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Montag, 14. Februar 05

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Greift Wetts­kan­dal auf die Regio­nal­liga Süd über?

Die TuS darf nach oben schie­len

Ko­blenz - Bald ist es so weit: Dann wird es für TuS Koblenz, die am Frei­tag­abend in Elvers­berg antritt, wieder ernst. Aber auch außer­halb des Spiel­fel­des hat sich in der Fuß­ball-Re­gio­nal­liga einiges getan. Seit zwei Wochen steht nun also fest, wo es zu finden sein wird - das Züng­lein an jener Waage, die spätes­tens am 4. Juni 2005 über den sport­lichen Ausgang der dies­jäh­rigen Regio­nal­liga Süd ent­schei­det.

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Die Rück­runde der TuS in der Regio­nal­liga Süd: Die Termine der Spiel­tage 20 bis 34.

Aber wer hätte schon gedacht, dass - was den Auf­stieg in den bezahl­ten Pro­fifuß­ball angeht - die gesamte Liga gespannt nach Franken blicken wird, genauer: auf die Markt­gemeinde Feucht mit ihren 14 000 Ein­woh­nern, deren beschau­liches Leben sich am Fuße Nürn­bergs abspielt? Der dort ansäs­sige 1. SC, im Vorjahr am Ende Achter und nach der Hin­serie dieser Saison auf Rang zehn, wird in der Tabelle zwar nach oben sicher­lich keine großen Sprünge mehr machen. Umge­kehrt jedoch droht dem kleinen Verein dem­nächst ein gewal­tiger Satz ins Boden­lose: Sollte das am 1. Februar bean­tragte Insol­venz­ver­fah­ren eröff­net oder mangels Masse abge­wie­sen werden, steht Feucht mit null Punkten als erster Abstei­ger aus der Liga fest.

Auch für die übrige Regio­nal­liga wären die Folgen in diesem Falle gra­vie­rend: Die gegen den SC Feucht erspiel­ten Punkte aller Mann­schaf­ten würden annul­liert, was wie­derum eine massive Verän­derung des aktu­ellen Tabel­len­stan­des nach sich zöge. Zwi­schen dem Erst- und dem Fünft­plat­zier­ten lägen demnach nicht mehr die aktu­ellen neun, sondern gerade mal noch vier Punkte. TuS Koblenz als Vierter (31) wäre Tabel­len­füh­rer Offen­bach (34) wieder dicht auf den Fer­sen.

Bleibt Kickers "Kraf­takt" erspar­t?

Über­haupt sind die Kickers der vom Insol­venzan­trag am stärks­ten betrof­fene Kon­kur­rent, haben sie Feucht in dieser Saison als Einzige doch bereits zweimal geschla­gen. "Ich hoffe, uns bleibt ein Kraf­takt erspar­t", ließ Trainer Hans- Jürgen Boysen bereits ver­lau­ten, schließ­lich pro­kla­mie­ren die Offen­bacher den Auf­stieg als Sai­son­ziel nicht nur wegen der liga­weit besten Tor­aus­beute am offen­sivs­ten. So gilt der mit Boysen in der Win­ter­pause um zwei Jahre ver­län­gerte Vertrag nur für die Zweite Bun­des­liga.

Für Patrick Helmes könnte die Saison dagegen gleich mit dop­pel­ter Auf­stiegs­freude zu Ende gehen. Der Stür­mer, der für die Sport­freunde Siegen in 19 Spielen schon 15 Mal traf und unan­gefoch­ten die Tor­jäger­liste anführt, hat in den ver­gan­genen Monaten den Durch­bruch geschafft und wech­selt im Sommer zum Noch-Zweit­ligis­ten 1. FC Köln. Zuvor möchte Helmes mit Siegen, das wie die Offen­bacher in der Vor­sai­son fast in die Ober­liga abge­stie­gen wäre, unbe­dingt Liga zwei errei­chen. "Wenn wir gut aus den Start­löchern kommen, dann ist vieles mög­lich", sagt der 20- Jäh­rige.

Si­chere Distanz zu abstiegs­bedroh­ten Teams

Auf eine Ein­kaufstour ver­zich­tet hat im Winter die finan­ziell gut betuchte TSG Hof­fen­heim. Aber wozu auch nach­bes­sern, wenn die eigenen Reihen zuletzt wenig Wünsche offen ließen? Nach miss­rate­nem Start in die Saison haben die Hof­fen­hei­mer doch noch die beste Hin­runde ihrer Ver­eins­geschichte gespielt - und gelten nun als erster Ver­fol­ger des Führungs­duos. "Wir haben unserem Kader das Ver­trauen aus­gespro­chen", bekennt sich Trainer Hansi Flick zu seiner Mann­schaft. Und TuS Koblenz? Für den Über­raschungs-Auf­stei­ger um Trainer Milan Sasic gilt das gleiche Prinzip wie für seine Tabel­len­nach­barn von Wehen über Elvers­berg bis hin zu Darm­stadt 98: Ein vor­sich­tiges Schie­len nach oben ist erlaubt, aber um ent­schei­dend ins Auf­stiegs­ren­nen ein­grei­fen zu können, darf man sich in der Rück­runde auch keine kleinen Schwächen mehr erlau­ben. Ohnehin darf man es in Koblenz als Luxus betrach­ten, die min­des­tens die halbe Liga umfas­sende Gruppe der abstiegs­bedroh­ten Mann­schaf­ten aus bereits siche­rer Distanz betrach­ten zu dürfen. So finden sich auch die Ama­teure des FSV Mainz 05 im Kampf um den Klas­sen­ver­bleib wieder - und zwar derart tief, dass der Verein sich im Januar von Trainer Colin Bell trennte und künftig Peter Neustäd­ter mit dieser Aufgabe betraut hat.

Zu hoffen bleibt bei all den offenen sport­lichen Fragen nur, dass der gras­sie­rende Wetts­kan­dal nicht auch noch auf die Regio­nal­liga Süd über­greift. Sch­ließ­lich hat Schieds­rich­ter Robert Hoyzer einen Mit­tel­feld­spie­ler der Offen­bacher Kickers der Koope­ration mit der Zocker­bande aus Berlin bezich­tigt. Sollten diese Vor­würfe sich bewahr­hei­ten, wäre die dro­hende Insol­venz des 1. SC Feucht nicht das einzige Indiz dafür, wo Auf- und Abstiege sich auch in dieser Liga immer ver­stärk­ter ent­schei­den: neben dem Spiel­feld.

Chri­stoph Oster


http://rhein-zeitung.de/a/sport/r/tus-1.html
Montag, 14. Februar 2005, 11:22 © RZ-Online GmbH (aj)
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