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Archiviert am
Freitag, 25. Februar 05 |
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Tanzmusik aus Kuba: Cesar Pedroso y los que Son, Son Hamburg - Der XXL-Name der kubanischen Band Cesar Pedroso y los que Son, Son ist selbst für deutsche Sprachschöpfer ein ungewöhnliches Konstrukt und zusammen mit dem Albumtitel „Pupy El Buenagente” fast so gut wie unaussprechbar.
Egal, denn die Musik gibt den Ton an und Cesar Pedroso y los que Son, Son machen ziemlich flotte Musik für den Aficionado lateinamerikanischer Klänge - abgehoben, leicht jeder Schwermut trotzend und - vor allem - tanzbar. Pedroso ist einer der großen alten Männer der kubanischen Musik, seit über 30 Jahren tonangebend, und er brilliert noch immer am Piano. Als Mitglied von Los Van Van, der international bekanntesten Popband Kubas, war er an Stilkreationen wie Songo* und Timba** beteiligt, befruchtete das Pianospiel*** in der Latin Music und schrieb so manchen Hit, wie den Erfolg „Azucar” für Celia Cruz. Seine bekanntesten Stücke „Traicionada”, „Seis Semanas”, „Que Cosas Tiene La Vida”, „Ni Bonbones Ni Caramelos” und „La Bomba Soy Yo” haben auf Kuba den Rang von Volksliedern und gehören zum Kulturgut der Nation. Zu Beginn des Jahrhunderts gründete er Los Que Son, Son (der Name ist eine Anspielung auf „den Son und das Sein”) um sich von seiner alten Formation freizuschwimmen. Die 17-köpfige Traumbesetzung von Los Que Son, Son besteht aus lauter Virtuosen, die sich ihre Meriten mit diversen Konzert- und Plattenprojekten bereits verdient haben und nichts mehr beweisen müssen. Das gereicht dem Album zur Ehre - und klar, dass es ein richtig gutes wurde. Gleich der Eröffnungstitel putzt die Lauscher frei: „El Buenagente” - der artige, brave Mann, „the good guy” - eine frühe Komposition von Pedroso, lange im Programm seiner Ex-Formation, heute so etwas wie die Kennmelodie von „Pupy”, so sein Spitzname. Auch die folgenden acht mehrheitlich eigenen Kompositionen warten mit Timba-Drive auf. „Disco Azucar” heizt mit packenden Rhythmen aus der Perkussionsabteilung mächtig ein und wartet mit einem pulsierenden Rede-und-Antwort-Duell zwischen Leadsänger und Chor auf. Das Midtempo-Stück „Dicen Que Dicen” hat Ohrwurmmqualität und in „Los Tres Gordes” schmettert fettes Blech im Megaformat. Auch „Gato Por Liebre”, von Bandmitglied Leonardo Teruel, setzt sich in den Lauschern fest. Der bewegungsfördernde Latin Beat „Ay Lola” aus der Feder von Rodolfo Cardenas infiziert zum Ende auch die letzten Tanzunwilligen. „Pupy El Buenagente”, der jüngste Meilenstein einer an Höhepunkten nicht armen Musikerkarriere. * Los Van Van leisteten Pionierarbeit bei der Einführung des Songo-Stils, einer Mischung aus kubanischen und westlichen Elementen. Cesar Pedroso erhielt mit der Band 2000 einen Grammy in der Kategorie „Best Latin Performance”. ** Die noch junge Stilrichtung Timba ist ein Dancesound der traditionelle Rhythmen wie Son und Salsa mit Elementen aus Jazz, Rap, Rock und Funk zu einer feurigen Mixtur verknüpft. Seit Jahren die angesagte Musik der kubanischen Jugend. Timba ist auch der Name eines Wohnviertel in Havanna. Pedroso ist dort geboren und aufgewachsen. *** Im Gegensatz zum üblichen Salsa-Stil, in dem sich der Pianist zumeist auf formelhafte Spielfiguren beschränkt, erlaubte sich Pupy schon früh eigenwillige Schöpfungen. Für nahezu jeden Song erfand er mit raffinierten Synkopierungen und Einflüssen aus der afrikanischen Rhythmik eine eigene, jeweils passende Begleitung an den schwarzen und weißen Tasten. Außerdem ist es typisch für seinen Stil, dass sich die rechte und linke Hand nicht selten gegenläufig bewegen. dpa-infocom
http://rhein-zeitung.de/on/05/02/25/magazin/musik/t/rzo130469.html |
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