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Dienstag, 22. Okt. 19

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Lob und Tadel für den Mac mini von den Experten

Hamburg - „Endlich gibt es einen Mac ohne Monitor, der noch dazu außerordentlich preisgünstig, klein und schick ist.

«Mac mini»

Steve Jobs bei der Präsentation des „Mac mini” in San Francisco.

Doch genügt er den Anforderungen?” Die Frage, die das Computermagazin „ct” aufwirft, kann gut vier Wochen nach der Vorstellung des Mac mini genauer beantwortet werden.

Denn inzwischen haben etliche PC- Zeitschriften und Online-Dienste den schmucken Kompaktcomputer von Apple testen können. „Der schick gebürstete Alu-Würfel ist eindeutig positioniert: als PC für Web, Mail und Büro-Software bei Word, Excel und Co. springt nicht einmal der geregelte Lüfter an”, schreibt die „Chip”. Gleichzeitig weisen die Tester darauf hin, dass der Mac mini sich für Gamer kaum eigne, da es nur wenige Spiele für den Mac gebe. Und auch ambitionierte Grafiker sollten sich nach Ansicht der „Chip” nach einem anderen Modell umsehen.

Der britische Online-Service „The Register” kommt zum Ergebnis, dass der Mac mini sich im Vergleich mit Windows-PCs derselben Preisklasse gut behauptet: „Beide sind mit 256 Megabyte RAM (Hauptspeicher) ausgestattet, ihre Prozessoren sind ungefähr anderthalb Jahre alt und die Grafikkarten sind nicht gerade die besten. Die ATI Radeon 9200 Grafikkarte im Mac mini verfügt über 32 MB RAM. Und solange man damit nicht einen 30-Zoll-Bildschirm ansteuern oder die aktuellsten Ballergames spielen möchte, wird man damit schon glücklich.”

Das Fachblatt „ct” weist darauf hin , dass sich die Bildqualität je nach Monitortyp krass unterscheidet. Während herkömmliche Monitore am VGA-Adapter häufig nur ein flaues Bild lieferten, produziere der Mac mini mit einem digitalen Display ein deutlich besseres Bild. Das schwache analoge Videosignal und die mäßige Erweiterbarkeit waren letztlich auch dafür verantwortlich, dass in einem „ct”- Vergleichstest der Mac mini hinter einem (gut 200 Euro teueren) Barebone-PC von AOpen nur auf dem zweiten Platz landete. Einen herkömmlichen Billig-PC ließ der Mac mini allerdings in diesem Test hinter sich.

Durchweg gute Noten in den verschiedenen Tests bekommt der Mac mini als vergleichsweise leiser Rechner. Die Fachzeitschrift „Macwelt” schreibt: „Der Mac mini ist im Normalbetrieb kaum zu hören (gemessene 0,1 Sone), dreht aber bei gleichzeitiger Beanspruchung aller Komponenten (CPU, Grafikkarte, Festplatte, optisches Laufwerk) hörbar bis auf 0,6 Sone auf, was immer noch ein guter Wert ist.” Die Tester bei der „ct” registrierten zwar deutlich höhere Werte (0,2 und 1,4 Sone), sind aber auch mit den Geräuschen unter Volllast zufrieden („nur wenig störend”).

Die Fachleute empfehlen in fast allen Tests den potenziellen Käufern, sich nicht unbedingt die Minimalvariante des Mac mini zuzulegen. Insbesondere der Hauptspeicher sollte von 256 auf 512 Megabyte aufgerüstet werden (plus 80 Euro). Wer sich an vielen Kabeln stört, kann für 100 Euro den Mac mini mit WLAN und Bluetooth ausstatten. Damit kann man dann nicht nur schnurlos ins Internet gelangen, sondern benötigt für Tastatur und Maus auch keine Kabel mehr.

Wenig Platz räumen die Fachblätter dem üppigen Softwarepaket ein, das Apple zusammen mit dem Mac mini ausliefert. Aber gerade hier macht der der kleinste Apple-Rechner im Vergleich zu einem herkömmlichen Windows-PC die Punkte. Das Paket iLife '05 geht über die bei Windows XP mitgelieferte Software weit hinaus. Die Videoschnitt-Software iMovie entspricht vom Leitungsumfang her in etwa einer Windows-Software wie Pinnacle Studio, die zusätzlich rund 80 Euro kostet. Dazu kommen beim Mac mini die Programme iDVD (Video-DVDs brennen), iPhoto für Bildbearbeitung, Diashows und Fotoverwaltung sowie iTunes für die Verwaltung der MP3-Songs und Garageband als digitales Tonstudio. Außerdem muss der Mac nicht unbedingt mit einer Antiviren-Software ausgestattet werden, die bei Windows-Usern unerlässlich ist und jedes Jahr erneut fällig wird.

„Windows-Anwender haben vermutlich mitbekommen, dass das Macintosh-Betriebssystem OS X zuverlässiger und weniger anfällig für Online-Bedrohungen ist als Windows”, schreibt Peter Lewis in seiner Kolumne für Forbes.com. „Was sie vielleicht bislang nicht wissen, dass Apples iLife-Kreativitätsprogramme iTunes, iPhoto, Garageband, iMovie und iDVD auch viel ausgereifter und eleganter sind als ihre Gegenstücke in der Windowswelt.”

Für die Experten der Fachzeitschrift „MACUP” bietet sich der Mac mini vor allem dann an, wenn schon Flachbildschirm, Tastatur und Maus vorhanden sind. „Wer das ganze Drumherum schon hat, bekommt mit dem Mac mini einen guten Rechner zu einem guten Preis”, schreibt die Münchner Zeitschrift in ihrer kommenden Ausgabe. „Wer aber noch Maus, Tastatur und Display kaufen muss, hat mit dem iBook eine Alternative, die mobiler ist als der Mac mini. Und der iMac ist ein deutlich schnellerer Mac für den Desktop.”

Michael Lohmann, Chefredakteur der „PC-Welt” zieht folgendes Fazit: „Hut ab vor dem, was Apple da gezaubert hat.” Besonders die Größe des Mac mini sei beeindruckend. „Den üblichen PC-Schraubern wird es schwer fallen, etwas Vergleichbares auf den Markt zu bringen.” Bei den eigentlichen Leistungsdaten glänze der Mac mini weniger. „Es wird sich herausstellen, ob der Mac mini mehr als eine Spielerei von Apple ist.”

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/a/service/computer/t/rzo127749.html
Montag, 14. Februar 2005, 16:22 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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