NachrichtenMagazinMagazinService
Anzeigen Verlag im Netz Kevag Telekom Internet-Service Kontakt
Fußball Formel 1 Sporttabellen Foto des Tages
Archiviert am
Montag, 21. Februar 05

Die Uhr tickt...Hamburg - Das Prä­sidium des Deut­schen Fuß­ball-Bun­des (DFB) berei­tet nach Infor­matio­nen von „Spie­gel Online” angeb­lich die Abwahl von Prä­sident Gerhard Mayer-Vor­fel­der vor.

SpielballDüs­sel­dorf - Der Bör­sen­gang des Fuß­ball-Bun­des­ligis­ten Borus­sia Dort­mund könnte zum Fall für den Staats­anwalt werden. Die Münch­ner Anwalts­kanz­lei Rotter kün­digte eine umfas­sende Straf­anzeige gegen den ehe­mali­gen…

Oberst­dorf - Aus­gelaugt, gefrus­tet und ratlos: Der Traum von einer WM-Staf­fel­medaille für die deut­schen Damen und damit die Fort­set­zung des vor drei Jahren begon­nenen Lang­lauf-Mär­chens ist in Oberst­dorf geplatzt.

Damen-Staffel bleibt ohne Medaille

Oberstdorf - Ausgelaugt, gefrustet und ratlos: Der Traum von einer WM-Staffelmedaille für die deutschen Damen und damit die Fortsetzung des vor drei Jahren begonnenen Langlauf-Märchens ist in Oberstdorf geplatzt.

Siegerinnen

Die Norwegerinnen jubeln im Ziel über ihren Sieg.

Nach dem Olympiasieg in Salt Lake City 2002 und dem WM-Titel in Val di Fiemme vor zwei Jahren reichte es für Steffi Böhler (Ibach), Viola Bauer (Oberwiesenthal), Evi Sachenbacher (Reit im Winkl) und Claudia Künzel (Oberwiesenthal) hinter Norwegen, Russland und Italien lediglich zu Rang vier. Während die Norwegerinnen ausgelassen ihren vierten Staffel-Erfolg, den ersten seit 1982 feierten, schlichen die deutschen Damen mit gesenkten Köpfen von dannen.

14 Kilometer lang durfte das DSV-Quartett auf die Medaille hoffen. Steffi Böhler wechselte als Startläuferin zwar mit 16 Sekunden Rückstand, doch Viola Bauer lief ein engagiertes Rennen und brachte ihr Team am Ende der Klassik-Distanz bis auf 10 Sekunden heran. Als Evi Sachenbacher gemeinsam mit der Norwegerin Kristin Steira die Lücke zur Russin Jewgenja Medwedjewa-Abruzowa schloss, lag sogar eine Sensation im Bereich des Möglichen. Doch am letzten Anstieg kam bei der Bayerin der Einbruch.

„Ich war so blau am Ende, mir fehlten einfach die Körner, um mitzugehen. Ich hatte so brutal schwere Beine”, jammerte die einstige Spitzenläuferin, die nur noch ein Schatten ihrer selbst ist. Zu schnell, so analysierte sie, habe sie das 10-Sekunden-Loch zugelaufen. Unterstützung erhielt sie von Bundestrainer Jochen Behle. „Sie hat es probiert und die Flucht nach vorn angetreten. Am letzten Berg hat sie dann dem Tempo Tribut gezollt und gleich 30 Sekunden bekommen”, beschrieb der Coach die entscheidende Szene. „Kein Vorwurf an Evi, sie hat tapfer gekämpft. Wir sind eine Staffel. Da lässt niemand mit Absicht abreißen”, tröstete Viola Bauer ihre Teamkollegin.

