Nachrichten Sport Magazin Service
Anzeigen Verlag im Netz Kevag Telekom Internet-Service Kontakt
Auto Computer Multimedia Wirtschaft Freizeit Urlaub Gesundheit Beruf Lexikon
Sonntag, 17. Nov. 19

München - Ski­fah­rer in den Alpen sollten sich derzeit streng an die Warn­hin­weise der ört­lichen Pis­ten­dienste halten. Gerade nachdem Neuschnee gefal­len ist, bestehe erheb­liche Lawi­nen­gefahr…

Köln - Die Flug­gesell­schaft EAE Euro­pean Air Express nimmt eine neue Ver­bin­dung zwi­schen Köln und Nürn­berg auf. Vom 28. März an werden von Montag bis Freitag täglich zwei Flüge ange­boten.

Walds­hut-Tien­gen - Fans der Serie „Schwarz­wald­kli­nik” können sich das TV-Domi­zil von Prof. Brink­mann auch im Ori­ginal anse­hen. Im wirk­lichen Leben ist die „Villa Brink­mann” ein kleines Museum im…

Hamburg - Der See­reise-Ver­anstal­ter Norden Tours schickt im kom­men­den Winter ein zweites Schiff zur ant­ark­tischen Halb­insel. „Damit bieten wir ins­gesamt 18 Abfahr­ten zu der 14-tägi­gen See­reise an”…

Köln - Das Unter­neh­men Viking River Cruises stellt jetzt ein zweites Fluss­kreuz­fahrt-Schiff auf dem Jangtse in China in Dienst. Das Fünf-Sterne-Schiff „Viking Century Sky” ist mit 126,80 Meter der längs­te…

Bres­lau/Gör­litz - Polen als El Dorado der Auto­diebe: Dieses in Deutsch­land ver­brei­tete Bild ist vor allem den Tou­ris­mus- Verant­wort­lichen des öst­lichen Nach­bar­lan­des ein Dorn im Auge.

Urlaub

News  

Deutschland-Reisen  

Gesundheit auf Reisen  

Neues aus dem Katalog  

Recht  

Tipps  

Traumziele  

Biathlon „schnuppern” bei den Profis

Obertilliach - Mit dem Gewehr auf dem Rücken durch die Loipe spurten - viele Skisportler kennen das nur aus dem Fernsehen.

Biathlon

Josef Obererlacher zeigt die Technik des Liegend-Schießens. (Bild: Mau./dpa/gms)

Biathlon gehört zu den olympischen Disziplinen, wird aber von nur wenigen Freizeitlangläufern praktiziert.

Schließlich wird ein Schießstand benötigt, damit die Sache funktioniert. Inzwischen bieten mehrere Wintersportorte jedoch „Schnupperkurse” im Biathlon an - zum Beispiel Obertilliach in den Osttiroler Alpen im Süden Österreichs.

„Man muss sich vom Schuss überraschen lassen”, sagt Josef Obererlacher. Der 40-jährige ehemalige Weltcup-Biathlet gibt heute in Obertilliach den interessierten Touristen Schützenhilfe. Die Ski und die Beine seitlich gespreizt, liegt Ingrid Scholz auf einer grauen Gummimatte im Schnee. In der Hand der 37-Jährigen ruht ein 4,2 Kilo schweres Sportgewehr, Kaliber 22. Die Munition sind Long-Rifle-Bleigeschosse mit Messinghülse, die bei einer Reichweite von 1,5 Kilometer auf 300 Meter tödlich sind. Die Zielscheiben hängen nur 50 Meter entfernt: fünf schwarze Kreise, 11 Zentimeter groß beim Stehend-Schießen und 4,5 Zentimeter im Liegen. Im „Schnupperkurs” für acht Euro wird aber auch im Liegen auf die großen Scheiben angelegt.

Bei der erste Runde stützt ein grüner Sandsack das Gewehr. Ingrid legt den Finger an den Abzug, fixiert über Kimme und Korn das Ziel und drückt ab. Das Geschoss klappt die schwarze Schablone nach hinten - Treffer. Beim folgenden Schuss erkennt Josef Obererlacher schon am Klang, wie weit die Patrone die Zielscheibe verfehlt hat: „Ein Zentimeter, mehr fehlte nicht”. In der zweiten Runde – nun ohne den Sandsack – lässt dann das Gewicht des Gewehrs die Hand zittern. Im Stehen schwankt die Waffe wie ein Blatt im Wind. Der abgewinkelte Arm auf der vorgeschobenen Hüfte hilft da nur wenig als Stütze.

