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„Romeo und Julia” als Pop-Märchen in Wien

Wien - Ein Klassiker landet in der Popwelt: Shakespeares Liebesdrama „Romeo und Julia” hat in der Musicalfassung von Gerard Presgurvic das Premierenpublikum im Wiener Raimund-Theater begeistert.

«Romeo und Julia»

Marjan Shaki als Julia und Lukas Perman im Musical „Romeo und Julia” in Wien.

Raffinierte, immer wieder überraschende Ausstattung, kraftvoll-akrobatische Choreografie und ein einsatzfreudiges Ensemble machten die deutschsprachige Erstaufführung am Donnerstagabend zu einer bewegenden Show. Viel Sympathie ernteten auch Marjan Shaki und Lukas Perman in den Titelrollen. Sprachlich und musikalisch in der Gegenwart angesiedelt, gestaltet Gerard Presgurvic den Drama- Klassiker als zeitloses Märchen vom Sieg der Liebe über feindselige Verhältnisse. Der hohe Preis für die Versöhnung ist der tragische Tod der jungen Helden.

Zu einer verhalten dramatischen Ouvertüre (Musikarrangement: Christian Kolonovits) hebt sich der Vorhang und gibt den Blick frei auf einen überwältigenden Sternenhimmel. Eine einschmeichelnde Erzählerstimme lässt keinen Zweifel daran, dass im Folgenden ein Märchen erzählt werden soll: „Alle Geschichten beginnen mit "Es war einmal"...”. So beginnt denn die Musical-Adaption von Shakespeares klassischem Liebesdrama ebenfalls als Märchen und endet nach rund zweieinhalb Stunden auch als solches: Über die toten Körper der Liebenden hinweg reichen sich die verfeindeten Mütter die Hände. Die Familien, die sich bis dahin vehement bekämpften, erkennen ihre Schuld an dem Tod der beiden und versöhnen sich.

Gleich zu Beginn werden die Fronten geklärt. Zu dramatischen Trommelschlägen rücken Spots die Kontrahenten in der Stadt Verona ins Licht: blau gekleidete Montagues verharren in Kampfposen gegen die Capulets in roten Kostümen. Inmitten der aufgewühlten, aggressiven Schar, angeführt von Rasmus Borkowski als Mercutio und Mark Seibert als Tybalt, zeigt sich Lukas Perman als träumerisch-melancholischer Romeo. In der kindlich-süßen Marjan Shaki findet er seine seelenverwandte Julia.

Stimmlich und in der Bühnenwirkung fallen die beiden gegen das kraftvolle übrige Ensemble etwas zurück. Große Auftritte haben Carin Filipcic als verständnisvolle, tatkräftige Amme und Seibert als der aufbrausende Tybalt, dem eine nachdenkliche Ballade Gelegenheit gibt, sich auch als Opfer der Umstände darzustellen. Stark wird am Ende Charlie Serrano als Pater Lorenzo, der durch den gemeinsamen Tod der Liebenden den Glauben verliert - hat er doch mit dem heimlichen Eheschluss die Hoffnung verbunden, die Familien durch die Liebe der Kinder zu versöhnen. Die hoffnungsvolle Auflösung bleibt der brillanten Zuzanna Maurery als Lady Montague überlassen, die ihre einstige Gegenspielerin Lady Capulet (Annette Wimmer) zum verzeihenden Händedruck bewegt.

Komponist Presgurvic erzählt das Drama in einer durchweg eingängigen, Pop-betonten Musiksprache, die einmal Anleihen bei der Klassik und beim französischen Chanson nimmt, dann wieder kräftigen Rock unterlegt, doch wenig charakteristische Züge trägt. Dynamische Chorsätze wechseln mit einfühlsamen Balladen. Choreograf Rheda schafft mit großen Gesten und einer fast kämpferischen Akrobatik eine lebendig bewegte Atmosphäre, die sich bisweilen ins Aggressive steigert, in Momenten auch ins Spielerische reicht.

Zu einem Höhepunkt wird die Ballszene, in der sich Romeo verkleidet in das Haus des Feindes wagt. Raffiniert einfallsreiche Kostüme mit Anklängen an Rokoko und Figuren aus der Comédie Francaise überraschen und setzen in der stimmigen Lichtregie von Andrew Voller starke Akzente in einer opulenten Show.

„Romeo und Julia” wurde 2001 in Paris uraufgeführt und hat seitdem allein in Frankreich über 1,5 Millionen Zuschauer erreicht. Am Wiener Raimund-Theater, wo im Gegensatz zu bisherigen Produktionen mit Live- Orchester gespielt wird, steht die Produktion der Vereinigten Bühnen Wien vorläufig bis zum Jahresende auf dem Spielplan.

dpa-infocom


http://rhein-zeitung.de/on/05/02/25/magazin/t/rzo130702.html
Freitag, 25. Februar 2005, 9:43 © RZ-Online GmbH (NewsDesk)
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