Der Rückstand war für Claudia Künzel zu groß, zumal sie nach ihrer Krankheit nicht im Vollbesitz der Kräfte war. „Normalerweise sind 30 Sekunden für sie kein Problem. Wenn wir beim Wechsel Anschluss gehabt hätten, wäre es anders ausgegangen. So aber müssen wir akzeptieren, dass Italien stärker war”, meinte Behle. Claudia Künzel sah es realistisch. „Ich hatte schon beim Loslaufen keine Chance. Ich wusste, dass ich nicht die Form habe, den Riesenrückstand aufzuholen. Ich fühle mich schon den ganzen Winter nicht so frisch wie früher und war heute nicht besser als die Italienerin”, erklärte die Oberwiesenthalerin. Vor den noch ausstehenden sieben Entscheidungen in der Loipe hat Behle sein WM-Ziel vorsorglich nach unten korrigiert: „Wir wollen wenigstens eine Medaille holen.”

Auch in der Damen-Staffel blieb mit Platz vier das erhoffte

Das Ausbleiben des Erfolgs tat der Stimmung im Team allerdings keinen Abbruch. „Wir sind im Soll. Die Kombinierer haben die Erwartungen bereits übererfüllt, die Skispringer haben die angestrebte Medaille mit Silber im Team-Wettbewerb gewonnen. Nur der Langlauf ist bislang eine Enttäuschung”, sagte Thomas Pfüller, Sportdirektor im Deutschen Skiverband (DSV), in einem dpa-Gespräch.

Etwa 150 000 Fans strömten zu den Entscheidungen und machten die Titelkämpfe zu einem Volksfest. „Es ist eine riesen WM. Die Stadien sind voll, die Stimmung toll. Unsere Erwartungen wurden erfüllt”, stellte Pfüller zufrieden fest. Auch im organisatorischen Bereich seien größere Pannen ausgeblieben. „Dass das eine oder andere zu WM-Beginn nicht so lief, ist normal. Die Dinge haben sich mittlerweile eingeschliffen”, sagte Pfüller.

Ein Jahr vor den Olympischen Winterspielen in Turin sieht der DSV-Sportdirektor das deutsche Team auf einem guten Weg. „Momentan zählt natürlich nur die WM, aber wir haben auch Olympia im Blick. Da kann man feststellen: Wir sind auf der Höhe”, meinte Pfüller. Dies ist in erster Linie ein Verdienst der Nordischen Kombinierer um Einzel-Weltmeister Ronny Ackermann und Vize-Weltmeister Björn Kircheisen. „Die sind mehr als im Soll”, sagte Pfüller.

Dass die zuletzt arg gebeutelten Skispringer mit dem zweiten Platz im Mannschaftsspringen auf der Normalschanze die Erwartungen ebenfalls schon erfüllt haben, löste bei Pfüller besondere Freude aus. Immerhin hatte er im vergangenen Herbst den damals überraschenden Wechsel im Bundestraineramt von Wolfgang Steiert zu Peter Rohwein veranlasst. „Damals haben die Grundlagen vor allem im Kraftbereich nicht gestimmt. Der Coach hat es trotz einiger Rückschläge geschafft, die Athleten vor der WM zu Spitzenwerten zu führen. Ich bin so froh über die Medaille, vor allem für Peter Rohwein”, lobte Pfüller die Arbeit des Cheftrainers.

Sorgen bereiten dem Sportdirektor dagegen die Langläufer, die im deutschen Lager als heißeste Anwärter auf Edelmetall galten. Fünf Chancen - fünf Pleiten, so lautet die unbefriedigende Ausbeute des Teams von Bundestrainer Jochen Behle. Insbesondere die Formschwäche der Herren um Weltcup-Spitzenreiter Axel Teichmann stellt die Verantwortlichen vor ein Rätsel. „Wir sind alle unwahrscheinlich traurig und stocksauer, dass die Leistungen ausgerechnet bei der WM bislang nicht gekommen sind. Wir werden aber niemandem den Kopf abreißen”, erklärte Pfüller.

dpa-infocom



http://rhein-zeitung.de/on/05/02/21/sport/t/rzo129570.html
Montag, 21. Februar 2005, 15:41 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
Artikel empfehlen    Leserbriefe    Impressum

suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
Druckversion