rund fünf Prozent bei Männern und fünf bis zehn Prozent bei Frauen.” Waren früher vor allem Erektions- und Orgasmusstörungen Thema in der sexualmedizinischen Sprechstunde der Charité, so wächst die Zahl derer, die einfach keine Lust mehr auf Sex haben, obwohl sie körperlich dazu in der Lage wären und sich sexuelle Kontakte generell auch wünschen.

„Mit Plattitüden wie Candle-Light- Dinner, neuem Parfüm oder Reizwäsche kommt man da nicht weiter”, berichtet Ahlers. Vielmehr zeige sich in der Sexualtherapie, dass die Betroffenen im Alltag häufig nur oberflächliche Kontakte hätten. Einander wieder näher kommen, heißt da die Devise. „Die Paare sollen sich dabei wieder richtig gehend miteinander verabreden - wie zu Beginn ihrer Beziehung - und dann körperliche Nähe und Intimität neu lernen.”

Die Erfolgsquote der „Syndyastischen Sexualtherapie” bei Paaren liege bei etwa 75 Prozent; bei Singles sei es schwieriger, denn da fehle der Partner für die Übungen. Für ein erfülltes Beziehungsleben sei nicht ausschlaggebend, wie oft man miteinander schlafe, sondern wie angenommen und geborgen man sich in körperlicher Hinsicht fühle.

Als asexuell würde sich dann wohl auch der Webdesigner Tobias (32), der sich jüngst im Berliner Schwul-Lesbischen Magazin „Siegesäule” als Sex-Abstinenzler outete, nicht bezeichnen. Er habe schlicht zu viel Arbeitsstress, gab er an: „Wenn ich einige Zeit keinen Sex hatte, denke ich: Schade! Manchmal aber auch: Ist okay so.” Und die 28-jährige Karina pflichtet ihm bei: „Gewöhnungssache.” Ihr letztes Mal war im August 2002. „Ich habe nur Sex, wenn ich eine Beziehung habe. Nö, ich habe keine Komplexe deswegen.” Außerdem, so glaubt sie, sei Sex nur öffentlicher geworden in den letzten Jahren - aber keineswegs häufiger.

http://asexuality.meetup.com/groups

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/a/newstt/t/rzo127606.html
Montag, 14. Februar 2005, 13:51 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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