Mit angehaltenem Atem drückt Ingrid ab. Ein Schuss aus der Fünfer-Serie ist ein Treffer. „Jetzt stell Dir das Ganze unter Belastung vor: mit rasendem Puls um die 200 Schläge pro Minute, die Du runterdrücken musst auf 160, 165, und der Konkurrenz im Nacken”, erzählt Obererlacher. Ingrid nickt und schaut nach links: In hohem Tempo skaten dort zwei Biathletinnen zu den Schießständen, bremsen, zielen im Stehen: fünf Schuss, fünf Treffer. Per Fernrohr beurteilt ihr Trainer die Ergebnisse. Dann kommen Weißrussen mit knallengen Outfits, schießen ebenfalls und entschwinden wieder auf der Loipe.

Aus dem Augenwickel beobachten die Touristen die Sportler: Bahn an Bahn mit den besten Biathleten der Welt, das beflügelt. Ricco Groß aus Ruhpolding bereitet sich hier auf Weltcup-Wettbewerbe vor, Norwegens „Biathlon-König” Ole Einar Björndalen lebt bereits in Obertilliach und schwärmt von den idealen Trainingsmöglichkeiten: Die Höhenlage von 1450 Meter entspricht den Bedingungen wie bei den Winterspielen in Turin 2006, und der Schnee fällt früh und reichlich.

In Obertilliach leben die Menschen einerseits sehr traditionell: Mit Hans Egartner dreht hier Österreichs letzter Nachwächter seine mitternächtliche Runde, und morgens um 6.00 Uhr konkurriert der Hahn mit der Kirchenuhr. Andererseits baue das 800 Einwohner-Dorf konsequent seine Kompetenz als Biathlon- und Langlaufzentrum aus, sagt Obererlacher. Zum 2003 erbauten Schießstand mit 30 beleuchteten Bahnen kam im September 2004 eine gut vier Kilometer lange Skirollerstrecke für das Sommertraining der Top-Athleten hinzu.

Zum Winter 2005/2006 soll ein Servicezentrum samt Restaurant die Anlage ergänzen. Die Investitionen von rund zwei Millionen Euro teilten sich das Land Tirol, drei Gemeinden, der Tourismusverband Hochpustertal sowie zwei Dutzend Betriebe aus Obertilliach.

Sechs Meter Gefälle und ein Tunnel verbinden den Biathlon-Stützpunkt mit der fünf Kilometer langen, beschneibaren Wettkampfloipe und der 60 Kilometer langen Grenzlandloipe, einer leicht bis mittelschweren Panoramastrecke durch das Lesachtal und über die Landesgrenze hinweg bis nach Maria Luggau in Kärnten. Im Talgrund plätschert die Gail, hohe Schneehauben bedecken die Heuhütten. Über tief verschneiten Wiesen und Weiden erhebt sich ein dichter Tannenwald, bekrönt von den Bergspitzen des Karnischen Kamms.

Hell verputzt und mit Holz verkleidet , ducken sich die Höfe und Häuser von Obertilliach um die Pfarrkirche. Eine Zweiersesselbahn schwingt sich zum 1450 bis 2250 Meter hoch gelegenen Skigebiet Golzentipp hinauf. An seinen flachen Ausläufern lernt der Nachwuchs mit Pinguin Bobo die ersten Schwünge. Abends lockt der „Unterwöger” mit Schlipfkrapfen, die als nudelumhüllter Kartoffelbrei in Butter baden, und einem hochprozentigen „Pregler” aus Äpfeln und Birnen als Verdauungshilfe.

Doch noch leuchtet die Sonne über den Schnee und lockt seit diesem Winter ein geradezu grenzenloses Langlauferlebnis: „Dolomiti Nordic Ski”. Unter Federführung der Tourismusverbandes Hochpustertal haben sich acht Regionen in Ost- und Südtirol zum größten Langlaufgebiet Europas zusammen geschlossen – und Obertilliach liegt als „Area 05” mitten in dem 900 Kilometer großen Loipenverbund.

Informationen: Österreich Werbung (Tel. zum Ortstarif: 01802/10 18 18, Fax: 01802/10 18 19); Tourismusbüro Ober-Untertilliach, Dorf 4, A–9942 Obertilliach (Tel. von Deutschland: 0043/4847/52 55, Fax 0043/4847/52 55 11).

www.austria.info/de

www.tiscover.at/obertilliach

www.biathlon-obertilliach.com

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/02/23/service/reise/t/rzo127898.html
Dienstag, 15. Februar 2005, 10:20 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
Artikel empfehlen    Leserbriefe    Impressum

suchen im
Lexikon
RZ-Online-Archiv
Zeitungs-Archiv
Internet
 
Druckversion