Nachrichten Sport Magazin Service
Anzeigen Verlag im Netz Kevag Telekom Internet-Service Kontakt
Auto Computer Multimedia Wirtschaft Freizeit Urlaub Gesundheit Beruf Lexikon
Donnerstag, 21. Nov. 19

Real de Catorce in MexikoReal de Catorce - Ein zwei­ein­halb Kilo­meter langer Tunnel führt die Besu­cher in eine andere Welt. In eine Stadt ohne Neu­bau­ten, ohne Leucht­rekla­men, ohne geteerte Straßen.

-Grin­del­wald - Mit Samuele Salm und Urs-Beat Hauser ist gut Schlit­ten fahren. Der Tou­ris­mus­direk­tor von Grin­del­wald und der Chef des Hotels „Bel­vede­re” kennen selbst die ver­wegens­ten Touren im Para­dies der…

Girne - Als Zypern der EU bei­trat, musste der von der Repu­blik abge­spal­tene Norden draußen blei­ben. Die Nord­zyp­rer sind darüber ent­täuscht, wollen sie doch poli­tische und wirt­schaft­liche Gemein­schaft mit den…

Kernavé - Der Ort ver­birgt sich hinter wild wuchern­der Natur: Ker­navé, die erste bal­tische Haupt­stadt, die Wiege der litaui­schen Zivi­lisa­tion. Eine mys­tische Aura umgibt die Stätte nord­west­lich von Vil­nius…

Auck­land - Ste­pha­nie ist vier Jahre alt und scheint gar keine Angst zu haben. Das Mädchen liegt bäuch­lings auf dem Glas­fuß­boden der Sky-Tower-Aus­sichts­platt­form in Auck­land und blickt nach unten…

Wild­haus - Die kleinen „Ski­hasen” haben auch sonst ihren Spaß - aber wenn „Snow­li” kommt, macht das Rut­schen auf den Bret­tern gleich nochmal so viel Spaß.

Urlaub

News  

Deutschland-Reisen  

Gesundheit auf Reisen  

Neues aus dem Katalog  

Recht  

Tipps  

Traumziele  

Real de Catorce in Mexiko

Real de Catorce - Ein zweieinhalb Kilometer langer Tunnel führt die Besucher in eine andere Welt.

Real de Catorce in Mexiko

Warum die Stadt aufgegeben wurde, wurde nie geklärt. (Bild: Schmid/dpa/gms)

In eine Stadt ohne Neubauten, ohne Leuchtreklamen, ohne geteerte Straßen. In Häusern wachsen Nopal-Kakteen und Agaven. Es ist das mexikanische Real de Catorce.

Der Putz bröckelt. Auf den Gassen mit Kopfsteinpflaster sind nur wenige Menschen zu sehen. Ein paar Hunde streunen herum, hier und da wiehert ein angebundenes Pferd oder es schreit ein Esel. Der Ort, der auf 2756 Metern Höhe am Rand der östlichen Sierra Madre liegt, ist fast eine Geisterstadt.

Das war nicht immer so. Die Stadt wurde Mitte des 18. Jahrhunderts gegründet, und als 1773 riesige Silbervorkommen entdeckt wurden, begann ihr Aufstieg zu einer der wichtigsten Minenstädte Lateinamerikas. In ihrer Blütezeit wurde jährlich Silber im Wert von drei Millionen Dollar gefördert, 40 000 Menschen lebten hier. Doch Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Stadt verlassen. Warum, ist nicht eindeutig geklärt. Die einen sagen, dass die Mexikanische Revolution die Minenbesitzer in die Flucht geschlagen habe, die anderen meinen, dass es am fallenden Silberpreis lag, der den Abbau in den tiefen Schächten unrentabel machte. Die prächtigen Kolonialhäuser verfielen. Kakteen bemächtigten sich der Gebäude.

Ein paar Familien harrten aus. Dass die Stadt nicht völlig in Vergessenheit geriet, liegt auch an den Wundern, die dem Heiligen Franz von Assisi zugeschrieben werden, dessen Statue seit Jahrhunderten gütig lächelnd über einem Seitenalter der Kirche La Parroquia sitzt. Jedes Jahr pilgern am 4. Oktober tausende Gläubige nach Real de Catorce, um den Heiligen um Hilfe zu bitten oder Dank zu sagen. Im Sog der Pilger kamen in den siebziger Jahren auch ausländische Touristen. Sie waren fasziniert von dem morbiden Charme und der kargen Gebirgslandschaft - und sie stießen auf den halluzinogenen Peyote-Kaktus, der in der Umgebung wächst.

Es dauerte nicht lange, bis sich eine kleine Gemeinde ausländischer Künstler und Aussteiger in Real de Catorce niederließ und einige der verfallenen Häuser wieder bewohnbar machte. Seit hier im Jahr 2000 der Film „The Mexican” mit Brad Pitt und Julia Roberts gedreht wurde, finden mehr Touristen den Weg in den abgeschiedenen Ort, wo heute wieder rund 1000 Menschen leben.

Der Weg nach Real de Catorce ist beschwerlich. Die wohl längste Kopfsteinpflasterstraße der Welt führt 25 Kilometer in Serpentinen in die karge Bergwelt - vorbei an verfallenen Minendörfern, in denen nur noch die Kirchen in strahlendem Weiß leuchten. Wie aus dem Nichts taucht plötzlich der Eingang des Ogarrio-Tunnels auf, Endstation für die Busse aus Matehuala, denn der 1901 gebaute Tunnel ist so schmal, dass ihn nur kleinere Fahrzeuge passieren können. Die Passagiere müssen sich in einen Kleinbus quetschen. Am Tunneleingang steht ein Mann mit Funkgerät, der den einspurigen Verkehr regelt.

Am anderen Ende werden Neuankömmlinge von Jungen umlagert, die anbieten, sie in eine Unterkunft zu führen. Die Hotels fallen im staubigen Grau der Gassen sofort auf, denn sie gehören zu den wenigen renovierten Häusern. Es gibt neun Hotels, und man kann im gleichen Bett schlafen, in dem schon Julia Roberts oder Brad Pitt genächtigt haben. Italiener eröffneten rund um die Plaza Hidalgo Restaurants. Südlich des Platzes lungern immer ein paar einheimische Jungs herum, die Touren zu Pferd zu den Pueblos fantasmos, Ruinen ehemaliger Minen und Siedlungen in den umliegenden Bergen, anbieten. Die Einheimischen erzählen, wenn man aufmerksam hinhöre, könne man dort die Geisterstimmen der Bergarbeiter vernehmen.

Informationen: Mexikanisches Fremdenverkehrsbüro, Taunusanlage 12, 60325 Frankfurt/Main (Tel.: 00800/66 66 22 11).

www.mexiko-reisetipps.de

www.realdecatorce.net

www.visitmexico.com

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/02/23/service/reise/reisetipp/t/rzo128832.html
Freitag, 18. Februar 2005, 10:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
Artikel empfehlen    Leserbriefe    Impressum

suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
E-Paper

Die heutige Ausgabe der Rhein-Zeitung


Verlags-Service Abo-Service Anzeigen-Service
E-Paper
 
Druckversion