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| Fußball Formel 1 Sporttabellen Foto des Tages |
Archiviert am
Montag, 21. Februar 05 |
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Mainz 05 stoppt die "Drecksserie": 0:0 gegen Bielefeld Ein erster Schritt zur Besserung Mainz - Zumindest der freie Fall ist gestoppt, die Serie abgerissen. Nach sieben Niederlagen in Folge gelang den Profifußballern des FSV Mainz 05 zwar nicht der erhoffte Sieg gegen Arminia Bielefeld. Das torlose Unentschieden vor 20 300 Zuschauern, die den ausverkauften Bruchweg in eine selten dagewesene Atmosphäre tauchten, ist immerhin ein Schritt in die richtige Richtung. Nur das Aluminium und ein überragender Gäste-Torhüter verhinderten den 05-Sieg. Sie wussten nicht so richtig, ob sie lachen oder fluchen sollten. "Ich kann eigentlich nichts daran aussetzen, außer, dass die Tore wohl zu klein sind", sagte Christian Heidel aufgeräumt. Der Manager stand nach diesem intensiven 0:0 im Aufsteigerduell gegen Arminia Bielefeld vor der Kabinentür im Bruchwegstadion und sinnierte über dieses erste, kleine Erfolgserlebnis nach sieben Niederlagen in Folge. "Wenigstens etwas, wenigstens ist diese Serie gestoppt", sagte der Manager. "Heute hat einfach das Glück gefehlt." "Von diesen Innenpfosten werde ich träumen" Zwar ist den 05-Profis auch im dritten Auftritt hintereinander kein Treffer gelungen, aber das ist halt auch typisch für die Situation: Diese Partie gegen die Ostwestfalen, denen der FSV Mainz 05 am Bruchweg eigentlich nie eine reelle Siegchance ließ, hätte eine selbstbewusste Heimmannschaft, ein Team wie die 05er in Vorrundenform, locker mit 3:0 gewonnen. So aber verhinderten zwei Mal der Innenpfosten und der überragende Arminia-Schlussmann Mathias Hain den ersten dreifachen Punktgewinn seit 20. November 2004. "Von diesen Innenpfosten werde ich träumen", sagte Harald Strutz nachher stöhnend. "Wir hätten gerne diese drei Punkte gehabt. Normalerweise drückst du doch so einen Apparat auch mal über die Linie, aber man sieht halt auch, dass unsere Mannschaft nicht immer das große Selbstvertrauen hat." Immerhin, die 05er haben ein extrem schwieriges Spiel gegen einen ähnlich resolut und klar vorgehenden Gegner, der mit dem Selbstvertrauen seiner Tabellenposition und dem 3:1-Sieg gegen die Bayern am Bruchweg anrückte, mit kämpferischen Mitteln, aber auch mit vielen guten fußballerischen Ansätzen dominiert. Dabei haben die Mainzer so viele Chancen herausgearbeitet, wie in den zurückliegenden drei Spielen zusammen nicht. "Das war ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber klar ist auch, da muss noch mehr kommen", sagte der 05-Chef. "Beste Fußballatmosphäre der ganzen Saison" Ein Schritt, der sicherlich nur möglich war in einer solch heißen Atmosphäre. Was diese 20 000 Anhänger der 05er im Stadion ihrem Team an Unterstützung zukommen ließen, hat es in dieser intensiven Form in Mainz, wenn überhaupt, dann ganz selten gegeben. Lautstark, frenetisch, ohne eine Sekunde lang Ruhe zu geben, peitschten die Mainzer ihr Team 90 Minuten lang nach vorne und halfen den Spielern auch über schwierige Phasen hinweg. So, als hätte es diese Diskussion unter der Woche ums so genannte "Schunkelverbot" nie gegeben. "Einfach grandios", sagte Heidel, der vergangene Woche bewusst auf die Fan-Emotionen gezielt hatte, berührt vom deutlichen Signal der Anhänger. "Die Mainzer haben gezeigt, dass sie genau verstanden haben, was wir wollten", erklärte der Manager. "Das war die beste Fußballatmosphäre der ganzen Saison." Und nur deshalb lasse sich eine gewisse Enttäuschung nicht leugnen. "Für die Zuschauer hätte ich mir den Sieg gewünscht. Am besten sogar einen dreckigen Erfolg mit einem Tor in der 93. Minute." Was allerdings bei allem Einsatz der 05er nicht möglich gewesen wäre, da Schiedsrichter Peter Gagelmann überpünktlich abpfiff. Klopp: "So muss es weitergehen" Jürgen Klopp haben die vergangenen Wochen arg zugesetzt. Der Teamchef wirkte nach der Partie müde, angegriffen, strapaziert von den mentalen Einflüssen. "Ich bin froh, dass diese Drecksserie endlich vorbei ist", sagte der Trainer leise. "Was die Mannschaft in diesem Spiel getan hat, war nicht selbstverständlich in unserer Situation. Sie hat enorm viel investiert. Das heute war ein Anfang. In dieser Art und Weise muss es weiter gehen." Klopp fühlte sich von seinen Leuten bestätigt. "Es war eine unglaubliche Bereitschaft da. So wie heute wollen wir Fußball spielen." Erstmals in dieser Rückrunde, so der 37-Jährige, habe das Team dies über lange Zeit durchgezogen. "Hinten raus ging uns etwas der Saft aus", sagte Klopp. Normal, auf Grund der personellen und Trainingssituation: Noveski, Gerber, da Silva und Balitsch hatten kaum trainiert unter der Woche. "Diese Partie war ein eindeutiges Zeichen", sagte der Teamchef, "ein großes Bemühen, unsere Situation zu ändern." Mit gutem Gefühl nach Dortmund Natürlich war das Mainzer Spiel alles andere als perfekt. Natürlich sollte ein Team im Abstiegskampf seine Chancen besser nutzen. "Man muss aber auch erst einmal dahin kommen, dass man an den Pfosten schießt. Das war zuletzt nicht der Fall", erklärte Klopp. Für den Coach, wahrscheinlich auch für das Gros der Anhänger, hat dieses 0:0 trotzdem eher aufbauende Wirkung, gibt allen Beteiligten ein besseres Gefühl. "Jetzt fahren wir nach Dortmund und holen dort etwas", erklärte der 05-Manager forsch. Und Jürgen Klopp sinnierte: "Jetzt geht es darum, die Sache weiter so durchzuziehen. Dann war dies ein ganz wichtiger Punkt im Abstiegskampf." Jörg Schneider, MRZ - Foto: Bernd Eßling
http://rhein-zeitung.de/on/05/02/21/sport/r/mainz-1.html |
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