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Donnerstag, 14. Nov. 19

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Ber­lin/Han­nover - Vor dem Früh­jahr sollte der Impf­schutz gegen Tetanus über­prüft werden. Sofern in den ver­gan­genen zehn Jahren keine Impfung erfolgt ist, ist eine Auf­fri­schung fällig.

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Esslust ist emotional

Aachen/Potsdam - Bereits kurz nach Jahresbeginn sind die guten Vorsätze, endlich ein paar Kilo abzunehmen, wieder vergessen: Es lagen noch Kekse herum, der Glühwein duftete einfach zu gut, und am Weihnachtsbaum hing beim Plündern auch noch Essbares.

Esslust ist emotional

Speckröllchen verschwinden nur durch Sport. Quelle: DAK/Hanuschke+Schneider/gms

„Man nimmt nicht zwischen Weihnachten und Neujahr zu, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten”, sagt Sven-David Müller von der Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik in Aachen. Wer abnehme will, müsse daher seine Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten grundlegend ändern.

„Man nimmt nur ab, wenn man weniger Kalorien zu sich nimmt, als man braucht - und sich bewegt.” Ein paar zusätzliche Tricks gibt es aber schon. „Essverhalten ist emotional und instinktiv, nicht rational gesteuert”, sagt Müller. „Dass Leberwurstbrote fetter sind als Äpfel, weiß doch heute jeder - und trotzdem gibt es viele Übergewichtige.” Man muss sich der Kalorien also einfach bewusst werden. Ziel der Abnehmwilligen sollte die Verringerung der Fettmenge im Essen, aber auch der Essensmenge selbst sein.

Es gilt also, die Esslust auszutricksen: Wer zum Beispiel den cremigen Geschmack von Sahnequark nicht missen möchte, kann Magerquark mit Mineralwasser schaumig schlagen. Soßen lassen sich statt mit Sahne genauso gut mit einer geriebenen Kartoffel oder Zwiebel andicken. „Auch wann man isst, ist egal - abends zu essen ist nicht ungesünder als tagsüber”, stellt Isabelle Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn klar.

Auch die Getränke müssen im Blick bleiben. Selbst ungezuckerte Säfte haben noch ganz hübsch Kalorien. „Durch den fruchteigenen Zucker hat selbst frisch gepresster Orangensaft noch 46 Kalorien pro 100 Gramm”, sagt Gunda Backes, Pressesprecherin des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam. Apfelsaft bringt es gar auf 60 Kalorien. Fast ein Zaubermittel scheint dagegen eiskaltes Mineralwasser zu sein: „Es sättigt durch den "Blubbereffekt", und der Körper verbraucht Energie, weil er es aufwärmen muss”, so Müller.

Ein Croissant zum Frühstück oder eine Zimtschnecke sollten sich Abnehmwillige verkneifen. „Alleine ein Croissant hat 280 Kalorien”, so Backes. Diätfachmann Müller rät, grundsätzlich mehr Pflanzliches als vom Tier zu essen. Um Heißhungerattacken zu vermeiden, sollten Mahlzeiten die Geschmacksvarianten süß und deftig abdecken.

Wichtig ist beim Abnehmen , dass der Blutzuckerspiegel während der Mahlzeiten langsam steigt. Da bringen alle Lebensmittel etwas, die gekaut werden müssen. „Pellkartoffeln sind daher durch ihre höhere Dichte besser als geschält gekochte Kartoffeln”, so Müller. Auch an Salat könne man sich regelrecht sattkauen. Doch ohne richtige Bewegung ist Abnehmen auf Dauer nicht möglich. Speckröllchen verschwinden nur durch Sport.

Generell nimmt jeder ab, der seinem Körper weniger Kalorien zuführt, als dieser braucht. „Wer ein Kilogramm pro Woche abnehmen will, muss jeden Tag 1000 Kalorien einsparen”, so Gunda Backes. Realistisch sei eine wöchentliche Abnahme von rund 500 Gramm.

Ein Fehler sei es, sich ein paar Wochen durch eine Diät zu hungern und dann wieder zu essen wie vorher. „Was vorher falsch war, ist doch hinterher nicht richtig”, sagt Müller. Für eine „Umstellung im Kopf” plädiert daher Keller; „Wo sind meine Schwächen, was kann ich schaffen - und was ist für mich unverzichtbar?” sollte sich jeder Abnehmwillige fragen. „Wenn es das Stück Schokolade nach dem Essen einfach sein muss, ist das auch in Ordnung.” Die Ziele sollten erreichbar sein, die Latte nicht zu hoch hängen.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/a/service/gesundheit/t/rzo120594.html
Mittwoch, 19. Januar 2005, 10:17 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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