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Montag, 14. Februar 05

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Bleibt sitzenBerlin - Der ehe­malige Schieds­rich­ter Robert Hoyzer bleibt in Unter­suchungs­haft. Das ent­schied das Ber­liner Amts­gericht Tier­gar­ten bei einem Haft­prü­fungs­ter­min.

Bar­celona - Sieben Profis aus der Fuß­ball-Bun­des­liga betei­ligen sich am Bene­fiz­spiel „Foot­ball for Hope” zwi­schen einer Welt- und einer Europa-Aus­wahl zu Gunsten der Opfer der Flut­kata­stro­phe in Süda­sien.

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Frank­fur­t/Main - Jürgen Klins­mann wartet noch immer auf Grünes Licht vom Deut­schen Fuß­ball-Bund (DFB) für seine struk­turelle WM-Pla­nung. Der für die Natio­nal­mann­schaft zustän­dige DFB-Prä­sident Ger­hard…

Schiedsrichter verunsichert - Bayern verliert

Düsseldorf - Die Leistungen der verunsicherten Schiedsrichter bleiben im Zuge des Wett- und Betrugsskandals um den inzwischen inhaftierten Robert Hoyzer das Dauerthema in der Fußball- Bundesliga.

Arminia Bielefeld - FC Bayern München

Bielefelds Daniel Bogusz (hinten) und Torsten Frings liegen im Schnee.

In drei von sieben Spielen sorgten die Unparteiischen am 21. Spieltag mit offensichtlichen Fehlentscheidungen und zahlreichen fragwürdigen Pfiffen für großen Unmut und heftige Reaktionen bei Trainern und Spielern. Vor allem Bochums Coach Peter Neururer und Stuttgarts Fußball-Lehrer Matthias Sammer konnten ihre Emotionen nach den Niederlagen ihrer Teams kaum unter Kontrolle halten.

Fast völlig in den Hintergrund gerieten sportliche Aspekte. Dabei hat sich der Titelkampf dramatisch zugespitzt: Weil der FC Bayern München auf der schneebedeckten Spielfläche der Bielefelder Schüco Arena ins Straucheln geriet und gegen die heimische Arminia mit 1:3 (0:1) unterlag, konnte der FC Schalke 04 dank seiner 3:0-Gala gegen den VfL Wolfsburg nach Punkten mit dem Spitzenreiter gleichziehen. Im zweiten Sonntagsspiel wahrte Leverkusen seine Champions-League-Chance: Nur in der ersten Halbzeit leistete Aufsteiger Mainz beim 0:2 (0:0) erfolgreich Gegenwehr.

Der ehemalige FIFA-Referee Hellmut Krug, Leiter der DFB- Schiedsrichterabteilung, zeigte Verständnis für die überbordenden Gefühle. In einem Telefon-Interview während der DSF- Sendung „Doppelpass” sprach er diplomatisch von „einer Reihe von sehr schwierigen Entscheidungen”, räumte „viele Fehler” ein, mahnte aber zur Gelassenheit: „Eine derartige Situation haben wir noch nie gehabt. Die Schiedsrichter können dem öffentlichen Druck kaum noch Stand halten. Unsere Schiedsrichter haben ungewöhnlich häufig daneben gelegen.” Gleichwohl gibt es für Krug „keinen Anlass, jetzt alle Unparteiischen auszutauschen”.

Sammer verpasste sich trotz der Wut auf Schiedsrichter Uwe Kemmling (Burgwedel) aus Angst vor einer Bestrafung durch das DFB- Sportgericht nach dem 1:2 des VfB beim Hamburger SV sogar selbst einen Maulkorb: „Ich bin so erbost. Wenn ich jetzt was sage, werde ich lebenslang gesperrt.” Tatsächlich boten Kemmlings Entscheidungen viel Angriffsfläche. Nach ausgebliebenem Elfmeterpfiff suchte er Bestätigung ausgerechnet beim „verdächtigen” HSV-Keeper Martin Pieckenhagen. Der versicherte, er habe bei der Attacke gegen Imre Szabics den Ball gespielt. Was sollte er auch sonst sagen?

Sammer hält Kemmlings Vorgehen für bedenklich: „Der Täter hat ein Problem, aber auch der, der ihn befragt hat.” Darüber hinaus gab es beim Duell in der AOL-Arena weitere strittige und möglicherweise Spiel entscheidende Szenen, die zu Ungunsten der Schwaben ausgelegt wurden. Silvio Meißner stellte aus Frust gar einen Zusammenhang mit der tags zuvor beschlossenen finanziellen Entschädigung für das von Hoyzer verpfiffene Pokalspiel des HSV in Paderborn her: „Gestern kriegen sie zwei Millionen Euro und heute drei Punkte.”

Nicht minder entsetzt war Neururer, der nach dem 0:1 der Bochumer bei Borussia Dortmund Dampf abließ. „Ganz eindeutig ist uns von Hermann Albrecht und seinem Gespann der Sieg genommen worden”, schimpfte der VfL-Coach. Er sah in dem Referee aus Kaufbeuren zwar den Sündenbock, bemühte sich aber um angemessene Wortwahl und benutzte wegen des sensiblen Themas nur Konjunktive: „Wenn es den Fall Hoyzer nicht gäbe, würde ich von einem Skandal sprechen.”

In beiden Fällen war der Ärger vor allem wegen der Situation der Clubs nachvollziehbar. In dem zur Zeit mit Argusaugen beobachteten Milliarden-Geschäft Fußball geht es um viel Geld. Der VfB verliert mehr und mehr den Anschluss an die Champions-League-Plätze, Bochum steckt mitten im Kampf gegen den Abstieg, der neben dem Prestigeverlust auch Mindereinnahmen von rund sieben Millionen Euro nach sich ziehen würde. Neururer wollte zwar nicht von Vorsatz und Betrug sprechen, doch die seiner Ansicht nach dauerhafte Benachteiligung des VfL brachte ihn in Rage: „Das war schon der zwölfte Punkt, den wir auf diese Art verloren haben. Wenn einige Leute etwas dagegen haben, dass wir drin bleiben, können wir den Spielbetrieb einstellen.”

Bochum wurden in der Saison vier Tore, die mutmaßlich den Sieg bedeutet hätten, zu Unrecht abgesprochen. In Dortmund räumte Albrecht nach Ansicht der TV-Bilder seine falschen Pfiffe ein. Nach einem Foul von BVB-Schlussmann Roman Weidenfeller an Filip Trojan hatte er den Elfmeter verweigert, später ein korrektes Tor von Vratislav Lokvenc wegen „Abseits” nicht gegeben.

Ein Elfmeterpfiff sorgte in Freiburg für Aufregung. Doch hier blieb das „Geschenk” von Schiedsrichter Peter Sippel ohne Folgen, weil dem sonst sicheren Schützen Levan Zkitischwili die Nerven versagten. Es blieb beim 0:0 gegen Hannover.

Nach ihren Heimsiegen können sich Meister Werder Bremen (2:0 gegen Mönchengladbach), Hertha BSC (2:1 gegen Nürnberg), Leverkusen und der HSV Hoffnungen auf die internationalen Plätze machen. Und auf den Abstiegsrängen hat sich die Lage für Bochum, Freiburg und Rostock (1:2 in Lautern) nicht verbessert.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/a/sport/fussball/t/rzo127250.html
Sonntag, 13. Februar 2005, 19:31 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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